„Wollen die Machete des Unternehmens sein“

Detlev Barth und Gudrun Feuerstein informierten sehr interessierte Geschäftsleute. Der Sitzungssaal war gut gefüllt. (Foto: Bordfeld)

Gedankenaustausch zwischen Betrieben, Wirtschaftsförderung und Kommune im Rathaus in Windhausen

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Region Göttingen (WRG), die im Frühjahr 2004 aus dem Gedanken heraus ins Leben gerufen wurde, dass im Alltagsgeschäft der Wirtschaft das enge Korsett des öffentlichen Rechts mittels Förderung etwas weiter „geschnallt“ werden sollte, stellte sich jetzt auf Initiative der Gemeinde Bad Grund einer großen Zahl von Vertretern/ -innen der örtlichen Wirtschaft, aus Handel und Handwerk, der Banken und der Harz Energie vor.

Daraus entstand am Ende der Gemeinschaftsgedanke, diese Unternehmertreffen im gegenseitigen Interesse immer wieder aufleben zu lassen.
Hintergrund dieses Gesprächsaustausches im Sitzungssaal des Rathauses Windhausen waren unter anderem die aktuellen Überlegungen, dass sich der Rat der Gemeinde nach der Sommerpause mit der Frage eines Beitritts als Gesellschafter der WRG befassen wird. Denn ab dem 1. Januar 2015 soll landkreisweit die Neustrukturierung der Wirtschaftsförderung umgesetzt werden, die eine Bündelung der Wirtschaftsförderung der Landkreise Osterode und Göttingen vorsieht.
Eingangs begrüßte Bürgermeister Harald Dietzmann den Geschäftsführer der WRG, Detlev Barth, und von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Osterode Gudrun Feuerstein aufs Herzlichste und brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die beiden Gäste auf eine so erfreulich große Zahl von offenen Ohren gestoßen waren.
Sinn und Zweck dieses runden Tisches sei, die Möglichkeit des gemeinsamen Gedankenaustausches zu nutzen und herauszufinden, wo der eigene Schuh oder der des anderen drückt. Aus derartigen Gesprächen könne auch eine Wirtschaftsstärkung entstehen.
Detlev Barth betonte, dass Wirtschaftsförderung heute bestimmt nicht mehr „abwarten“ heiße. Vielmehr gelte es, rechtzeitig Zukunftsthemen aufzugreifen, die für die regionale Entwicklung entscheidend seien.
Letztendlich stehe und falle die Lebensqualität einer Region mit der Zahl der Arbeitsplätze. Aus dem Grunde gelte es, Firmen, die sich neu gründen oder erweitern wollen, sinnbildlich den roten Teppich auszurollen. So müsse geschaut werden, wie und wo Fördermittel am vorteilhaftesten für ein Unternehmen zu bekommen seien. „Wir wollen die Machete des Unternehmens sein, wenn es sich durch den Dschungel der Paragrafen wühlt“. Und die WRG wolle das nicht von Göttingen aus in den Griff bekommen, sondern in Osterode neue Räume anmieten, um vor Ort Ansprechpartner zu sein und Hilfestellungen leisten zu können. Aus dem Zusammenschluss mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises Osterode und der unmittelbaren Nähe zum Regionalmanagement MEKOM erwarten beide heutigen Wirtschaftsförderungen ein gebündeltes Fachwissen, das auch den Unternehmern unmittelbar zu Gute kommt.
Im Vordergrund stünden die Einmannbetriebe ebenso wie der Mittelstand und die Großbetriebe. Und man werde auch da sein, wenn ein Unternehmen einen Nachfolger sucht. Wenn man sich zusammensetze und miteinander rede, finde man auch Lösungen.
Gudrun Feuerstein fügte mit Blick auf die neue EU-Förderperiode hinzu, dass die Wirtschaftsförderung in die unterschiedlichsten EU-Töpfe schauen dürfe und mit einer bunten Palette der Anträge versuchen werde, Gelder daraus abzuschöpfen. Gerade diese neue EU-Förderperiode werde ein Umdenken erforderlich machen. „Waren es in der Vergangenheit vorwiegend einzelbetriebliche Förderungen, wird es künftig darauf ankommen, den regionalen Gedanken im Blick zu haben, und auch in der Wirtschaftsförderung zu leben. Das ist eine neue und spannende Herausforderung, die in einem gut ausgebildeten Team der Wirtschaftsförderer leichter bewältigt werden kann“, so Feuerstein.
Auf die Frage aus dem Gremium, wie sich die WRG finanziere, ließ Detlev Barth durchblicken, dass dies durch die Beiträge der Gesellschafter und der Unterstützung einiger Sponsoren geschehe. Allerdings sei man nicht darauf aus, Gewinne in die eigene Tasche zu erwirtschaften. Im bisherigen Landkreis Göttingen hätten mittlerweile ein Landkreis, drei Städte, drei Samtgemeinden, zwei Flecken und drei Gemeinden mit dem Beitritt in die GmbH für ein starkes Stück Südniedersachsen gesorgt. Harald Dietzmann legte offen dar, dass die Gemeinde Bad Grund mit 4000 Euro pro Jahr dabei wäre.
Aber auch das Thema Tourismusförderung kam auf den Tisch. Gudrun Feuerstein und Detlev Barth versicherten, dass dieses Thema zwar in vielen Berichten angesprochen werde, aber nicht in einer ihm eigenen Nische zu finden sei. Man werde alles daran setzten, dass dieser wichtige Bereich nicht in Vergessenheit gerate. Ein wichtiger Faktor seien die beiden Worte: „Gewusst wie“. In jedem Falle sei es insbesondere im Bereich Harz ein wichtiger Baustein, weil viele Arbeitsplätze daran hängen. Wer mehr über die WRG erfahren möchte, sollte einfach mal www.wrg-goettingen.de anklicken.
Mit einem kurzen, positiven Rückblick auf die inzwischen erfolgte Umwandlung der Samtgemeinde in eine Einheitsgemeinde endete ein äußerst informativer Abend, der noch für zahlreiche persönliche Gespräche im Unternehmerkreis genutzt wurde.