Bringen die Fähnchen in den Weinberg-Kurven den gewünschten Erfolg?

Meinungen der Motorradfahrer gehen auseinander

Bringen die Fähnchen in den beiden Weinberg-Kurven den gewünschten Erfolg? Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Netter weniger Lärm ertragen müssen.

Nette. An den neuen Straßenmarkierungen auf den Weinberg-Serpentinen bei Nette scheiden sich die Geister. Während die Behörden darauf setzen, dass die 30 Zentimeter hohen flexiblen Fähnchen in der Fahrbahnmitte eine Reduzierung der Geschwindigkeit und damit eine Verringerung des Lärmpegels mit sich bringen, sind die Biker oftmals anderer Meinung. Für sie stehen insbesondere manipulierte Motorräder im Fokus. Der „Beobachter“ hat sich auf dem Weinberg-Parkplatz einmal umgehört.

„Für einen versierten Fahrer machen die Markierungen keinen Unterschied“, meint Marius Hornbostel aus Wehnsen im Landkreis Peine. Aber auch ohne Markierung sei es anspruchsvoll, den Bereich zu durchfahren. „Insgesamt wird der Fahrspaß aber nicht gehemmt“, meint der Biker. Dann spricht Marius Hornbostel ein Thema an, dass auch anderen Zweiradfreunden unter den Fingernägeln brennt. „Mit dem Lärm ist das so eine Sache. Viele Maschinen sind durch illegale Manipulationen laut. Genau da muss eingeschritten werden“, meint der Mann aus dem Nachbarlandkreis. Da sei dann die Polizei gefragt, um solche Maschinen aus dem Verkehr zu ziehen. Er könne sich aber vorstellen, dass die Fähnchen dazu beitragen, dass die Zahl der Unfälle sinkt.

„Ich war ganz irritiert, wie ich die neue Markierung gesehen habe“, berichtet Lutz Bötticher. Der Biker aus Celle glaubt persönlich nicht daran, dass die Fähnchen den von offizieller Seite gewünschten Erfolg bringen. „Die Zahl der Motorradfahrer bleibt grundsätzlich. Daran ändert sich nichts“, so der Celler. Auf der anderen Seite könnten die sogenannten Leitmale den einen oder vielleicht dazu animieren, seine Fahrlinie zu verfeinern. „Die machen sich dann unter Umständen einen Sport daraus“, vermutet der Motorradfahrer. Sein Bikerkollege Donald de Ridder aus Winsen/Aller betont, dass es natürlich auch schwarze Schafe unter den Krad-Fahrern gibt. Er kann es nicht verstehen, wenn Fahrer immer wieder drehen und den Weinberg rauf und runter fahren. „Das ist schon eine Belastung für die Anwohner. Dagegen muss man vorgehen“, meint er.

Maik Faulhaber aus Hönnersum fährt mit seiner Maschine immer mal wieder gerne in Richtung Weinberg: „Die Fähnchen stören mich persönlich nicht“. Ohne die Aufsteller sei die Gefahr schon größer, in den Gegenverkehr zu geraten. Das gelte aber auch für Autofahrer. „Auf jeden Fall sind sie besser als Rüttelstreifen“, meint Mail Faulhaber. Er spricht sich für mehr Kontrollen aus, um die manipulierten Maschinen dingfest zu machen. Allein durch die Maßnahme würde sich die Geschwindigkeit seiner Meinung nach kaum reduzieren.

Seit zwei Wochen sind die Markierungen auf der Straße. Gibt es bereits eine Reaktionen von den Anwohnern in Nette? „Ich habe noch nichts aus dem Dorf gehört“, erklärt Ortsbürgermeister Frank Giesecke auf Anfrage. Er hätte sich erhofft, dass die Fähnchen noch ein Stück höher sind und damit optisch größer wirken. Bei der Polizei hat es seit der Installation keine Zunahme der Beschwerden oder außergewöhnliche Verkehrssituationen gegeben.

„Diese Maßnahme ist ein Baustein zur Erhöhung der Verkehrssicherheit“, erklärt der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes beim Polizeikommissariat Bad Salzdetfurth, Stefan Bode. Die Polizei werde auch weiterhin am Weinberg Präsenz zeigen und auch Kontrollen vornehmen. Dabei gilt der Blick natürlich auch den Maschinen, die lauter sind als sie sein dürfen.mv

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