Pfarrer Martin Stützer berichtet über seine Zeit in Bolivien

In der Region ist er kein Unbekannter / Acht Jahre war der Kirchenmann im Pfarrverband Neiletal tätig

Anna Haberer (rechts) und Heide Neumann freuten sich, dass Pfarrer Martin Stutzer zum Frauenfrühstück gekommen war.

Gittelde. Ein weiteres Wiedersehen in der Region gab es  jetzt mit Pfarrer Martin Stützer. Dass die Martin-Luther-Kirche in der bolivianischen Hauptstadt La Paz weltweit die höchstgelegene. deutsch-sprachige evangelisch-lutherische Kirche ist, machte der Pfarrer den zahlreichen Teilnehmerinnen des traditionellen Frauenfrühstücks deutlich, zu dem Anna Haberer und Heide Neumann ins Gittelder Gemeindehaus geladen hatten.

Der Referent war aus dem Goslarer Stadtteil Oker angereist, um über sein Engagement in dem südamerikanischen Andenstaat zu berichtet. Dort hat er von 2014 bis 2017 für und mit der dortigen  Evangelisch-Lutherischen Kirche deutscher Sprache gearbeitet. Vor seinem Auslandsaufenthalt war der Kirchenmann acht Jahre Pfarrer im Pfarrverband Neiletal und hier für Hahausen, Lutter, Nauen, Neuwallmoden und Ostlutter zuständig. Im August referierte Stützer in Hahausen bei der Frauenhilfe über das Thema. Jetzt in Gittelde.

Diese Kirche in Bolivien sei bereits in den 50er-Jahren des letzten Jahrtausends in unter deutschen Emigranten entstanden, die in Bolivien vor allem aus wirtschaftlichen Gründen eine neue Heimat suchten und auch fanden.

Zurzeit gibt es drei Gemeinden dieser Kirche –  eben in der Hauptstadt La Paz mit einem Kirchengebäude aus den 1960er-Jahren und in den beiden weiteren großen Städten des Landes, Cochabamba und Santa Cruz, weil die Gemeinden sehr weit auseinander liegen, absolvierte Pfarrer Stützer die Wege mit dem Flugzeug, was ihm eine Zeitersparnis von sieben Stunden bis zu anderthalb Tagen brachte. „Auch wenn die Gemeinden klein sind und viele ihrer Mitglieder alt geworden sind, sind die aus der alten Heimat vertrauten Lieder des Gesangbuches, der Bibeltext, das Gebet und die Predigt in deutscher Sprache wichtig, stellen sie doch die Verbindung zu lieben Traditionen und Erinnerungen über Berge, Länder über den Ozean hinweg her“, so der Gast.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit  in Südamerika sei für ihn aber die Betreuung und Begleitung von deutschen Jugendlichen gewesen, die ein „Weltwärts- Jahr” in einem der unzähligen sozialen Projekte in Bolivien absolvieren. Jährlich kommen rund 250 junge Deutsche in das Land, um beispielsweise in Kindergärten und Schulen, in der Obdachlosenbetreuung oder in Kirchengemeinden zu helfen. „Da ist es manchmal gut, ein offenes Ohr in der Muttersprache zu finden, vor allem wenn es Probleme und Konflikte gibt“.

Auch habe Martin Stützer   gute Kontakte zur bolivianischen-lutherischen Kirche gepflegt, die vor 80 Jahren unter den einheimischen Volksgruppen, vor allem den Aymara und Quechua, entstanden ist. Die kleine Kirche zählt rund 20.000 Mitglieder und nur drei bezahlte Pastoren, dafür könne sie sich aber auf viele ehrenamtliche Pastorinnen und Pastoren sowie  weitere Mitarbeiter verlassen. Sie alle versuchen durch sozial-diakonische Projekte die Not in den oftmals bitter armen Dörfern zu mildern oder Jugendlichen eine Chance auf Bildung zu geben. Das sei letztendlich der erste Schritt hin zu einer besseren.

Für ein solches Projekt, für Kinder und Jugendliche in einem neuen Vorort der südbolivianischen Stadt Tarija, konnte Pfarrer  Stützer nach seinem Vortrag beim Frauenfrühstück  Spenden aus Gittelde mitnehmen – dafür sprach er den Frauen ein großes Dankeschön aus.pb

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