Auf ein festeres Fundament stellen: Aus AG Kulturladen wird KulturLaden e.V.

Klarere Strukturen, Aufgaben auf mehr Schultern verteilen – neuer Verein soll die Arbeit erleichtern

Ein Teil der Gründungsmitglieder des neugegründeten Vereins KulturLaden Bockenem e.V. (von links): Elgin Schwedeck, Thomas Linde, Ulrich Schwedeck, Kerstin Linde, David Richert, Maike Reinhard, Claus-Ulrich und Heidrun Heinke.

Bockenem. Seit Anfang der 80er-Jahre steht der Kulturladen auf dem Buchholzmarkt für hochwertige musikalische Ereignisse in Bockenem. Das Serenadenprogramm in der Kulturscheune oder im Garten des Ehepaares Heinke und die Open-Airs auf dem Buchholzmarkt sind inzwischen fest etabliert. Als Freundeskreis gestartet wurde die Gruppe zur Arbeitsgemeinschaft mit Heidrun und Claus-Ulrich Heinke an der Spitze.

In den vergangenen Jahren waren Heinkes und Freunde an immer mehr Aktivitäten beteiligt. Schul- und Kulturprojekte, ein Ferienkinderchor, der landkreisweite Musikwettbewerb „hört! hört!“ gehörte ebenfalls dazu. Auch an der AG Buchholzmarkt sind einige der Mitglieder beteiligt. Doch oft stand die Frage im Raum „Ist das nun noch AG Kulturladen oder eher privat?“ Das soll nun klarer werden. Aus der Arbeitsgemeinschaft wurde der KulturLaden Bockenem e.V. Am 1. März ging der neue Verein an den Start.

„Wir müssen eine festere Organisationsstruktur reinbekommen“, drückt es der erste 1. Vorsitzende des Vereins, Claus-Ulrich Heinke aus. Ulrich Schwedeck aus dem erweiterten Vorstand ergänzt: „Wir müssen auch den Altersaspekt im Auge behalten und sichern somit den Fortbestand.“ Die Aufgaben können nun auch auf breitere Schultern verteilt werden, sagt Heidrun Heinke. Und nicht zuletzt ist es mit einem Verein einfacher, an Spendengelder zu kommen oder Förderanträge zu stellen.

Ins Rollen kam die Vereinsgründung durch die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur in Niedersachsen (LAGS). Diese hatte in den vergangenen Jahren eine Hilfskraft gefördert. Denn die Aufgaben waren so groß geworden, dass sie ehrenamtlich nur noch schwer zu bewältigen waren. Die geförderte kraft hat sich um Organisation und Pressearbeit gekümmert. Irgendwann kam dann die Frage auf: „Wer seid ihr eigentlich?“ Diese Frage stellte sich schließlich auch die Gruppe selbst. In einem ganztägigen Workshop mit der Kulturberaterin Elke Flake gingen sie dieser nach. Am Ende stand der neue Verein.

Der wird sich vorerst in erster Linie um die Serenaden kümmern (Programm siehe Extra-Kasten). „Wir wollen keine Konkurrenz zu bestehenden Vereinen sein“, stellt Ulrich Schwedeck klar. Stattdessen ist der KulturLaden e.V. sehr auf Kooperationen aus. „Vielleicht gibt es irgendwann einmal einen Kulturverein für den gesamten Ambergau. Das ist zwar aktuell nicht unser Ziel, aber wir sind schon offen dafür“, teilt Claus-Ulrich Heinke mit. Der KulturLaden will die Kultur nicht nur als Sahnehäubchen auf dem Alltäglichen verstehen, sondern als integralen Bestandteil der Regionalentwicklung. „Die Kultur ist ein wichtiger weicher Standortfaktor, der sich letztlich auf ökonomisch auswirken kann. Es geht darum, dass sich die hier lebenden Menschen wohlfühlen“, heißt es.

Erstmals präsentierte sich der neugegründete Verein bereits während der Gewerbeschau am ersten März-Wochenende. „Die Besucher waren zunächst etwas zurückhaltend. Aber letztlich haben wir viele gute Gespräche geführt. Viele haben nach dem neuen Programm gefragt. Das zeigt, dass wir durchaus be- und anerkannt sind“, berichtet Schwedeck von den beiden Tagen in der Ambergausporthalle. Neue Mitglieder konnten zwar noch nicht geworben werden, aber künftig hoffen die zwölf Gründungsmitglieder natürlich auch darauf. Man müsse dafür kein Instrument spielen oder singen können, so der 1. Vorsitzende Heinke mit einem Augenzwinkern. Der Jahresbeitrag beträgt 40 Euro.dh

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