Die neue Mitte

Dorfgemeinschaftshaus für Bönnien eingeweiht / Block: „Ohne Europa würde dieses Haus nicht stehen“

Rainer Block übergibt Ortsbürgermeister Rainer Bode die Schlüssel zum neuen Dorfgemeinschaftshaus in Bönnien. Links halten der Landtagsabgeordnete Markus Brinkmann und Heike Flies vom Amt für regionale Landesentwicklung das von Werner Lagershausen geschnitzte Ortswappen.

Bönnien. Ist das Dorfgemeinschaftshaus in Bönnien zu klein geraten? Am ersten Tag hatte es fast den Anschein. Bei der offiziellen Eröffnung am Sonnabendnachmittag mussten einige Gäste mit einem Stehplatz vorlieb nehmen. Doch letztlich werden die rund 60 Plätze wohl reichen. Als „krönenden Abschluss der Dorferneuerung“ bezeichnete Ortsbürgermeister Rainer Bode (CDU) das neue Haus. Schon 2008 gab es eine erste Sitzung bezüglich der Dorferneuerung.

„Wir hätten nie für möglich gehalten, dass wir dieses Haus bekommen“, so Bode. Es gab auch etliche Probleme zu bewältigen. Ursprünglich sollte es nur ein 1. Obergeschoss auf das Feuerwehrhaus geben. Das ließ sich jedoch nicht realisieren. Die zweite Idee war ein altes Fachwerkhaus. Doch dort waren die Kosten unkalkulierbar. Aller guten Dinge sind drei? Nicht so in Bönnien. Denn die dritte Idee war ein Bau im Neubaugebiet Sufeld. Allerdings – dort machte der Lärmschutz dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Nicht einmal ein Kinderchor hätte dort singen dürfen, ganz zu schweigen von größeren Feiern. Am Ende konnte das Haus Dank der Familie Herke gebaut werden. Denn diese stimmte einem Grundstückstausch zu. Nun liegt das Gebäude am südlichen Teil der Ortschaft an der Straße „Hagenbach“.

Trotzdem war der Bau nicht unumstritten. Insbesondere die SPD war dagegen und stimmte im Rat auch nicht zu. Sie monierten die trotz der Förderkosten hohen Kosten, insbesondere aufgrund der zahlreichen anderen Bauvorhaben. Außerdem verwiesen sie auf die Gastwirtschaft im Ort, die als Versammlungsstätte vorhanden sei, im Gegensatz zu vielen anderen Ortschaften. Letztlich setzte sich aber die CDU durch.

Bürgermeister Rainer Block stellte klar: „Ohne Europa würde das Dorfgemeinschaftshaus nicht stehen.“ 350.000 Euro kostete der gesamte Bau, 73 Prozent davon (256.000 Euro) wurden von EU, Bund und Land gefördert. Block verband dies mit dem Hinweis auf die Europawahl und rief die Anwesenden auf, am 26. Mai zur Wahl zu gehen: „Egal wen, aber gehen sie wählen!“ Das Wahllokal wird dann übrigens erstmals das neue DGH sein.

Das Stadtoberhaupt freute sich darüber, dass viele örtliche Firmen am Bau beteiligt waren und es aus der Ortsgemeinschaft viel Unterstützung gab. Er erwähnte schmunzelnd die schönen Gardinen: „Das gibt es nicht bei vielen Dorfgemeinschaftshäusern. Daran sieht man, dass viele Frauen mitgeholfen haben.“ Auch ohne den großen Einsatz von Ortsbürgermeister Bode wäre das Gebäude nicht gebaut worden. „Es liegt nun in ihrer Hand, was daraus wird. Nutzen Sie es im Sinne der Dorfgemeinschaft!“, rief Block die Einwohnerschaft dazu auf, das neue Schmuckstück viel nachzufragen. Bode wies auf die bereits zahlreichen Buchungen hin, die schon bis ins kommende Jahr gehen.

Vom Amt für regionale Landesentwicklung war Heike Flies vor Ort und sprach von einer guten Gemeinschaftsleistung und einer neuen Mitte für den Ort. Die 256.000 Euro an Förderung seien gut investiertes Geld. Gleichzeitig wies sie daraufhin, dass die Fördertöpfe für solche Projekte derzeit noch gut gefüllt seien. Der Landtagsabgeordnete Markus Brinkmann (SPD) erwähnte, dass es ein Schwerpunkt des Landes sei, solche Gebäude zu fördern: „Oft gibt es in den Orten keine sonstigen Einrichtungen mehr. Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sind sie aber nötig.“

Als Geschenk gab es vom Frauenkreis Bönnien eine Spende in Höhe von 250 Euro. Werner Lagershausen hat ein großes Holzschild mit dem Ortswappen geschnitzt. Bode versprach, dafür einen geeigneten Platz zu finden. Das neue Haus bekommt demnächst noch einen Grünmantel am Außengelände. Dazu werden noch Mittel für die Rollladen und Sonnenschirme gesucht.dh

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