Aus drei mach vier

Von anderthalb bis 90: In der Gittelder Planstraße leben vier Generationen unter einem Dach

Die Uroma Sigrid Grob ist gerade 90 geworden. Jüngstes Familienmitglied ist der anderthalb Jahre alte Nick.

Gittelde. Was in früheren Zeiten noch gang und gäbe war, ist heute eher die Ausnahme. Gemeint sind mehrere Generationen, die unter einem Dach leben. Bis vor anderthalb Jahren waren es in der Gittelder Planstraße auch tatsächlich noch drei Generationen (wir berichteten). Inzwischen hat die Familie Zuwachs bekommen. Vier Generationen in einem Haus, funktioniert das? Ja, und das anscheinend sehr gut.

„Hier ist man nie alleine“, freut sich Oma Sigrid Grob, die vor kurzem ihren 90. Geburtstag feiern konnte. Seit 86 Jahren lebt sie bereits in Gittelde, ihre ersten vier Lebensjahre hat sie in Braunschweig verbracht. Jüngstes Mitglied der Familie ist der anderthalb Jahre alte Nick, ihr Urenkel, der sehr zur Freude der Uroma jeden Morgen zur Begrüßung zu ihr kommt. Zur Familie Hauck gehören Oma Sigrid Grob (90), die Eltern Marion (48) und Thomas Hauck (52) sowie Tochter Caro (26) mit ihrem Mann Dustin (29) und Nick. Die andere Tochter von Marion und Thomas, Jessica, ist inzwischen ausgezogen.

„Offene Worte mit einem guten Schuss Humor sind in der Familie sehr geschätzt und sorgen auch für viel gute Laune“, sagt Marion Hauck über das Zusammenleben. Noch bis vor zwei Jahren half die Rentnerin auch noch ihrer Tochter Marion bis zur Schließung in ihrem Kiosk, spülte Kaffeebecher und kochte mittags.

Ein Höhepunkt der Woche ist das gemeinsame Abendessen am Freitagabend, mit dem die Familie das Wochenende einläutet und die gemeinsame freie Zeit besprochen wird. Und dann ist es immer gemütlich an dem Esstisch, wobei schnell klar wird: Die beiden Männer Thomas und Dustin haben hier nicht allzu viel zu melden, nehmen es aber mit Humor.

Ansonsten hat jeder seine Aufgabe im gemeinsamen Haushalt. Alle scheinen sich zu ergänzen. „Dass meine Mutter noch so fit ist, kommt daher, dass sie sich auch in ihrem hohem Alter immer noch aktiv in den Haushalt und die Familie einbringt“, sagt Marion.

Auch jetzt noch hat jeder seine Aufgabe im gemeinsamen Haushalt. Aufgaben, die hat Sigrid Grob schon immer bewältigen müssen. Ihr Leben bestand früher, wie bei vielen aus ihrer Generation, aus Arbeit, Arbeit, Arbeit. Gemeinsam mir ihrem Mann Kurt musste die eigene Landwirtschaft und der Kohlenhandel am Laufen gehalten werden. Da gab es immer viel zu tun: Kohlenschaufeln, Steine auf dem Feld einsammeln, Kühe melken, und, und, und.

Und dann war da noch das Problem, die zwei Zwei-Liter-Eimer mit der frisch gemolkenen Milch rechts und links am Fahrradlenker nach Hause zu transportieren, meistens über Schotterwege. „Da habe ich mir natürlich immer die richtigen Wege ausgesucht“, so Grob „ich bin nie geflogen“. Und wenn sie mal mit einer Bekannten nach dem Melken übern Zaun geklönt hätte und zu spät nach Hause kam, musste eine gute Ausrede her: „Ach, die Kuh hat heute nicht still gestanden“, habe sie dann immer selbstbewusst gesagt.

Bis auf den Familienzuwachs und den Auszug von Tochter Jessie hat sich in dem rund 500 Quadratmeter großen Haus eigentlich nicht viel geändert in den vergangenen zwei Jahren. Nicht einmal die sogenannte „Staubsauger-Situation“.

Hier saugt noch immer keiner gerne“, lacht Marion Hauck, „und wir haben wie damals auch schon, immer nur noch einen Staubsauger für das ganze Haus“.hn

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