Kindergarten-Defizit fällt geringer aus als erwartet

Ausschuss für Schule und Kindergarten stimmte zwei weiteren Einzelintegrationen zu

Auch wenn sich das Defizit des Kindergartenhaushalts (hier der Kindergarten in Windhausen) verringert hat, liegt es immer noch bei knapp 700.000 Euro.

Windhausen. Die Jahresabschlüsse der drei Träger der Kindertagesstätten in der Gemeinde Bad Grund für das Haushaltsjahr 2017 ergeben ein geringeres Defizit als angenommen. Dies teilte der Fachbereichsleiter Familie und Soziales, Stephan Mantel, auf der Ausschusssitzung für Schule und Kindergarten am vergangenen Donnerstag mit. Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre und der Mittelanmeldungen der drei Träger für das Haushaltsjahr hatte der Gemeinderat in seiner Sitzung vom Februar 2017 beschlossen, 720.000 Euro im Haushalt als Defizit zu veranschlagen. Nach den nun durchgeführten Jahresabschlüssen beträgt das von der Gemeinde zu tragende Defizit nunmehr 696.297 Euro.

Der Differenzbetrag ist nun zeitnah mit den Trägern abzurechnen. Im weiteren Verlauf stimmten die Ausschussmitglieder auch zwei Maßnahmen zur Einzelintegration zu, die im Kindergarten Badenhausen und Bad Grund zum Tragen kommen. Beide Kinder besuchen bereits länger die Kindertageseinrichtungen und haben auch Geschwisterkinder vor Ort. „Es sprechen viele gute Gründe für eine Einzelintegration“, so Mantel, der jedoch auch zu bedenken gab, dass durch Einzelintegrationen dann insgesamt 17 Kindergartenplätze wegfallen. Die jetzt beantragten beiden Einzelintegrationen beanspruchen zehn Plätze, dazu kommen noch sieben Plätze aus bereits bestehenden Einzelintegrationen.

Zudem sei die integrative Gruppe in Gittelde ab dem 1. August voll belegt. Im Jahr 2016 wurde aufgrund eines Gemeinderatsbeschlusses eine integrative Gruppe mit bis zu vier Plätzen für behinderte Kinder im Gittelder DRK-Kindergarten eingerichtet. Damit einhergehend sollten zukünftig Einzelintegrationen an anderen Kindergärten nicht mehr möglich sein. Das damals vereinbarte Konzept beinhaltet auch eine regionale Vereinbarung zwischen dem ehemaligen Landkreis Osterode, der Gemeinde Bad Grund, dem DRK-Kreisverband (Träger der Kindergärten Bad Grund, Gittelde, Windhausen), dem Kirchenkreisamt Osterode (Träger Kindergarten Eisdorf) und der Kirche Badenhausen (Träger des Kindergartens Badenhausen). Damit wollte die Gemeinde dem damals in der Ausschusssitzung genannten Trend folgen, dass die Regel eine Gruppe und keine Einzelintegration sei.

Die Freie Wählergemeinschaft äußerte damals Zweifel an der Vorlage, denn es sei wichtig festzuhalten, dass zukünftig bei Bedarf weiterhin eine Einzelfallbetreuung in den Kindergärten der Gemeinde möglich sei. Auf einen damaligen Antrag von Gesa Beulshausen (Elternvertreterin) wurde ein Satz aus dem Vorbericht gestrichen, der eine ausschließliche integrative Betreuung in Gittelde vorsehe. Diesbezüglich verständigte man sich darauf, zu prüfen, um künftig nicht noch an einem weiteren Standort eine integrative Gruppe eingerichtet werden könne.

Was die jetzt beantragten Einzelintegrationen betreffe, deutete der Ausschussvorsitzende Jens Schimpfhauser an, dass man darüber nachdenken solle, in welche Richtung die Gemeinde diesbezüglich hinsteuern wolle, was auch die vorgetragene Bedarfsplanung verdeutlichte. Wie Mantel berichtete, ist die Gemeinde im Rahmen der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung mit dem Landkreis Göttingen dazu verpflichtet, auf Basis der Planungen der Kindergartenträger eine Bedarfsplanung vorzulegen. In dieser Planung, die einer Prognoseberechnung entspricht, wird zum 1. August diesen Jahres anhand von Anmelde- und Wartezahlen eine Bedarfs-Anzahl von 119 Kindern in den Krippen und 248 Kindern im Kindergarten festgehalten. Bei dieser berechneten Prognose gehe man immer sicherheitshalber von einem höheren Bedarf aus, der den theoretischen Stand abbildet, betonte Mantel.

Aufgrund der Auswertung des Landkreises ergeben sich demnach 34 fehlende Krippen- und 22 fehlende Kindergartenplätze. Aufgrund von jahrelangen Erfahrungen und der Gespräche mit den Kindergartenleitungen ergeben sich jedoch für die Gemeinde andere Zahlen, nämlich 40 fehlende Krippen- und 4 fehlende Kindergartenplätze. Beachten müsse man jedoch auch, dass einige Kinder entweder heilpädagogische Einrichtungen und andere Kindertagesstätten besuchen oder in privaten Betreuungen unterkommen. Mantel gab jedoch auch zu bedenken, dass aufgrund der ab August geltenden Beitragsfreiheit in den Kindergärten auf Dauer ein höherer Bedarf von Eltern angemeldet werden könne.

Des Weiteren teilte Mantel mit, dass aufgrund der künftigen kompletten Beitragsfreiheit der Kindertagesstätten Mindereinnahmen von 17.200 Euro ab August entstehen. Diese Mindereinnahmen schlagen im Haushalt der Träger zu Buche und sind von der Gemeinde auszugleichen. Darüber müsse allerdings erst noch beschlossen werden, so Mantel. Auch wurde über die Anschaffung eines Trinkwasserspenders in der Grundschule in Gittelde und der Außenstelle in Eisdorf diskutiert. Diesbezüglich wolle man sich zunächst nach den laufenden Kosten für den Betrieb erkundigen.hn

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