Viel Wasser bei Betriebsausschusssitzung

Vorläufige Betriebsabrechnung positiv zur Kenntnis genommen

Während der Sitzung des Betriebsausschusses der Gemeinde Bad Grund floss im Rathaus Windhausen viel Wasser und eine große Zahl von Beträgen durch die Köpfe der Mitglieder. Denn auf der Tagesordnung standen die Themen „Wassergebühren“, „Abwassergebühren“ und „Wirtschaftsplan 2014“ an.

Gemeindekämmerer Volker Höfert wusste aber, dieses Verwirrspiel aufzuschlüsseln und verständlich zu machen. Und so wird dem Rat zur Beschlussfassung empfohlen, die Wasserverbrauchsgebühr erstmals nach 2008 nun zum 1. Januar von 1,65 Euro/m³ auf 1,75 Euro/m³ zu erhöhen. Die Grundgebühr soll zum 1. Januar 2014 von 5,40 Euro auf 5,70 Euro pro Monat beziehungsweise auf nun 68,40 Euro pro Jahr angehoben werden. Insgesamt beträgt die Gebührenerhöhung etwa 6 Prozent gegenüber der bisherigen Gebühr. Übrigens wurde die Grundgebühr zuletzt zum 1.Januar 2011 erhöht.
Die Betriebsabrechnung 2010 und auch die vorläufige Betriebsabrechnung der Wasserversorgung für den Gebührenkalkulationszeitraum 2011 bis 2013 wurden positiv zur Kenntnis genommen. Die zu erwartende Unterdeckung im Zeitraum 2011 bis 2013 von rund 123.600 Euro bei der Wasserverbrauchsgebühr und der Überschuss von rund 40.000 Euro bei der Wassergrundgebühr sollen zu je einem Drittel auf die Kalkulationszeiträume 2014, 2015 und 2016 vorgetragen werden. Eine vorläufige Betriebsabrechnung wurde notwendig, nachdem das Jahr 2012 mit einem deutlichen Verlust abgeschlossen hat, der in ähnlicher Höhe auch in 2013 erwartet wird. Hierzu machte Höfert deutlich, dass der Wasserverbrauch gegenüber 2008 um über 45.000 m³ gesunken ist. Die Gesamtkosten der Wasserversorgung sind aber über diesen sechsjährigen Zeitraum erfreulicherweise konstant geblieben.
Der Ausschuss hat sich in diesem Zusammenhang auch mit der Gestaltung der Wassergrund- und der Wasserverbrauchsgebühr beschäftigt. Die Grundgebühr deckt einen Teil der sogenannten fixen Kosten. Es besteht Einvernehmen, dass die Wassergrundgebühr ab dem nächsten Jahr 50 Prozent (bisher 40 Prozent) der fixen Kosten (Abschreibungen und kalkulatorische Verzinsung) abdecken soll. Dahingegen wird der kalkulatorische Zinssatz von 3,80 Prozent auf 3,70 Prozent abgesenkt.
Als es um die Abwasserbeseitigung ging, wurde die Betriebsabrechnung der Abwasserbeseitigung für 2010 zustimmend zur Kenntnis genommen. Sie weist bei der Schmutzwassergebühr einen Verlust von fast 54.000 Euro sowie bei der Niederschlagswasser-Grundgebühr einen Überschuss von fast 12.000 Euro aus. Die fast 8000 Euro bei der Niederschlagswasser-Zusatzgebühr werden je zu 50 Euro auf die Jahre 2012 und 2013 vorgetragen.
Beschlossen wurde dahingegen die Gebührenkalkulation für den einjährigen Kalkulationszeitraum 2014. Die Höhe der Schmutzwassergebühr, der Niederschlagswassergrundgebühr und der Niederschlagswasserzusatzgebühr wird gegenüber dem Kalkulationszeitraum 2011 bis 2013 nicht verändert.
Als es um die Festsetzungen des Wirtschaftsplanes der Ver- und Entsorgungsbetriebe Bad Grund (Harz), des Baubetriebshofes und des Bestattungswesens für das Wirtschaftsjahr 2014 ging, fiel ein einstimmiger Beschluss. Neben der Festsetzung der laufenden Erträge und Aufwendungen wurden auch wichtige Investitionsmaßnahmen noch einmal bestätigt, so beispielsweise die Sanierung der Wasserleitung und der Schmutzwasserleitung im Eichelbachtal, Bad Grund (Harz), die Sanierung einer Schmutzwasserleitung im Bereich Am Kurpark, die Sanierung der Schmutzwassertrasse im Siedlungsbereich Am Johannisborn, Badenhausen. Einigkeit bestand darüber, dass vor einer Sanierung des Hochbehälters in Willensen die Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung auf die Wasserversorgung untersucht werden soll. Grundlegende Sanierungsentscheidungen sind somit zunächst nicht eingeplant.
Somit wird der Gesamtbetrag der Kredite, deren Aufnahme im Wirtschaftsjahr 2014 zur Finanzierung der Aufgaben der Vermögenspläne erforderlich ist, auf insgesamt 384200 Euro festgesetzt. Von diesem Betrag entfallen 88300 Euro auf den Betriebszweig Wasserversorgung und 295 900 Euro auf den Betriebszweig Abwasserbeseitigung. Zusätzlich werden 364700 Euro zur Umschuldung im Betriebszweig Abwasserbeseitigung festgesetzt.
Aber auch Betriebsleiter, Dipl. Ing. Uwe Schiller, meldete sich zu Wort, um nicht nur die 31 Rohrbrüche zu erwähnen. Er ging auch auf die turnusgemäßen Untersuchungen des Trinkwassers, die keine Auffälligkeiten zeigten. Auf den Betriebszweig Friedhöfe zu sprechen kommend, beklagte er, dass sich die Wildschweine auf dem Friedhof Bad Grund nicht von Fressködern nicht haben abschrecken lassen. Um die Tier aber außerhalb dieses Geländes halten zu können, sei der Zaun im Kontaktbereich zum Erdboden mit Baustahlmattenstreifen verstärkt worden. Sollte diese Maßnahme Erfolg haben, wird auch die Beseitigung der Schäden veranlasst.