Krippenspiel mit Gittelder Tradition

Proben laufen auf Hochtouren: Adlershofer Krippenspiel wird am 21. und 22. Dezember aufgeführt

Die Hirten und die Engel zusammen mit Regisseurin Heide Neumann bei einer Szene des Adlershofers Krippenspiels, das am 21. und 22. Dezember in den Gotteshäusern Münchehof und Gittelde aufgeführt wird.

Gittelde/Münchehof. Damit am 21. und am 22. Dezember auch das Adlershofer Krippenspiel wieder von Erwachsenen und Kindern auf die kirchliche Bühne der Gotteshäuser in Münchehof und Gittelde gebracht werden kann, laufen die Proben bereits auf Hochtouren. Gitteldes Ortshistoriker Bodo Biegling wollte der Entstehungsgeschichte dieses Spiels auf den Grund gehen und wurde auch fündig. So steht geschrieben, dass Friedrich Hirsch gegen 1933 für die Ostberliner Gemeinde Adlershof aus mehreren alten Spielen eines in leichter spiel- und sprechbarer Form verfasst hatte. Allerdings sollte das Stück schnell wieder in Vergessenheit geraten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte es eine Wiederentdeckung im Grenzdurchgangslager Friedland.

Von da aus sollte es seinen Weg weiter nach Gittelde fortsetzen. Dort kam es wegen Lehrermangel und großer Schülerzahlen damals zu erheblichen Stundenausfällen in den Grundfächern Rechtschreibung, Rechnen und Lesen. Genau die wurden durch ein großes Angebot von Kursen der im Flecken zu findenden Volkshochschule durch Arbeitsgemeinschaften und verschiedene „Kreise“ abgedeckt.

„So gab es auch eine große Theater- Arbeitsgemeinschaft, die mit Zustimmung des Schulvorstandes viele bunte Abende, Heimatabende und Theaterveranstaltungen mit Erfolg einübte und in den Sälen der Gittelder Gastwirte vor großem Publikum aufführte“, so Bodo Biegling. Die beiden Lehrer Hermann Günter und Volker Gladow wollten dann im Dezember 1951 erstmals das „Adlershofer Krippenspiel“ in der St.-Mauritius-Kirche mit der Abgangsklasse und Konfirmanden einstudieren und aufführen. Schon damals habe es eine „große Besetzung“ mit Spielkreis, Singkreis, Musikantengruppe, Chor und Orgel gegeben. Allerdings verfiel diese Tradition nach der Pensionierung beziehungsweise Versetzung der beiden Lehrer Anfang der 70er-Jahre in den Dornröschenschlaf.

Doch weil das Krippenspiel noch immer in guter Erinnerung in den Köpfen vieler Gittelder steckte, wurde es von Heide Neumann „wach geküsst“. Sie erinnerte im April 1997 in dem Gemeindebrief daran und lud kurzfristig zu einer ersten Projektbesprechung ein. Sie darf nun ihr 20-jähriges Regie-Jubiläum feiern. Übrigens tauchte kürzlich mit Brigitte Beyer aus Hessen der Engel Gabriel aus dem Jahre 1956 auf. Sie freute sich riesig, zu vernehmen, dass es das Krippenspiel wieder gibt.

Zurück zur ersten Besprechung. In einer großen Runde alter und zugezogener Gittelder wurde der Entschluss gefasst, dieses Krippenspiel mit den inzwischen erwachsen gewordenen Spielern der damaligen Zeit und anderen interessierten Laienspielern wieder aufzuführen. Unter Leitung von Heide Neumann und Pastor Dietmar Schmidt-Pultke konnte die Besetzung der einzelnen Rollen aus einem großen Kreis hoch motivierter Akteure kurzfristig abgeschlossen werden. Es sollte im wahrsten Sinne des Wortes ein großes Spiel werden. Denn der Kirchenchor wurde aus Mitgliedern des Männergesangvereines und der Heimatgruppe des Harzklubs verstärkt. Der Spielmannszug Gittelde und eine neu gebildete Flötengruppe, wirkten unter Leitung von Gunhild Wilgeroth neben der Orgel und Spielmannszug als musikalische Begleitung mit.

Beleuchter sorgten für gutes Licht, Kosmetikerinnen für perfektes Aussehen. Andere Helfer nähten aufwendige Kostüme für die Darsteller. So fand sich eine Theatergruppe von über 70 Personen zusammen. Die ersten Proben begannen im Mai 1997. Mit großem Engagement und persönlichen Einsatz hatte Heide Neumann das Krippenspiel einstudiert.

Die Stimmung im Dorf war groß, sodass das Krippenspiel zu Weihnachten 1997 viermal in der St.-Mauritius-Kirche aufgeführt werden konnte. Die Kirchenbänke waren von vielen Zuschauern besetzt, die einst selbst in dem Krippenspiel mitgewirkt haben und den einfachen Text in Versform noch genau kannten und mitsprechen konnten. Jeder Fehler im Text und im Spielverlauf wurde kritisch registriert.

Unter den Besuchern waren übrigens auch die einstigen Lehrer Hermann Günter und Volker Gladow. Für sie war es eine besondere Ehre, dass das ursprünglich von ihnen einstudierte Krippenspiel noch einen so hohen Stellenwert im Dorf hatte. Und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Wer sich das Adlershofer Krippenspiel nicht entgehen lassen möchte, hier noch einmal die genauen Termine: Am 21. Dezember wird in die St.-Antonius-Kirche in Münchehof geladen, in Gittelde am 22. Dezember in die St.-Mauritius-Kirche. An beiden Tagen geht das vorweihnachtliche Spiel um 19 Uhr los. Karten dafür sind in der Apotheke und im Pfarrhaus Gittelde sowie im Geschenkeladen in Teichhütte zu haben, in Münchehof ist das bei Nortmann, im Pfarrhaus und zu den Gottesdienstzeiten der Fall.red

Bad Grund

Aktion Schaufenstergestaltung

Johannisfest am Montag in der Bergstadt