Vorpremiere von „UnRuhezeiten“

„Kulturmühle“ Windhausen: Film von Eike Weinreich und Alexej Hermann läuft erst im Oktober in den Kinos an

Alexej Hermann (links) und Eike Weinreich freuten sich über das große Interesse an der Vorpremiere ihres Films.

Windhausen. Als die ehemalige Gaststätte „Zur alten Mühle“, die sich mittlerweile in die Windhäuser Kulturmühle verwandelt hat, zum dritten Mal zum vermutlich kleinsten Kino im Altkreis Osterode wurde, fanden sich zahlreiche Bürger verschiedener Generationen ein. Sie alle wollten die Vorpremiere des  Films „UnRuhezeiten“ miterleben, der bundesweit erst ab dem 10. Oktober in den Kinos anlaufen wird. Denn der ist unter der Regie von Eike Weinreich, dem „Vater“ der „Kulturmühle“, und dessen Freund Alexej Hermann gedreht worden. Die beiden waren auch nicht nur zugegen, um die Gäste mit Speis und Trank zu versorgen, sondern standen am Ende auch Rede und Antwort. Dabei meinten die Gäste, mit ihrem herzlichen Applaus alles gesagt zu haben.

Eike Weinreich, der das Theater wie sein Lieblingspaar Schuhe kennt, wollte mit diesem Streifen Einblicke in diese Welt geben. „Ich wollte aufzeigen, dass eine funktionierende Demokratie Kultur benötigt, und dass genau aus dem Grund in allen Gemeinden die Kultur gefördert werden muss“.

Und so gewährt er rund 90 Minuten Blicke hinter die Kulissen, wobei aber Auftritte auf den Brettern, welche eben diese Welt bedeuten, nicht fehlen. Die Gäste begleiteten den Schauspieler Thieß, der nicht als ungesehener Stern am Theaterhimmel verglühen will und dabei erfolglos auf seine erste große Rolle wartet bis hin zum choreografischen Chaos.

Eine parallele Erzählung über die Geschichte der Blumen, die immer mehr den Menschen weichen mussten, die in ihrer Nähe leben wollten, ist ein weiterer Blick auf die Theater- und Kunstwelt. Nur stehen hier die Blumen wohl für all die Menschen, die am Theater arbeiten und jene, deren Geiz am Ende auch das Theater zurückdrängt.

Neben den Schauspielern, die kläglich um ihre Jobs bangen, gibt es aber auch aufbegehrende Künstler, die gebraucht werden wollen, wobei der Blick der Hand gilt, welche sie füttert. So etwa die Frau, die vorgibt, als Mann geboren worden zu sein und jetzt genau das Gehalt des „starken Geschlechts“ haben möchte. Da sind aber auch ein junger Mann, der nicht unbedingt herumsitzen und auf die Arbeitslosigkeit warten möchte, und der Clown, der Koks schnupft. Auch wenn überall traurige Gesichter zu sehen sind, ist doch ein Funke Hoffnung zu bemerken.

So kommt bei all den zum Nachdenken anregenden Szenen der Humor nicht zu kurz. Genau mit dem soll nicht gespart werden, was etwa bei dem einfach köstlichen Interview eines Journalisten mit Schauspielern deutlich wird. An das Bildnis „Das Abendmahl“ von Leonardo da Vinci erinnert eine weitere Szene, in welcher aus verschiedenen Materialien bestehende SchauspielerInnen zu sehen sind.

Der Film, der wie ein Theaterstück in Akten aufgeteilt ist, denen jeweils Anmerkungen von Eike Weinreich über das vermutliche Geschehen vorangehen, zeigte im Prinzip auf, dass alle ein Ziel haben, welches oftmals ein anderes ist. Schon William Shakespeare merkte zu diesem Thema an: „Die ganze Welt ist Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler, sie treten auf und gehen ab“.

Übrigens: Ein neuer Film der beiden ist in Arbeit und wird auch zuerst in Windhausen gezeigt werden.pb