Eschen mussten weichen

Bäume am Wittestift in Teichhütte waren vom asiatischen Pilzerreger befallen

Vor Kurzem mussten sieben Eschen am Wittestift in Teichhütte weichen.

Gittelde/Teichhütte. Heimische Eschen werden derzeit mehr und mehr durch den Pilz Hymenoscyphus pseudoalbidus massiv in ihrer Verbreitung und Entwicklung beeinträchtigt. Der Verursacher des Eschentriebsterbens, auch „Falsches Weißes Stengelbecherchen“ genannt, ist auch Schuld daran, dass Anfang der Woche die sieben Eschen am Wittestift in Gittelde/Teichhütte der Motorsägen zum Opfer fielen. Schon einige Zeit zuvor mussten rund 70 Eschen am Berggarten der Alten Burg in Windhausen gefällt werden.

Der Pilz hat sich mittlerweile in über 22 Ländern Nord-, Ost- und Mitteleuropas etabliert und ist auch in Bayern flächendeckend in den Eschenbeständen anzutreffen.

Seit seinem Erstnachweis in Deutschland im Jahr 2007 und in Bayern 2008 wird eine negative Krankheitsentwicklung in Eschenbeständen jeglichen Alters zunehmend sichtbar. Mit einem Rückgang ist derzeit nicht zu rechnen und auch die Anzahl resistenter Eschen ist sehr gering, weswegen derzeit gezielt an der Aufklärung des Infektionsweges, dem Krankheitsverlauf und der Ausbreitung des Pilzes geforscht wird. Etwa drei bis fünf Prozent der Eschen scheinen vollständig oder ansatzweise resistent gegen den Pilz zu sein. Diese bilden die Basis nachfolgender Generationen. In der Biologie spricht man von einem sogenannten „bottleneck“ (englisch: Flaschenhals), wenn alle Folgegenerationen auf nur sehr wenige Vorfahren zurückgehen. Das Ü̈berleben der Art ist dadurch zwar gesichert, aber die genetische Vielfalt ist stark reduziert.

Wie bei den Ulmen wird auch bei den Eschen das Krankheitsbild durch den Schlauchpilz verursacht. Der Schlauchpilz dringt über Sporen in die Eschenblätter ein und findet dann über die Blattspindeln seinen Weg in die Triebe. Erste Anzeichen eines Befalls sind Blattwelke und eine Braunfärbung der Blattspindel. Gelangt der Erreger in die Triebe, stirbt der darüber liegende Bereich ab. Vor dem Auftauchen des Erregers galt die Esche als eine eher wenig anfällige Baumart, die durch ihr ringporiges Holz besonders geeignet ist für Werkzeugstiele und Sportgeräte, für Möbel und Furniere.

Für erkrankte Bäume gibt es keine Behandlung und keine Heilung. Die Sporen infizieren die Bä̈ume jedes Jahr aufs Neue. Daher macht der Einsatz von Fungiziden sowie Rückschnitte keinen Sinn. Entlang von Straßen und Wegen stellen kranke Bä̈ume deshalb ein Sicherheitsrisiko dar und müssen gefä̈llt werden. Abgestorbene Äste kö̈nnten aus der Krone herausbrechen und auch die Standfestigkeit des Baumes kann vermindert sein.hn

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