Dicke Luft in Wohlenhausen

Stadtbrandmeister Alfred Schneider (links), der stellvertretende Bürgermeister Joachim Lootz (rechts) und der scheidende Ortsbrandmeister Michael Probst (2. von rechts) beförderten Marcus Schlüter und Jens Fischer (Mitte). Probst selbst wurde zudem für 25-jährigen, aktiven Dienst geehrt.

Feuerwehrleute sind unzufrieden mit der Verwaltung / Ortsbrandmeister stellt sich nicht wieder zur Wahl

Die Brandschützer in Wohlenhausen sind unzufrieden. Grund: Sie werfen der Verwaltung vor, zu langsam zu arbeiten. Denn aufgrund der nicht eingehaltenen Mindeststärke an aktiven Feuerwehrleuten müssen sich die Wohlenhäuser eigentlich auflösen. Sie wollen sich der Wehr in Königsdahlum anschließen und anschließend eine Löschgruppe bilden. Doch an einigen Stellen hakt es noch. Vor allem rechtliche Fragen sind teilweise noch offen. So möchte die 17-köpfige Wohlenhäuser Altersabteilung gerne der Löschgruppe angeschlossen werden. Auch die Satzung für den gegründeten Förderverein muss noch an einigen Stellen ausgebessert werden.

Wehr will Druck auf die Stadt ausüben

Das war dann auch der Grund, warum sich Ortsbrandmeister Michael Probst, dessen Amtszeit am 28. April ausläuft, nicht wieder zur Wahl stellte. „Wir wollen Druck auf die Verwaltung ausüben. Lasse ich mich jetzt wieder wählen, ist die Stadt fein raus“, so Probst. Zu diesem Schritt habe er sich erst in der Woche vor der Versammlung entschlossen. Mit dieser Meinung stand er nicht alleine, auch wenn es durchaus andere Stimmen gab. Letztlich wurde kein neuer Ortsbrandmeister gewählt. Nach dem 28. April übernimmt dann der Stellvertreter Nico Ackenhausen, dessen Amtszeit noch länger läuft.
Der Förderverein wurde nach einer außerordentlichen Versammlung am 13. November des vergangenen Jahres gegründet. Das Vermögen der Ortswehr soll, sobald mit der Satzung des neuen Vereins alles in Ordnung sei, auf diesen übertragen werden. Dies schlug Kassenwart Christian Probst vor. Sein Vorschlag wurde von der Versammlung angenommen. Er berichtete außerdem ausführlich über die Einnahmen und Ausgaben des vergangenen Jahres. Für das Feuerwehrhaus wurde eine neue Küche angeschafft, was zu einem Minus in 2013 geführt habe.
Der scheidende Ortsbrandmeister berichtete von einem Einsatz im abgelaufenen Jahr. Wie alle Ortswehren aus dem Stadtgebiet, waren auch die Wohlenhäuser im Hochwasser-Einsatz. 23 Dienste haben die nur noch 13 Aktiven geleistet.
Der stellvertretende Bürgermeister Joachim Lootz war ob der teils harschen Worte gegen die Verwaltung doch etwas überrascht. „Rat und Verwaltung haben ein großes Herz für die Feuerwehren. Niemand hat die Absicht der Feuerwehr zu schaden. Wir tun alles, um die Feuerwehr in allen Orten zu erhalten. Mit einer Löschgruppe haben wir im Gegensatz zu anderen Gemeinden noch keine Erfahrung“, erklärte Lootz.

Schneider: Neue Stadtsatzung nötig

Stadtbrandmeister Alfred Schneider meinte: „Eine Löschgruppe macht auch eine Änderung der Stadt-Satzung notwendig. Das wird jetzt im März und April im Stadtkommando besprochen. Dann muss es ausformuliert werden, bevor es in den Feuerschutzausschuss und den Rat geht. Erst dann können wir die Wehr auflösen und eine Löschgruppe einrichten.“
Ortsvorsteher Karl Probst war betrübt darüber, dass mit der Feuerwehr nun auch der letzte kulturelle Verein aufgegeben werden muss. Erst vor wenigen Jahren hatte sich der Männergesangverein aufgelöst: „Nach über 100 Jahren die Feuerwehr aufzulösen ist schon bitter. Es sollte zumindest möglichst sein, dass die Alterskameraden hier in Wohlenhausen bleiben können.“

Ortskommando:
Ortsbrandmeister (bis 28. April): Michael Probst;
stellvertretender Ortsbrandmeister: Nico Ackenhausen;
Gruppenführer: Nico Ackenhausen;
stellvertretender Gruppenführer: Jens Fischer;
Schriftführer: Matthias Becker;
Kassenwart: Christian Probst;
Gerätewart: Matthias Probst;
Sicherheitsbeauftragter: Marcus Schlüter.

Beförderungen:
Hauptfeuerwehrmann:
Marcus Schlüter;
1. Oberfeuerwehrmann: Jens Fischer.

Ehrung
25 Jahre aktiv:
Michael Probst.