Bergbaumuseum Knesebeckschacht erhält thematischen Schwerpunkt

Im Rahmen des TRAFO-Projektes sollen verschiedene Dinge angepackt werden / Maßnahmen wurden jetzt vorgestellt

Die Fahrzeuge und Maschinen sollen im Rahmen eines Rundweges präsentiert werden.

Bad Grund. Großes Potential bringt das Bergbaumuseum Knesebeckschacht in Bad Grund mit. Doch die Highlights, wie der Hydrokompressorenturm, können noch stärker herausgearbeitet werden. Hier setzt das sogenannte TRAFO-Projekt der Bundeskulturstiftung an. Die vier Einrichtungen Oberharzer Bergwerksmuseum, Grube Samson, 19-Lachter-Stollen und Bergbaumuseum Schachtanlage Knesebeck sollen fit für die Zukunft gemacht werden. Einen Einblick, was vor Ort geplant ist, wurde am Sonnabend bei einer Tour mit dem Welterbe-Bus gegeben. In Bad Grund soll einiges angestoßen werden.

Rückblick: Der Kämmerer  der Gemeinde Bad Grund, Volker Höfert, berichtete bereits im Dezember 2017 im  Ausschuss für Soziales Kultur und Tourismus, was sich in Bezug auf die Umgestaltung des Bergbaumuseums Knesebeckschacht getan hat. Die Potenzialanalyse wurde präsentiert, als positiv bewertet wurden dabei die vielen Veranstaltungen, die gepflegten Anlagen und die rund 2.000 Besucher im Jahr. Als Schwächen gelten zum einen die schmale Parkplatzsituation und zum anderen, dass der Eingang immer den Eindruck erwecke, das Museum sei geschlossen. Auch die eingeschränkten Öffnungszeiten und die nicht vorhandenen zielgruppenorientierten Führungen wirken sich nicht positiv aus. Dennoch sei dort ein großes Potenzial vorhanden, sodass ohne großen Aufwand die Besucherzahlen vervier- oder verfünffacht werden könnten. Da gebe es unter anderem die Möglichkeit der Einführung eines Kombitickets zusammen mit dem HöhlenErlebnisZentrum.

Eine emotionale Aufwertung könne durch Lautsprecherboxen mit Motorengeräuschen der Maschinen erfolgen oder durch spezifische Angebote für junge Leute und Familien mit Kindern. Großes Manko sei jedoch der fehlende Nachwuchs an Personal. „Das wird eine große Hürde sein, mehr engagierte Leute zu finden“, so Höfert.

Fahrt hat das Ganze bereits aufgenommen, wer von Seesen aus in der Bergstadt fährt, kommt an einem Hinweisschild vorbei, die auf die Anlage verweist. Insgesamt stehen für die Modernisierung rund 150.000 Euro aus der Kulturstiftung des Bundes zur Verfügung. Wie das Geld investiert werden soll, darüber gibt Matthias Lange vom projektbegleitenden Planungsbüro im Gespräch mit dem „Beobachter“ Auskunft. Mehrere Punkte sollen verbessert werden.

Die Bad Grunder können sich auch auf ein Schwerpunktmuseum freuen. Hier soll laut Lange der Hydrokompressorenturm im Mittelpunkt stehen. „Die Besucher werden rund um das Thema Druck informiert“, so der Projektplaner. Dabei soll in Bad Grund dann unter anderem Wissen über die Nutzung des Luftdrucks vermittelt werden. Zudem wird die Funktionsweise des Turms erklärt, mehr noch, es soll ein funktionierendes Modell geben, dass das Ganze quasi plastisch erlebbar macht. Einen Einblick, wie das aussehen könnte, bekamen die Besucher bereits im Rahmen der Welterbe-Tour. Hinweistafeln wurden an den Stellen, die verändert werden sollen, aufgestellt.

Auch die Ausstellungsräume sollen verändert werden. Wie genau, steht laut Matthias Lange noch nicht endgültig fest. Viele Kleinode hat das Bad Grunder Museum zu bieten. Definitiv wird etwas im Außengelände passieren. Geplant ist hier ein Rundweg mit verschiedenen Stationen, bei denen die Maschinen und Fahrzeuge präsentiert und ein Stück weit auch erlebbar werden. Denn die Besucher wollen heute nicht mehr nur Dinge sich bloß anschauen, sondern in die Zeit eintauchen. Quasi ein Stück Bergwerksflair mitnehmen und einiges selbst ausprobieren.

Das TRAFO-Modell unterstützt die jeweiligen Kulturorte bis zum Jahr 2023, um diese dauerhaft zu stärken und als Erlebnisorte zu erhalten. Tolle Ideen, wie das gehen könnte, gibt es bereits.syg/hn

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