Die Turnhalle feiert Geburtstag

50 Jahr Turnhalle in Bornum / Sanierung wird wohl im Jahr 2020 starten

Das Tanzen ist beim MTV Bornum der große Hit. Ohne Turnhalle hätten die Aktiven aber ein großes Problem. Deswegen steht eine aufwendige Sanierung kurz bevor.

Bornum. Die Hamburger Turnerschaft baute 1849 die erste Turnhalle in Deutschland. In nur drei Monaten wurde die 500 Quadratmeter große Halle für 16.500 Mark errichtet. Auf so viele Jahre und Größe bringt es die Sporthalle in Bornum zwar nicht, aber ein halbes Jahrhundert ist für den Ortsrat allemal ein Grund, an vergangene Tage zu erinnern.

Der damalige Bürgermeister Erich Wintel war da natürlich der beste Ansprechpartner. „Alles musste der Olympia-Norm entsprechen“, berichtete der Altbürgermeister. Gerne hätten die Bornumer auch noch eine Bühne integriert, doch dieser Wunsch fiel den Finanzen zum Opfer. „Wir sind auch so gut zurechtgekommen“, meinte der frühere Kommunalpolitiker. Für die damalige Gemeinde war der Bau der Halle ein großes Projekt, zumal 1966 die Wilhelmshütte Konkurs anmeldete. Die Kosten von 400.000 Euro seien nicht einfach zu stemmen gewesen, so Wintel. Die noch fehlenden 100.000 Mark gab schließlich der Landkreis Gandersheim dazu.

„Die Turnhalle, die am 7. September 1968 eingeweiht wurde, ist aus dem täglichen Leben nicht wegzudenken“, stellte Ortsbürgermeister Ralf Marten fest. Die Halle werde von acht Vereinen und Verbänden sehr intensiv genutzt. An erster Stelle steht ohne Frage der Männerturnverein. Aber auch das Deutsche Rote Kreuz und der Ortsrat laden in jedem Jahr zur Seniorenadventsfeier ein. 160 Gäste nehmen dann an langen Tafeln Platz. Dazu gesellen sich die Feuerwehr, der VfR und die Schützen als Nutzer, die längst nicht alle in Bornum leben. Schulen und Kita sind ebenfalls regelmäßig zu Gast.

50 Jahre hätten allerdings auch ihre Spuren hinterlassen, erklärte Marten. So begannen bereits 2008 erste Überlegungen zur Sanierung der Sportstätte. 2012 meldete das Deutsche Rote Kreuz dazu noch Renovierungsarbeiten in ihrem Domizil an. Es reifte schließlich die Idee, ein Zentrum für alle Vereine zu schaffen und zugleich die Sporthalle zu sanieren. Rechtzeitig vor dem Stichtag hat die Stadt Bockenem im Rahmen der Dorfentwicklung „Ambergau Süd“ einen Förderantrag gestellt. Die Fördersumme liegt bei rund 855.000 Euro. Neben einer energetischen Sanierung sind auch der Einbau einer neuen Heizung, Türen und Fenster vorgesehen. Dazu kommt ein Anbau, wo sich die Bornumer treffen können. Der Baubeginn dürfte nicht vor 2020 liegen.

Der MTV-Vorsitzende Hagen Popowski stellte fest, dass ohne die Turnhalle der Verein nicht leben könnte. Er zählt immerhin 311 Mitglieder, darunter sind 150 Jugendliche. Größtes Zugpferd beim MTV ist das Tanzen. Bockenems Bürgermeister Rainer Block stellte heraus, dass die Halle nun fit für die nächsten 50 Jahre gemacht werden müsste. Die geplante Sanierung und der hohe finanzielle Aufwand seien trotz der zu erwartenden Fördermittel ein deutliches Bekenntnis der Politik zu der Halle. Nach den Ansprachen folgte eine bunte Sportschau mit Beiträgen der Turner und Tänzer, die kräftigen Applaus von den Gästen bekamen.mv

Bockenem

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