Nicht Angst machen, sondern aufrütteln

Diebstahl, Einbruchschutz, Betrugsmaschen: Sozialverband Bad Grund hatte eingeladen

Mit großer Aufmerksamkeit lauschten die Besucher den Ausführungen des Präventionsbeauftragten Hauptkommissar Volker Hahn.

Bad Grund. Als Vorsitzender des Sozialverbandes Bad Grund hatte Harald Riedel den Präventionsbeauftragten der Polizei, Hauptkommissar Volker Hahn, zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Zum Schutz vor Kriminalität im Alltag ist Aufklärung über die Methoden der Kriminellen die beste Möglichkeit, sich vor Diebstahl, Einbruch und Betrug zu schützen.

Als Präventionsbeauftragter fährt Volker Hahn dazu von Termin zu Termin. Nicht, um Angst zu machen, sondern um aufzurütteln für eine größere Aufmerksamkeit, wurden Beispiele aus dem Polizeialltag gebracht. Die Welt habe sich geändert, zeigte Volker Hahn auf, wie Telefonbetrüger vorgehen. Die Hilfsbereitschaft der zumeist älteren Menschen sei groß. Bestens geschult überzeugen die Betrüger mit dem bekannten Enkeltrick, Geld vom Sparbuch abzuheben und einem Geldboten zu übergeben, scheuen dabei nicht davor zurück, als falsche Polizisten aufzutreten.

Anhand des Originaltons eines mitgeschnittenen Gespräches wurde aufgezeigt, wie das funktioniert. Die Betrüger ziehen die Polizei mit ins Boot, indem sie um Hilfe bitten, sich auf die Geldübergabe einzulassen, damit die echte Polizei die Betrüger stellen könne. Natürlich sind das keine echten Polizisten, von denen wird niemals Geld entgegengenommen. Die Zielgruppe der Betrüger seien ältere Menschen mit Ersparnissen, doch jeder könne aus Hilfsbereitschaft reinfallen. Die Überredungskunst sei groß, sogar als Polizei aufzutreten, indem die richtige Telefonnummer im Display erscheint, doch das sei kein technisches Problem. Also: „Legen Sie auf!“

Der Präventionsbeauftragte hob hervor, worauf zu achten sei: „Fremde erhalten keine Auskünfte, schon gar nicht am Telefon, Fremden wird kein Geld/Schmuck übergeben. Auch angeblichen Polizisten nicht!“ Leider verstehen es die Betrüger immer wieder, so gut zu überzeugen, dass den Bankangestellten, die gehalten sind, bei größeren Geldabhebungen nachzufragen, keine Auskunft erteilt wird, sonst würde das Geld für den Enkel nicht ausgezahlt. Eine Besucherin wusste zu berichten, dass eine 82-Jährige aus ihrem Dorf die gewünschten 10.000 Euro zum Abholen einfach vor die Tür gelegt habe.

Zum Thema Einbruchdiebstahl wurde festgestellt, dass die Einbrecher immer brutaler vorgingen. Es gibt viele Möglichkeiten, das Haus einbruchsicher zu machen. In das Haus sollte man konsequent keine Unbekannten eintreten lassen. Die Tür mit einem Sperrbügel/kette versehen, um das zu verhindern; zusätzlich einen Sperrkeil (99 Cent im Baumarkt) unter die Tür. Sehr anschaulich wurde dargestellt, wie man unter Angabe falscher Identitäten und plausibler Begründungen ins Haus gelangen wollte, um durch Ablenkungsmanöver Bargeld und Schmuck zu erbeuten. Berechtigte Personen wie Schornsteinfeger und Gas/Stromableser haben sich vorher anzukündigen. Selbst Polizisten, die sich nicht einwandfrei ausweisen können, müssen nicht ins Haus gelassen werden.

Zum Thema Taschendiebstahl wurde größte Aufmerksamkeit angemahnt. Die Handtasche und das Portemonnaie sollten nie aus den Augen gelassen werden. Taschendiebe treten zumeist zu dritt auf: Ablenken, Stehlen, Weitergeben – dadurch seien sie schwer zu fassen. Werde eine Handtasche entrissen, dann nicht festhalten, sondern loslassen, um einen Sturz mit Verletzungen zu vermeiden. Tipp: Fotokopien von allen wichtigen Dokumenten erstellen, um leichter Ersatzdokumente erhalten zu können.

Der Umgang mit Kreditkarten verlange besondere Umsicht. Nie sollte sie aus der Hand gegeben und die Geheimzahl verdeckt eingegeben werden. Alles sei besser als die Geheimzahl im Portemonnaie. Auf Wunsch erhalte man eine Wunschzahl von der Bank, die man sich leichter merken kann. Sind Scheckkarte und Geheimzahl in die Hände von Betrügern gelangt, ist die Gefahr groß, dass das Konto geplündert wird. Und die Versicherung zahlt bei leichtfertigem Umgang mit der Geheimzahl nicht. Manipulationen am Geldautomaten, um an die Geheimzahl zu gelangen, kommen häufig vor. Auffälligkeiten sollten daher sofort den Bankangestellten mitgeteilt werden.ps

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