Bei „Lasse-Baby“ geht es gut aus

Präventionspuppentheater klärt in der Grundschule Bornum über Mobbing und Gefahren im Internet auf

Lasse ist verzweifelt. Im Klassenchat ist er das Gespött, weil sich jemand einen Scherz mit seinem Profilbild erlaubt hat. Am Ende geht aber alles gut aus. Damit das auch im echten Leben so ist, sind Pia Bunsmann und Uta Pape mit der Präventionspuppenbühne unterwegs. Am Dienstag waren sie in Bornum.

Bornum. Lasse ist neun Jahre alt und surft auch schon gerne einmal im Internet. Er hat sich ein Profil bei dem Spiel „Secret Ice Race“ angelegt. Mit Foto und Namen von sich. Das wird ihm zum Verhängnis, als sich ein Mitspieler über ihn aufregt. Denn Lasse ist aus dem Spiel gegen ihn einfach ausgestiegen, bevor es beendet war.

„Frozenfrog“, so der Name des Gegners, nimmt sich das Profilbild, legt Lasse einen Nuckel in den Mund und schreibt „Lasse-Baby“ darunter. Es dauert nicht lange, bis ein Mitschüler das Bild sieht und es in den Klassenchat stellt. „Schnuller-Baby“,?„Der macht noch in die Windeln“ oder„Kriegt morgen in der Schule ´ne Nuckelflasche“ sind unter anderem die Kommentare.

Am Ende geht bei Lasse alles gut aus. Weil ihm andere Mitschüler zur Seite springen. Weil nach einem Gespräch auch die anderen einsehen, dass sie einen Fehler gemacht haben. Und weil „Frozenfrog“ eigentlich ein ganz nettes Mädchen ist, dass sich später entschuldigt. Doch nicht immer endet es so, wie beim Präventionspuppentheater der Polizeidirektion Göttingen, das am Dienstag in der Grundschule Bornum zu Gast war. Die beiden vierten Klassen verfolgten gebannt das Mitmachstück rund um Gefahren im Internet, Passwortsicherheit, Datensicherheit, Verhalten im Chat und Mobbing.

„In der 4. Klasse geht es mit den Smartphones los, viele haben dann schon eines. Von daher ist es genau das richtige Alter“, erklärt Schulleiterin Manuela Timmermann. Die Kriminalhauptkommissarin Uta Pape und Diplom-Pädagogin Pia Bunsmann erklären nicht nur, wie schlecht es einem Mobbing-Opfer geht, sondern auch, welche Straftaten die Täter begehen. Von Beleidigung über Verleumdung bis hin zur Verletzung des Rechtes am eigenen Bild kann einiges zusammenkommen. „Bei Kindern gibt es erst ein Gespräch zusammen mit den Eltern. Passiert das aber öfter, kann es auch schon ernster werden“, erklären die beiden den Grundschülern. Sie erarbeiten mit den Kindern auch, wo und von wem sie im Ernstfall Hilfe bekommen können und wann auch die Polizei eingeschaltet werden sollte. Auch berichten sie vom Gemeinschaftsgefühl des Helfens:?„Wenn einer einem Mobbing-Opfer hilft, helfen meist auch andere.“

Insgesamt sind sie mit der Mitarbeit der Schüler sehr zufrieden, nicht nur in Bornum. „Die machen wirklich gut mit, auch, wenn es mal größere Gruppen sind“, hat Uta Pape festgestellt. Seit dem vergangenen Sommer sind Pape und Bunsmann im nördlichen Teil der Polizeidirektion Göttingen unterwegs. „Es soll auch im kommenden Schuljahr weitergehen, denn die Themen Mobbing und Internet sind landesweiter Schwerpunkt der Präventionsarbeit“, so Pape. Damit nicht nur Lasse aus der Mobbing-Spirale herauskommt, sondern auch die Bornumer Kinder ohne Angst im weltweiten Netz umhersurfen können.dh

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