Zweizügig ausgelegter Schulstandort ausreichend

Viele interessierte Bürger besuchen die Sitzung des Auschusses für Schule und Kindergarten der Gemeinde Bad Grund

Zur Sitzung des Ausschusses Schule und Kindergarten der Gemeinde Bad Grund waren so viele interessierte Bürger gekommen, dass die Plätze im Sitzungssaal des Rathauses in Windhausen nicht ausreichten. Schließlich stand die Zukunft der drei Grundschulen sowie die Betreuungszeiten in den Kindergärten und Kindertagesstätten auf der Tagesordnung.

Fachbereichsleiter Joachim Grupe ergriff zu beiden Punkten das Wort. Er berichtete, dass sich der Arbeitskreis Schule und Kindergarten in bisher zwei Sitzungen mit der Schulentwicklungsplanung befasst hatte und dabei mehrere Varianten erarbeitet wurden. Er stellte diese Varianten vor und machte deutlich, dass für die Gemeinde mittelfristig ein zweizügig ausgelegter Schulstandort ausreichend ist. Grupe legte dazu einige Probeberechnungen künftig zu erwartender Schülerzahlen vor. Diese zeigten, dass man das Ziel, möglichst kleine Klassen zu bekommen und zugleich die inklusive Beschulung sicherzustellen, durchaus erreichen kann.
Politischer Wille ist, die Schulentwicklung so zu gestalten, dass frühestens mit dem Schuljahr 2017/18 eine Beschulung nach dieser Konzeption erfolgen kann. Es ist aber notwendig, noch in diesem Jahr über die Frage der künftigen Schulstandorte zu entscheiden, um genügend Planungsvorlauf für die Umsetzung des Konzeptes zu haben. In diesen Entscheidungsprozess will man alle Betroffenen intensiv einbinden und alle Diskussionen auch weiterhin transparent und öffentlich führen. Wie hoch das Interesse der Bevölkerung ist, machte die große Zahl von Zuhörern deutlich, wobei ein Teil der Eltern ein ebenso großes Interesse am künftigen Betreuungsangebot der Kindergärten hatte. Grupe machte deutlich, dass man eine an Fakten orientierte Diskussion führen wolle, bei der neben der Landesschulbehörde auch der Träger des Schülertransportes zu Wort kommen muss. Weitere wesentliche Ermittlungen – etwa zum Bauzustand und den Betriebskosten sind ebenso entscheidungsrelevant, wie eventuelle Nachfolgenutzungsmöglichkeiten.
Die bisher herausgearbeiteten Alternativen sehen vor, auch den Schulstandort der Oberschule Badenhausen als künftigen Grundschulstandort zu untersuchen, sowie Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit mit der Stadt Osterode als Schulträger der Grundschule Förste zu prüfen. „Erst wenn es zu allen Alternativen und Beurteilungskriterien Ergebnisse gibt, ist der Rat der Gemeinde in der Lage, über eine künftige Konzeption zu entscheiden”, so Grupe.
Weiteres Thema in dieser Sitzung war die Belegungsplanung der Kindertagesstätten und die Jahresabschlüsse der fünf Kindergärten. Der Ausschuss sprach sich dafür aus, den Jahresabschlüssen 2013 zuzustimmen. Zur Belegungsplanung der Kindergärten zum 1. September stellte Fachbereichsleiter Joachim Grupe einen umfangreichen Beschlussvorschlag des Arbeitskreises Kindergärten vor, der den Ergebnissen einer an die Eltern gerichteten Umfrage nach dem gewünschten Betreuungsangebot weitestgehend entspricht.
Der Umfrage nach besteht am Kindergarten Eisdorf der Bedarf nach einer Ganztagsbetreuung sowohl für die Krippenkinder als auch für eine Regelgruppe. Daher lautete die Empfehlung an den Rat der Gemeinde, erstmals auch diese erweiterte Betreuung anzubieten, wenn die Eltern dieses Angebot verbindlich buchen und die Finanzierung sichergestellt ist. Immerhin ist mit jährlichen Brutto-Mehrkosten von rund 60.000 Euro zu rechnen. In diesem Zusammenhang machte er aber auch deutlich, dass das erweiterte Angebot auch zu Elternbeiträgen führen wird, die dem erhöhtem Betreuungsangebot entsprechen.
Interessenten müssen sich dazu bis 15. April verbindlich im Kindergarten Eisdorf anmelden. Die Gemeinde möchte den Eltern zeitnah eine verbindliche Aussage für das neue Kindergartenjahr geltende Betreuungsangebot machen. Daher wird der Rat der Gemeinde am 20. März auch über das Angebot anderer Kindergärten beraten. Fachbereichsleiter Joachim Grupe nutzte die Gelegenheit, den zahlreichen Zuhörern auch einige Kostenfaktoren zu nennen, die den hohen Stellenwert der Kindergärten für Politik und Verwaltung belegen. Im Jahr 2013 hatte die Gemeinde Defizite aller fünf Kindergärten in Höhe von 594.900 Euro abgedeckt. Damit wurde ein Kindergartenplatz mit etwa 3.130 Euro aus gemeindlichen Mitteln finanziert. Die jetzt diskutierte Einführung eines Ganztagsangebotes, die sehr offensive Haltung bei Integrationsmaßnahmen und ein auch sonst am Bedarf orientiertes Betreuungsangebot an anderen Kindergärten belastet den gemeindlichen Haushalt enorm. Sowohl der Arbeitskreis als auch der Ausschuss haben jedoch gute Vorarbeit geleistet.