Das Hauptgeschäft ist weggebrochen

Fleischermeister Lars Bode hofft auf baldige Besserung der Lage / 14 von 40 Kantinen werden noch beliefert

Der Bockenemer Fleischermeister Lars Bode hofft darauf, dass sich die Zeiten schnell ändern. Bislang konnte er Kurzarbeit für die fast 50 Mitarbeiter vermeiden.

Bockenem. Von Normalität kann für Fleischermeister Lars Bode in dieser Zeit keine Rede sein. Schon der nächste Telefonanruf könnte für den Bockenemer wie so oft seit Ausbruch des Coronavirus eine Veränderung mit sich bringen. Die Folgen sind nicht selten deutlich in der Kasse spürbar. Denn den größten Teil des Umsatzes macht der Fleischer mit der Belieferung von Kantinen und Küchen im Umland. Dazu zählen zum Beispiel die Regionen Hildesheim, Hannover, Braunschweig oder Göttingen. Seit Oktober letzten Jahres steht die Uni Göttingen, die von Tausenden Gästen besucht wird, mit auf seiner Kundenliste. Durch die Corona-Pandemie sieht für Lars Bode die Welt ganz anders aus. Unis und Schulen sind geschlossen. Und niemand weiß derzeit, wann sich die Situation grundlegend ändert. Auch in den Kantinen, wo noch Speisen zubereitet werden, kann sich alles sehr schnell ändern. „Da legt sich derzeit niemand fest. Von einer Minute auf die andere kann sich das Blatt wenden“, erklärt Lars Bode. Von 40 Kantinen, die der Bockenemer Betrieb regelmäßig mit Fleisch beliefert, sind aktuell noch 14 offen.

Einziger Betrieb der Art im gesamten Landkreis

„Corona bedeutet für uns einen herben Schlag“, erklärt der 44-Jährige, der den Bockenemer Betrieb nach der Übernahme im Jahr 2002 mehrfach ausgebaut und nach den neusten EU-Richtlinien auf zukunftssichere Beine gestellt hat. Bereits seit 1850 gibt es in der Stobenstraße 18 eine Schlachterei. Ohne Unterbrechung wird dort geschlachtet und verarbeitet. Inzwischen ist die Firma Bode der letzte Schlachtbetrieb im Landkreis Hildesheim, der noch alle Tiergattungen wie Schweine, Bullen, Rinder und Kälber sowie Schafe und Ziegen selber schlachtet, zerlegt und verarbeitet. Dieser Vorteil kommt dem Inhaber nun zugute. Zumindest lässt sich das Hauptgeschäft durch andere Geschäftszweige teilweise kompensieren. Dazu gehören insbesondere Lohnschlachtungen für andere Betriebe. Komplett weggebrochen ist dagegen der Partyservice, denn Feiern finden nun mal derzeit nirgendwo statt. Dazu fallen sämtliche Osterfeuer weg, auch die Maifeiern sind inzwischen mit einem großen Fragezeichen versehen. Und auch für die Konfirmationen im Umland sieht es derzeit nicht allzu rosig aus.

Ansturm im Geschäft hat sich inzwischen gelegt

Im Geschäft verzeichnete der Inhaber nach Beginn der Krise mehr Kunden, die sich auch mit einer großen Zahl an Konserven eingedeckt haben. Doch mittlerweile habe sich dort der Ansturm gelegt. Allein der Laden könne den Betrieb bei einem Anteil von unter zehn Prozent am Gesamtumsatz ohnehin nicht am Laufen halten. In diesen Tagen erhält Bode auch immer wieder Anfragen von Kollegen, die sich mit ihm solidarisch zeigen und um Tätigkeiten wie das Zerlegen oder Kochen von Dosen bitten. „Dazu gehören auch viele Auftraggeber, mit denen ich sonst kaum zu tun habe“, so der Bockenemer. Auf Kurzarbeit für seine 49 Mitarbeiter konnte Lars Bode bislang verzichten. „Aber sie steht natürlich im Raum. Es kommt auf die Entwicklung an“, fügt der Schlachtermeister hinzu. Die Branche sei kostenintensiv. Lebensmittel ließen sich nun mal nicht unbegrenzt lagern. So habe er auch die Mengen entsprechend angepasst. „Ich kann nur hoffen, dass sich die Situation bald normalisiert und sich nicht in den Sommer erstreckt“, sagt Bode. Die Reißleine zu ziehen sei, so bitter wie es ist, das letzte Mittel, wenn gar nichts mehr geht. Doch dieses Szenario will der Fleischermeister auf jeden Fall verhindern.

Liefer- und Abholdienst für Eispakete

Auch zehn Kilometer entfernt sorgt das Coronavirus bei den Betreibern des Eiscafés Dolce Vita in Bad Salzdetfurth für sorgenvolle Blicke. Dabei hätte alles so schön werden können. Die Wetteraussichten sind geradezu perfekt. Volle Tische vor der Eisdiele in der Unterstraße und lange Schlangen vor dem Verkaufsfenster sind bei Sonnenschein die Regel. Doch davon kann in dieser Zeit nicht die Rede sein. Und so macht Not erfinderisch. „Wir haben einen Lieferservice für Eis eingerichtet“, berichtet Serena Talamini. Nach einer Testphase am vorvergangenen Wochenende geht es nun in diesen Tagen so richtig los. Und wie ist es bisher gelaufen? „Die Nachfragen hängen am Ende ganz besonders vom Wetter ab. Aber insgesamt war es ein ganz guter Start. Mal schauen, wie es sich entwickelt“, erklärt die Inhaberin. Der Liefer- und Abholservice sei natürlich absolutes Neuland für den Betrieb. „Das Bringen ist natürlich ungewohnt für uns. Viele bevorzugen es, das Eispaket bei uns abzuholen“, berichtet Serena Talamini. Bei einer Lieferung gehen die Leckereien selbstverständlich gut verpackt auf die Reise zu den Kunden. Neben den Styroporboxen kommen auch noch einige Kühlelemente mit hinein. „Das klappt sehr gut“, berichtet die Inhaberin. Großen Wert legt das Team vom Eiscafé Dolce Vita auf die Hygiene.mv

Bockenem

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