Der Meister wie er swingt und groovt

Huub Dutch Duo bringt Wilhelm Busch zum Geburtstagsbrunch in Mechtshausen Ständchen der besonderen Art

Huub Dutch und Chris Oettinger zogen alle Register und begeisterten die Gäste mit ihrer ganz eigenen jazzig-swingenden Interpretation der Max-und-Moritz-Streiche.

Mechtshausen. Zum 187. Mal jährte sich am 15. April das Wiegenfest von Wilhelm Busch. Und auch diesmal hatten die Mitglieder des Förderkreises Wilhelm-Busch-Haus Mechtshausen um Vorsitzende Hildegard Reinecke zu einem Geburtstags-Brunch eingeladen, um den berühmten humoristischen Dichter und Zeichner hochleben zu lassen, der bekanntlich seine letzten Lebensjahre in Mechtshausen verbrachte und hier auch seine letzte Ruhestätte fand.

Dass die Organisatoren abermals einen Volltreffer landeten, war unter anderem daran abzulesen, dass die Veranstaltung zum einen komplett ausgebucht war und sich zum anderen das Gute-Laune-Barometer kontinuierlich Richtung Anschlag bewegte. Verantwortlich dafür waren maßgeblich die Künstler, die sich zur Mittagsstunde die Ehre gaben. Das Huub Dutch Duo aus dem Norden Baden-Württembergs brachte den Besuchern das „Geburtstagskind“ unter dem Motto „Swinging Busch – Max und Moritz got the Blues“ mal ganz anders nah. Und wer bis jetzt noch glaubte, die Qualität der Veranstaltungen im Wilhelm-Busch-Haus habe sich noch nicht herumgesprochen, der wurde eines Besseren belehrt. Eine Teilnehmerin hatte eine mehrstündige Anreise aus dem Süden Deutschlands in den Vorharz nicht gescheut, nur um das Duo mit seinem speziellen Programm an eben dieser Stelle zu erleben.

Nun, Huub Dutch ersetzte mit seinem Maurerkübel-„Wäscheleinophon“, mit seinen an den Schuhen verzurrten Maracas und weiteren Percussions, mit Trompete und nicht zuletzt seiner kräftig-durchdringenden Stimme gleich eine ganze Band, während der Herr (Chris) Oettinger am E-Piano eindrucksvoll unter Beweis stellte, dass er die ganze Klaviatur der Musikstile wie aus dem Effeff beherrscht.

Den Auftakt macht Huub solo mit „Cheek To Cheek“ – in bester Sinatra-Manier mit Hut und voluminöser Stimme. Herr Oettinger gesellt sich schließlich dazu, bis beide zusammen „Zement mixen“. Und dann kommt in mehreren Blöcken das, was so ganz nach dem Geschmack des Brunch-Publikums ist. Das Duo vertont die sieben Streiche von Max und Moritz samt Vorwort in genialer Art und Weise. Aus dem Schmunzeln kommt man da gar nicht mehr raus, wenn sich die Hühner lautmalerisch zu Wort melden, wenn Witwe Bolte ihr Schicksal beklagt und man Lehrer Lämpel selig an der Kirchenorgel sitzen sieht, bevor ihm seine von den Lausbuben präparierte Meerschaumpfeife um die Ohren fliegt. Ja, die Gäste erweisen sich sogar selbst als überaus brauchbarer Background-Chor, repetierten mit wippenden Füßen gekonnt „Ach, das war ein schlimmes Ding, wie es Max und Moritz ging“ oder „…und vom ganzen Hühnerschmaus, schaut nur noch ein Bein heraus“ und lernten sogar, wie man Mundposaune spielt. So sieht Begeisterung aus – und die war nicht minder groß mit Blick auf das reichhaltige Brunch-Buffet.

In der Pause versäumte es Förderkreis-Vorsitzende Hildegard Reinecke nicht, noch auf die an diesem Tag eröffnete „TONART“-Ausstellung hinzuweisen. Sowohl draußen vor der Eingangstür als auch im ersten Stock wurden wundervolle Keramiken präsentiert. Nicht irgendwelche, sondern Werke, die in den vergangenen fünf Jahren in den Kursen des Lutteraner Künstlers Hans-Georg Brandt (Löhrland-Keramik) entstanden sind. Zu sehen sind die Exponate zu den gewohnten Öffnungszeiten des Wilhelm-Busch-Hauses bis einschließlich 19. Mai. Dann steht nämlich schon die nächste Veranstaltung auf dem Terminkalender. Anlässlich des Internationalen Museumstages lädt der Förderkreis an besagtem Sonntag wieder zum traditionellen Gartenfest bei Wilhelm Busch ein. Nach einem Gottesdienst um 11 Uhr im Garten gibt es Dekoratives für Haus und Garten, Essen, Trinken und viel Musik. Der Eintritt ist frei.kno

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