Waldweg-Anwohner müssen Informationen „erst einmal sacken lassen“

425.000 Euro werden zu 75 Prozent von den Anliegern getragen/ Endgültige Zahlen würden erst zum Abschluss der Baumaßnahme vorliegen

Sehr gefasst reagierten die etwa zwei Dutzend Einwohner, die zur jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses Windhausen gekommen waren, auf die Fakten, die dort vorgelegt wurden. Denn das letztlich einzige Thema des Ausschusses war der Ausbau des Waldweges.

Von Camillo Kluge


Windhausen. Auf 425.000 Euro kalkuliert Sören Teuber von der Conterra Planungsgesellschaft aus Goslar die Kosten für den Ausbau. Dazu kommen etwa 245.000 Euro, die für Kanäle und Leitungen anfallen. Doch scheinen zumindest diese nicht direkt das Säckel der Einwohner zu belasten, sondern von den Versorgern langfristig über die Gebühren kassiert zu werden. Die 425.000 Euro hingegen werden zu 75 Prozent von den Anliegern getragen. Abgeschlossen sein soll die Baumaßnahme Ende 2012.
Der stellvertretende Fachschaftsleiter Bauwesen, Fred Langner, hatte für die somit etwa 319.000 verbliebenen Euro auch schon einen Verteilungsschlüssel angelegt. Dabei zeigte er eine Staffelung vor, die mit kleinen Grundstücken von circa 330 Quadratmetern und einer Beteiligung von circa 5000 Euro beginnt, und bei dem größten Grundstück mit 3800 Quadratmetern und einem Anteil von circa 35.000 Euro endet.
Bei mittleren und größeren Grundstücken gibt es zudem noch eine Faktorzahl. „Da ist die Nutzung des Grundstücks berücksichtig“, erläutert Langner. Ist die Fläche lediglich Grünland oder Waldfläche, so ist der Faktor deutlich kleiner als „1“. Somit kommt eine 400 Quadratmeter-Fläche, die mit einem Einfamilienhaus bebaut ist und somit den Faktor „1“ führt, auf eine Beteiligung von 6000 Euro. Ein Waldstück von gleicher Größe hingegen würde lediglich mit einem Bruchteil dieser Summe belastet. Auch die Geschossigkeit ist relevant. Ein Einfamilienhaus auf etwa 1000 Quadratmetern würde mit 14.000 Euro belastet, ein mehrgeschossiges Haus auf gleicher Grundstücksgröße schlägt mit 17.000 Euro zu Buche.
„Ich stehe jederzeit für Einzelgespräche zur Verfügung“, bot Langner den Einwohnern mehrfach an. Auch betonte er, dass endgültige Zahlen erst zum Abschluss der Baumaßnahme vorliegen könnten. Doch sind die Kommunen berechtigt Vorausleistungen zu fordern, „Was hier wohl auch passieren wird“, so Langner. Die würden am Ende natürlich aufgerechnet. Wer in der Zwischenzeit sein Haus und Grund verkaufe, bekomme das Geld nicht wieder. „Das muss man mit einem Käufer klären“, so Langner, „Ansprechpartner ist immer der im Grundbuch eingetragene.“
Teuber hatte Ausschuss und Anwohnern zuvor die Planung vorgestellt. Die Fahrbahn wird 4,75 Meter breit werden und an manchen Stellen auf 3,50 Meter verjüngt. Mittels solcher Inseln, die möglichst mit einem Baum bepflanzt werden sollen, will Teuber eine Verkehrsberuhigung erreichen. Der Gehweg, der weiter auf der Südseite der Straße verlaufen wird, wird etwas breiter und eine Bordsteinkante von lediglich etwa acht Zentimetern Höhe bekommen. Die Nordseite des Waldweges wird in Park- und Zufahrtsbereiche gegliedert und durch die verkehrsberuhigenden Inseln unterbrochen. Während die Parkflächen in einem Anthrazitton gepflastert werden, sind Straße und Gehweg in Rottönen gehalten.
Trinkwasserleitungen und ein großer Teil der Regenwasserleitungen werden während der Baumaßnahmen genauso erneuert wie einige Hausanschlüsse. Auch andere Versorger seien angesprochen worden, ob sie die Maßnahme nicht zur Verlegung von Leitungen nutzen wollen. „Die Harz Energie will nichts erneuern, da ist alles okay“, so Teuber, „und die Telekom hat bis jetzt nicht reagiert.“
„Reparaturen am Waldweg sind nicht mehr sinnvoll“, erläuterte Jürgen Beck, Fachbereichsleiter Bauwesen, auf Nachfrage den Grund für die Straßensanierung. Die Flickwerke zur Ausbesserung würden nur einen oder zwei, maximal drei Winter halten. „Das war Entscheidungsgrundlage für den Rat zur Sanierung der Straße“, so Beck. „Leider ist diese Maßnahmen nicht mehr mit in ein Dorferneuerungsprogramm gekommen“, bedauerte Beck. Und die Frage, ob eine Teer- oder Asphaltdecke nicht günstiger und haltbarer als Pflasterung sei, verneinte Teuber. Preislich seien Pflaster und Asphalt ähnlich, doch sei eine Pflasterung erheblich leichter zu reparieren. „Und sie passt ins örtliche Gestaltungskonzept“, so Teuber. Die Waldweg-Anwohner sollen diese Informationen nun „erst einmal sacken lassen“, so Beck, „dann einen Termin mit Herrn Langner vereinbaren.“ Für Fragen und Anregungen, auch was die Bepflanzung der Grünflächen angehe, stehe die Verwaltung jederzeit zur Verfügung.