Windhausen – das Tor zum Harz

 

Schon seit rund 777 Jahren existiert die kleine 1000 Einwohner Gemeinde

Im Jahr 1234 wurde der Ort Windhausen erstmalig urkundlich erwähnt. Einst lebten dort Ritter auf der gleichnamigen Burg. Die Existenz der Windhäuser Burg ist hingegen erst seit 1338 historisch verbürgt. Reste der ehemaligen Wehranlage sind noch heute erhalten.
Das Gelände um die Burgruine wird heute „Alte Burg“ genannt. Es steht wegen des sehr alten Baumbestandes und einer einzigartigen wilden Wiese unter Naturschutz. Die Wildtulpen, die auf dieser Wiese vorkommen, entfalten jährlich im April ihre wunderschönen gelben Blüten.
Das alte Gesindehaus aus dem 17. Jahrhundert erfreut sich, ebenso wie die Burgruine, großer Beliebtheit bei Ausflugsgästen. Ein Ausflug in das malerische Dörfchen ist jedoch nicht komplett ohne dem Dorf- und Heimatmuseum einen Besuch abgestattet zu haben. Das Museum lässt das Einkaufserlebnis längst vergangener Tage wieder aufleben. Aufgereiht in Regalen stehen Dosen, in denen sich früher Onko Trinkschokolade, Machwitz Kaffee und die guten Schwartauer Bonbons befanden. Sie erzählen zusammen mit original erhaltenen Produkten, wie dem Bremer Kaffee und Töllner`s Speise-Blatt-Gelatine, von Einkäufen in heute ausgestorbenen Kaufmannsläden. „Alles was man brauchte, hat man früher dort gekauft“, berichtet Museumsleiter Ewald Klingsöhr.
Vieles in Windhausen wirkt wie aus längst vergangener Zeit. Bei einem Streifzug durch den kleinen Ort fallen dem geneigten Betrachter zahlreiche alte Fachwerkhäuser ins Auge, die von ihren Besitzern liebevoll restauriert wurden. Kleine Schilder an einigen Häusern zeigen, dass so manches der Gebäude schon vor mehr als 200 Jahren erbaut wurden.
Gerade das Vereinsleben wird in der knapp 1000 Einwohner zählenden Ortschaft groß geschrieben.
Die Brauchtumsgruppe „Die Burgfinken“ beispielsweise erfreuen bei vielen örtlichen Veranstaltungen die Besucher mit Gesang und traditionellem Liedgut. Leider sind „Die Burgfinken“ wie viele örtliche Vereine von Nachwuchssorgen geplagt.
Eine bedeutende Rolle im Gemeindeleben spielt neben der Brauchtumsgruppe „Die Burgfinken“ die Windhäuser Schützengesellschaft. Mit ihren Aktivitäten nimmt der Verein einen hohen Stellenwert bei der Bevölkerung ein. Das Schützenfest beispielsweise ist regelmäßig ein Besuchermagnet. Auch in diesem Jahr richteten die Schützenbrüder- und schwestern ein Fest der Extraklasse aus, welches den Vergleich mit größeren Veranstaltungen dieser Art nicht scheuen muss.
Vielen dürfte zudem die „Alte-Herren“ des FC Windhausen ein Begriff sein. Die Männerriege lädt regelmäßig zu tollen Veranstaltungen ein. Ob Knobel-Turniere oder Skatabende. Langweilig wird es nie.
Lebenswichtig für kleine Ortschaften ist eine funktionierende Feuerwehr. Denn ist die Feuerwehr intakt, ist auch das Dorfleben intakt. Dabei obliegt den Kameraden und Kameradinnen nicht ausschließlich das Löschen von Bränden. Viele Veranstaltungen sind nur dank der tatkräftigen Unterstützung der Brandschützer realisierbar. Die Freiwillige Feuerwehr Windhausen erfreut sich bester Reputation in der kleinen Gemeinde am Fuße des Harzes. Allein im Jahr 2009 leisteten die Mitglieder der Wehr 4692 Arbeitsstunden ab. Stunden, die in erster Linie dem Wohl der Gemeinschaft dienen.
Natürlich ist auch der Harzklub mit einem Zweigverein in Windhausen vertreten. „Die Burgfinken“ sind im Übrigen Teil dieses Zweigvereins. Zahlreiche Initiativen, die beispielsweise zur Verschönerung der Ortschaft beitragen gehen auf die Initiative der Harzklubler zurück. mn