Ein Erlebnisspielplatz für Bockenem?

Ortsrat spricht über neuen Standort als Ersatz für den Spielplatz an der Mahlumer Straße

Im Rahmen der Gewässerunterhaltung des Ortshäuser Baches reinigten vergangenen Mittwoch zwei Mitarbeiter des Bauhofes die Unterseite der Brücke in der Ortshäuser Straße. Zuvor wurden bereits die Anladungen der vergangenen Hochwässer entfernt, die den Querschnitt des Durchlasses erheblich verengt hatten. Diese Engstelle am Ortshäuser Bach sollte nun vorerst beseitigt sein.

Bockenem. Seit längerer Zeit schon befasst sich der Bockenemer Ortsrat mit der Frage eines neuen Spielplatzes, nachdem der vormalige an der Grundschule wegen des dortigen Anbaus aufgegeben werden musste. Diskutiert wurden dabei bislang vier Optionen, und zwar das unbebaute Stück Güntherstraße/Mahlumer Straße, die Westseite des Sportplatzes Mahlumer Höhe und neuerdings auch die Ostseite und gegebenenfalls ein Teil des Gartens der katholischen Kirche zum Steinmetzweg hin.

Wiederholt wurde bei diesen Erörterungen ins Feld geführt, dass die in Aussicht genommenen Plätze wohl zu klein seien
Nun aber kamen von außerhalb des Ortsrates von Seiten engagierter Bürgerinnen und Bürger völlig andere Gesichtspunkte zum Tragen. So stellte Karin Böpple vom Kinderschutzbund die Frage, ob man überhaupt einen herkömmlichen Spielplatz in diesem Beritt der Kernstadt brauche, zumal in der Oststadt bereits drei bestünden. Warum denke man nicht über eine größere Fläche bei der Tonkuhle nach, wo Raum genug vorhanden sei und lege dort einen Erlebnis- oder gar einen Wasserspielplatz an. Einrichtungen dieser Art gäbe es andernorts, und sie fänden großen Anklang. Katja Lauterbach, Sozialarbeiterin und eine in Bockenem sehr engagierte Bürgerin, stellte aus Erfahrung gar die Frage, warum man nicht die Kinder frage, was sie gern wollten. Das wäre doch sinnvoller als sich Gedanken über einen Platz zu machen, auf dem die fünf bekannten Standardgeräte untergebracht werden könnten.

Das Ergebnis dieser beiden Beiträge schuf danach eine völlig andere Diskussionsrichtung, die mit einem „einmal einfach anderen Spielplatz“ umschrieben werden kann, möglicher Weise einem Erlebnis-Spielplatz auf größerer Fläche. Zuvor aber sollten die Kinder befragt werden. Das könne über Fragebögen an der Grundschule geschehen und auch beim Kinderschutzbund. Das Thema Spielplatz solle vorerst vertagt werden, und nach Vorliegen von Befragungsergebnissen wolle man dann auch den Jugend- und Sozialausschuss einbeziehen.

In einem weiteren Punkt legte der Ortsrat seine Jahresplanung 2018 fest. Sie umfasst im April oder Mai den Neugeborenen-/Babytreff, das Osterfeuer am 31. März, die sommerliche Ferienpassaktion zusammen mit den Trepppenterriern, eine Ortsratssitzung mit Kindern, die am 12. September nach Kassel führende Seniorenfahrt und die Weihnachtsaktion, bei der wahrscheinlich wieder Weihnachtssterne an die über 80-jährigen Senioren verschenkt werden sollen; im letzten Jahr waren es 260 Stück. Weiterhin soll es zwei Ortsteilbesichtigungen geben, die erste am 10. April mit dem Treff um 17 Uhr an der Tonkuhle. Auch denkt man über eine Aktion nach, bei der Geld für die Aufstellung eines Fitness-Geräts im Bürgerpark zusammenkommen soll.

Der Ortsrat gab seine Zustimmung zu den anstehenden Bebauungsplanänderungen bei der abzureißenden Realschule und beim jetzigen Nettomarkt, wo künftig ein „Sonderpreisbaumarkt“ von der Art eröffnen soll, wie er bereits in Bad Salzdetfurth besteht. Dabei gab es die für alle Anwesenden interessante Mitteilung, dass ein Drogeriemarkt auf dem Realschulareal nur dann eröffnen wird, wenn es auch zu dem Baumarkt käme; eine Koppelung folglich.

Ihre Zustimmung gaben die Ortsratsmitglieder zu der Veräußerung des Anwesens Winkel 21, welches die Stadt für 67.500 Euro zwecks dortiger hinterer Erschließung erworben hatte. Nach Aufteilung soll nun ein Teil des Grundstücks wieder veräußert werden, wobei man einen Verkaufspreis von über 30.000 Euro erhofft.

Der stellvertretende Bauamtsleiter Holger Schrader informierte darüber, dass bis Ende Mai die Elektro-Tankstelle auf dem Lappenberg aufgestellt wird, und die Tonkuhle, deren Wasser inzwischen abgelassen wurde, im Februar eine Entschlammung mittels eines Moorbaggers erfahren wird. Das herausgeförderte Material werde anschließend zum Trocknen gelagert, bevor es zur Beseitigung fortgebracht wird. Den Hochwasserschutz betreffend wurde inzwischen der Ortshäuser Bach begutachtet, und die Böschungen vor und hinter der Brücke an den Teichhöfen erhielten kürzlich zwecks besseren Wasserdurchflusses eine Aufweitung.

Gerd Lobes gab einen kurzen Sachstandsbericht über den Wohnmobilstellplatz beim Freibad und sprach sich erneut für die Aufstellung einer Stromsäule aus, wobei mit Gesamtkosten von 3.500 Euro gerechnet werden könne. Die Nutzer des Platzes würden in der nächsten Zeit mittels Fragebögen zu diesem Vorhaben befragt, und danach werde man versuchen, das Projekt zu realisieren.red

Bockenem

Gesund, stark und selbstbewusst

Lesung gegen das Vergessen

Arbeiten vor dem Abschluss