Diskussionen um den Tonkuhlen-Spielplatz

Ortsrat hat weitere Ideen, bemängelt aber die kurzfristige Vorlage der Vorlage / Weitere Parkplätze in der Innenstadt

So stellt sich der Planer den „Mehrgenerationen-Spielpark“ ab der Tonkuhle vor. Der Ortsrat wünscht sich jedoch noch einige Veränderungen, die mit eingebaut werden sollen.

Bockenem. Die Umgestaltung des Spielplatzes an der Tonkuhle in einen „Mehrgenerationen-Spielpark“ war das am heißesten diskutierte Thema im Bockenemer Ortsrat am Montagabend. Ein Planer hat dazu einen Vorschlag vorbereitet. Laut diesem würde die Maßnahme gut 120.000 Euro kosten, allerdings gäbe es Fördermitteln von fast 90.000 Euro. Für die Stadt bliebe ein vergleichsweise kleiner Anteil in Höhe von etwas über 32.500 Euro übrig. Die Ortsrats-Mitglieder waren etwas verärgert darüber, dass weder sie noch die Kinder, Jugendlichen und Anwohner im Vorfeld mit einbezogen wurden und sie nun relativ kurzfristig darüber entscheiden sollen, ob der Förderantrag noch in diesem Jahr gestellt werden solle. Das müsste bis zum 15. September passieren. Am heutigen Mittwoch (18 Uhr, Rathaus) diskutiert auch der Bauausschuss über den Vorschlag, dann wird der Planer aus Suhl auch selbst vor Ort sein. Endgültig entscheidet der Stadtrat in seiner Sitzung am 19. August.

Die Pläne stellte Bauamtsleiter Holger Schrader vor. Am Eingang vom Ulmenweg aus kommend sind Fahrradständer geplant. Der bisherige Schotterweg soll gepflastert werden. Nach links gibt es einen Abzweig, an dessen Ende eine Grillhütte entstehen soll. Am Weg dorthin sind Motorikwände für Kleinkinder vorgesehen. Der Pflasterweg soll bis zum Trampelpfad weitergeführt werden. Entlang des Weges sind zum Beispiel ein Rollstuhl-Trampolin, verschiedene Fitnessgeräte, vier Federwippen, zwei Doppelschaukeln oder ein Sandkasten vorgesehen. Die bereits vorhandenen Spielgeräte sollen weitestgehend erhalten und gegebenenfalls etwas versetzt werden. Verschwinden soll die Betonröhre, die nach Aussage des Planers ohnehin kaum genutzt werde und zudem ein Sicherheitsrisiko darstelle. Neue Bänke und Abfalleimer sowie besondere Ruhebänke sind ebenfalls mit aufgelistet. „Mit dem Spielpark sollen alle Generationen angesprochen werden“, fasste Schrader den Vorschlag zusammen.

Kritik kam vor allem von Heidrun Kasten (SPD). „Seit zwei Jahren fordern wir Veränderungen und jetzt gibt es einen Plan, ohne dass die Kinder und Anwohner einbezogen worden. Das ist viel zu kurzfristig, um jetzt darüber abzustimmen.“ Schrader verteidigte das Vorgehen: „Wir wollten erst einmal etwas als Diskussionsgrundlage vorlegen.“ Allerdings – für den Ortsrat ist es die einzige Möglichkeit zur Diskussion. Denn sollen die Fördermittel für 2020 beantragt werden, ist der 15. September der Stichtag. Und Schrader wies daraufhin, dass die Fördermittel, in diesem Fall sind es EU-Mittel, eher weniger als mehr werden. Auch Ortsbürgermeisterin Christina Philipps (CDU) sagte: „Ich möchte das eigentlich ungern noch einmal ein Jahr zurückstellen.“

Von den Abgeordneten kamen schließlich einige Vorschläge für Änderungen. Die Grillhütte solle mehr in den hinteren Bereich und weiter weg von den direkten Anwohnern gelegt werden. Gewünscht sind auch Tische zu den Bänken, um beispielsweise Getränke abstellen zu können. Weitere Wünsche von den Bürgern waren zum Beispiel eine Seilrutsche, eine Boulebahn oder ein Spielgerät mit Wasser. Im Beschlussentwurf wurde der Planer schließlich aufgefordert, diese Wünsche soweit wie möglich zu berücksichtigen. Heidrun Kasten und Birgit Voß wollten diesem dennoch nicht zustimmen, da die Anwohner nicht einbezogen wurden und der Ortsrat keine Gelegenheit mehr hat, Einfluss auf die Gestaltung zu nehmen. Mit fünf zu zwei Stimmen wurde dem Entwurf aber zugestimmt.

Einstimmige Zustimmung gab es hingegen für den Bau eines Parkplatzes im Zuge der rückwärtigen Erschließung von Winkel und Rodentau. Die Grundstücke sind bereits über einen Schotterweg erschlossen. Ein Anwohner der Allee hat der Stadt nun seinen Garten zum Kauf angeboten. Auf 320 Quadratmeter könnten 16 Parkplätze und ein Fahrstreifen entstehen. Damit wären auch die beiden Erschließungswege vom Rodentau und dem Winkel miteinander verbunden und es wäre eine Art Kreisverkehr möglich. Die Parkplätze wären öffentlich und somit für Jeden zugänglich. Weitere 237 Quadratmeter können für den Parkplatz nicht genutzt werden. Dafür wäre eine zweite Fahrspur notwendig und es kämen kaum weitere Parkplätze hinzu. Da der Eigentümer den Teil aber auch nicht nutzen könnte, müsste ihn die Stadt mitkaufen. Möglich wäre eine Weiterveräußerung oder eine Verpachtung an den Eigentümer des Winkel 27. Die Kosten betragen inklusive Grunderwerb und Bau rund 332.000 Euro. Davon könnten Fördermittel in Höhe von 221.400 Euro aus der Innenstadtsanierung angerechnet werden, sodass die Stadt mit Kosten in Höhe von 110.000 Euro zu rechnen hätte. „Das ist schon eine sehr negative Schätzung. Ich hoffe, dass es günstiger wird“, meinte dazu Holger Schrader.

Ebenfalls einstimmig ging eine Änderung am Bebauungsplan „Wohnpark Ost“ durch. Dort ist den Bauherren nun eine größere Flexibilisierung beispielsweise bei der Dachform oder -neigung möglich. Im Übrigen soll dort bald der zweite Abschnitt erschlossen werden. Ein Großteil der Grundstücke im ersten Abschnitt ist inzwischen verkauft.

Bei der Einwohnerfragestunde wies Manfred Schliebaum auf den Verbindungsgehweg von Martin-Luther- in die Güntherstraße hin. Dieser sei dringend sanierungsbedürftig und könnte in der Mitte eine Straßenlaterne gebrauchen. Insbesondere im Winter sei es dort stockdunkel. Ähnliches hatte Christina Philipps auch über den Weißdornweg (Ernst-Deger in Bürgermeister-Sander-Straße) zu berichten. Für den Haushalt 2020 möchte der Ortsrat Bockenem aufgrund der Stadtsanierung keine großen Wünsche äußern. Genannt wurde lediglich eine Sitzgruppe und ein Spielgerät im Bürgerpark, an dem sich das Gremium beteiligen würde. Außerdem wird um eine Unterstützung für die Unterbringung des Wappens der Realschule gebeten.dh

Bockenem

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