Verschuldung der Gemeinde Windhausen ist bedenklich

Sanierungsarbeiten im Saal „Alte Burg“ gehen voran

Windhausen (Sab). Der Rat Windhausen, dieses Mal nur in kleiner Besetzung, wickelte am vergangenen Donnerstag die Tagesordnung der öffentlichen Ratssitzung ab, und zwar kurz und knapp. Haushaltsplan-Daten standen im Mittelpunkt.
Bürgermeister Burkhard Fricke berichtete, dass eine Einladung des Knappenvereins für das am 26. Februar 2011 im Atrium Bad Grund stattfindende Bergdankfest vorliege und er über das Volks- und Schützenfest 2010 noch ein Gespräch mit dem Schützenvorstand führen werde.
Aus dem Sachstandsbericht „Sanierung Saal Alte Burg“ ging hervor, dass inzwischen der Fußboden eingebaut wurde. Abstimmungsschwierigkeiten hätten sich wegen des Einbaus einer Reckanlage ergeben, die aber ausgeräumt werden konnten. Ein dickes Lob ging an Günter Beck und sein Helferteam. Harald Dietzmann hob hervor, dass eine beispiellose Eigenleistung erbracht werde, von der alle Windhäuser etwas hätten. Günter Beck monierte hingegen, dass sich einige Ratsmitglieder, aber auch Vereine und Verbände, nicht sehen ließen. Dank sprach er der Feuerwehr aus, die eine echte Hilfe war. Man komme langsam mit den Arbeiten voran. Maler- und Fliesenarbeiten stehen noch an. Anschaffungen für die Saalausstattung seien im Arbeitskreis unter Leitung des Bürgermeisters beraten worden. Weitere bauliche Maßnahmen können durch Einsparungen aufgrund der Eigenhilfe erfolgen, war zum eigentlichen Tagesordnungspunkt zu hören. Dazu gehören die Rückbauten vorhandener Einrichtungen, wie zum Beispiel die alten Heizungskanäle unter der Decke und die dadurch erforderlichen Malerarbeiten. Rund 12000 Euro seien beim Einbau des Fußbodens durch die Eigenhilfe eingespart worden. Ein Großteil dieser Summe soll für die erforderliche Wärmedämmung über der Saaldecke verwendet werden und gehöre damit zu den weiteren energetischen Sparmaßnahmen. In diesem Jahr, so war zu hören, wird der Saal kaum nutzbar sein. Bürgermeister Fricke kündigte daher an, dass der Neujahrsempfang am Sonnabend, 8. Januar 2011, im Rathaus stattfinden wird.
Bei einer Ortsbesichtigung durch den Bauausschuss wurden die beiden Kinderspielplätze unter die Lupe genommen. Einige Geräte, so der Gruppenvorsitzende Horst Sablotny, müssten erneuert oder repariert werden. Anstriche müssten erfolgen. Der Fachausschuss für Jugend, Kultur, Sport und Soziales soll sich damit beschäftigen, ob der Kinderspielplatz am Schützenplatz noch genutzt wird oder ob er aufgegeben werden kann. Der Bretterzaun in der Hecke des Spielplatzes an der Unteren Harzstraße ist marode. Es soll geprüft werden, ob die Hecke allein als Abschirmung zum Spielplatz hin ausreicht.
Ferner ist es Bauamtsleiter Jürgen Beck gelungen, die HarzEnergie zu veranlassen, das Trafohaus neu zu streichen und bei dieser Gelegenheit das Windhäuser Wappen farblich am Gebäude anzubringen.
Das Rechnungsprüfungsamt des Landkreises hat die Jahresrechnung 2008 geprüft. Handlungen unredlicher Art und die Einhaltung der Haushaltsvorschriften wurden bestätigt. Einstimmig wurde der Hauptverwaltungsbeamte mit einem Dank an seine Mitarbeiter entlastet. Vom Gruppenvorsitzenden der CDU/FDP/SPD waren dazu einige Zahlen zu hören. So konnte beispielsweise die Jahresrechnung 2008 ausgeglichen werden. Durch den Verlustvortrag aus 2007 sei jedoch ein Minusergebnis von 11.982,23 Euro eingetreten. Bedenklich, so Sablotny, sei der Schuldenstand der Gemeinde. Ende 2008 betrug er 1.062.895,38 Euro und erhöhte sich um 18,5 Prozent und liegt weit über dem Kreis- und Landesdurchschnitt. Die Pro-Kopf-Verschuldung betrage 1.064 Euro, hinzu käme der Anteil an den Kassenkreditzinsen der Samtgemeinde, die sich Ende 2009 auf rund 16. Millionen Euro beliefen. Im Hinblick auf eine mögliche Einheitsgemeinde, so Sablotny, könne die Übernahme der Schulden durch die Einheitsgemeinde für die Gemeinde Windhausen nur gut sein.
Fast alles im „grünen Bereich“, so die Feststellung der Verwaltung zum Halbjahres-Haushaltsbericht, Stichtag 31. Juli 2010. Damit wurde bestätigt, dass alle der Haushaltsansätze eingehalten wurden und ein gewöhnlicher Haushaltsverlauf vorhanden ist. Der Rat nahm dies erfreut zur Kenntnis.
Die Kämmerei bereitet den Haushaltsplan 2011 sowie die mittelfristige Finanzplanung 2012 bis 2014 vor. Im Laufe des Jahres meldeten die beiden Gruppen im Rat bereits Wünsche an, oder beschlossen diese. So wird die Planung für den Ausbau des Waldweges im nächsten Jahr begonnen. Für den Saal der „Alten Burg“ soll vor der Wiederinbetriebnahme eine neue Bestuhlung erfolgen. Von 200 neuen Stühlen ist die Rede.
Verbesserungen an den Kinderspielplätzen sollen es sein. Die Randbefestigung des erst vor einiger Zeit ausgebauten Höhenweges wird mit Kosten von 7.500 Euro eingeplant. Die schweren Müllfahrzeuge haben die Schäden verursacht. Ansonsten, sollen „normale“ Kosten für Straßeninstandsetzungsmaßnahmen und Ansätze aus den Vorjahren eingeplant werden.
Gemeindedirektor Dietzmann kündigte an, dass im November alle Bauausschüsse der Räte zu einem Informationsgespräch mit der Harz-Energie eingeladen werden, um über den Austausch von Straßenlampen und „Sparlampen“ zu sprechen. Daraus ergeben sich eventuell auch Kosten für den Haushaltsplan 2011.
2011 wird damit gerechnet, dass eine Verlegung der Bushaltestelle vom Kirchplatz in den Bereich des Grundstücks Weitemeyer erfolgt. Der Unterstand am Giebel des Saales wird dann überflüssig. Die Sanierung des Giebels wird in die Finanzplanung 2012 eingestellt. Sobald der Haushaltsplan 2011 vorgelegt wird, finden weitere Beratungen statt.