Der Auftakt ist gelungen

Eröffnung der Ausstellung im Rathaus zum Thema Teilhabe und Migration

Rund 50 Bilder der Ateliergemeinschaft Jutta Walter (2. von links) und dem Kasseler Künstler Zaki Al-Maboren (rechts) sind noch bis zum 31. Januar 2020 im Erdgeschoss und dem Treppenhaus des Bockenemer Rathauses zu sehen.

Bockenem. Erfreut zeigte sich Jutta Walter über das Interesse bei der Eröffnung der Bilder-Ausstellung im Rathaus. „Schwarz/weiß in Farbe“ lautet der Titel, den Walter so erklärt: „Die Kunst lebt von Kontrasten und schwarz und weiß ist in der Kunst der größte Kontrast.“ Der Name stammt allerdings nicht von ihr beziehungsweise der Ateliergemeinschaft, sondern von dem Kasseler Künstler Zaki Al-Maboren. Geboren im Sudan lebt er seit 32 Jahren in Deutschland. „Das Fremde in der neuen Heimat“ lautet der übergeordnete Titel der von Walter erarbeiteten gesamten Veranstaltungsreihe.

Der Begriff „Heimat“ war daher auch der wichtigste Begriff bei den Begrüßungsworten. Bürgermeister Rainer Block meinte, dass sich durch die Globalisierung der Begriff verändert habe und stellte die Frage, ob Flüchtlinge eine neue Heimat erfahren können. Ein Heimatgefühl stelle sich oft erst ein, wenn an fernab von ihr sei. Al-Maboren jedenfalls fühlt sich in Deutschland wohl und bezeichnete es als seien Wahlheimat: „Heimat ist dort, wo man sich wohlfühlt.“ Er lobte Deutschland für seine Offenheit und seine Solidarität und freue sich darüber, dass er hier von seiner Kunst leben könne. Im Sudan sei das häufig nicht möglich. Er hoffe, dass in Deutschland die Unterstützung für Geflüchtete weiterhin hoch bleibe.

„Hier steckt ein ganzes Jahr Arbeit drin“, begann Jutta Walter für die Ateliergemeinschaft. Vieles habe sich erst im Laufe der Arbeit ergeben. So sei aus dem angedachten Erzählkaffee nach der Zusage von Doris Schröder-Köpf eine Expertenrunde geworden. Mit der Reihe wolle sie Räume zum Nachdenken schaffen. Auch die Bilder, die entstanden und nun ausgestellt sind, waren immer ein Prozess: „Wir malen nicht fünf gleiche Sonnenblumen, sondern jeder auf seine Weise und was ihn in den Kopf kommt.“ So sind ganz unterschiedliche Bilder herausgekommen. Al-Maboren malt ebenfalls Geschehnisse, die er selbst erlebt oder zum Beispiel im Fernsehen gesehen habe, erläuterte er. „Ich bin zufrieden mit dem, was wir zusammen erarbeitet haben“, sagte Jutta Walter abschließend.

Sie wies auch auf den Bockenemer Kunstkalender hin. 13 Bilder der Ateliergemeinschaft sind dort zu sehen. Alle Bilder gibt es auch einzeln als Postkarten. „Wir hoffen, dass wir damit am Ende die entstandenen Kosten decken können.“ Zu kaufen gibt es Kalender und Postkarten in der Druckerei Rauer, bei Kramm, Büma und im neuen Atelier von Jutta Walter im Winkel 21. Auch die ausgestellten Bilder sind zu kaufen, Preise sind individuell abzusprechen. Finanzielle Unterstützung gab es zudem von der Bürgerstiftung Bockenem / Ambergau.

„Es ist nicht die erste kulturelle Veranstaltung hier. Das Rathaus soll sich für die Bevölkerung öffnen und nicht abschotten“, sagte der Bürgermeister. Auch die Expertenrunde und die Diashow „Afrika hautnah“ findet im großen Sitzungssaal des Rathauses statt. Die Bilder-Ausstellung ist noch bis zum 31. Januar zu den üblichen Öffnungszeiten der Verwaltung zu sehen.dh