Ein Hektar nur für Insekten

Auf mehreren Flächen wurden in Bockenem Saatmischungen für Bienen & Co. eingebracht

Bauamtschef Andreas Pape, Bürgermeister Rainer Block und Friedrich Wißmann vom Imkerverein (von links) freuen sich über die große Fläche für Insekten am Tonkuhlenspielplatz.

Bockenem. Der Insekten- und insbesondere der Bienenschutz ist derzeit in aller Munde. So auch in Bockenem. Doch nicht erst seit diesem Jahr, sondern schon vor gut drei Jahren kam das Thema erstmals im Bauausschuss auf. „Ute Pätz hat das damals als kooptiertes Mitglied auf die Tagesordnung gebracht“, erinnert sich Bürgermeister Rainer Block. Schon im Jahr, 2017, darauf wurde der erste Blühstreifen an der Ortshäuser Straße angelegt. 200 Quadratmeter waren das. Doch das Ziel war viel ehrgeiziger – ein Hektar sollte es werden. Das ist nun in diesem Jahr erreicht. Auf drei Flächen im Bereich der Kernstadt können sich nun die Insekten wohlfühlen: 3.000 Quadratmeter sind es im hinteren Bereich des Tonkuhlenspielplatzes, 2.500 Quadratmeter am Autobahnzubringer und gut 4.000 Quadratmeter am Ende der Nordstraße. Zudem gibt es Flächen, Schützenplatz und Friedhofserweiterung im Ulmenweg, die nur einmal pro Jahr gemäht werden. Im Februar diesen Jahres traf sich die Stadt mit verschiedenen Verbänden, um die passende Mischung abzusprechen. Eingebracht wurde letztlich ein Saatgut namens „Honigbrache EU“.

„Es sind ganz viele verschiedene Pflanzen von Dill bis Sonnenblume, die zeitlich versetzt bis in den Herbst hinein blühen“, erklärt Andreas Pape, Chef des städtischen Bauhofes. Das freut auch Friedrich Wißmann, Vorsitzender des Imkervereins Ambergau. „Nach der Rapsund Lindenblüte gibt es für die Insekten kaum noch etwas“, erklärt er. Daher ist er der Stadt Bockenem für die Initiative sehr dankbar. Denn wissenschaftliche Untersuchungen hätten ein rapides Insektensterben belegt.

Im Bewusstsein der Bevölkerung sei zwar in erster Linie die Honigbiene, aber ihm liege auch die Wildbiene sehr am Herzen. Insbesondere in innerstädtischen Gebieten seien solche Flächen wichtig. Da nimmt er auch die Hausbesitzer in die Pflicht: „Die immer mehr in Mode kommenden Steingärten sind schrecklich!“ Auch für die Landwirte könne sich die Anlage eines Blühstreifens durchaus lohnen, denn in Zusammenarbeit mit einem Imkerverein gibt es dazu erhöhte Zuschüsse. „Im nächsten Jahr beginnt eine neue Förderperiode. Die Anträge dazu sind auch nicht kompliziert“, ermutigt er die landwirtschaftlichen Betriebe.

Im Ambergau gebe es bereits einen Landwirt, der eine Fläche von zehn Hektar so bewirtschaftet hat. Dritter Mitspieler im Bunde war Landwirt Heiko Illers, der mit seinen Geräten am 2. April die 40 Kilogramm Saatgut in die Erde gebracht hat. Flächen und Geld von der Stadt, Beratung von Imkern und Landwirten und eingebracht von Heiko Illers – das Zusammenspiel hat in diesem Fall hervorragend funktioniert. Optisch, das geben alle zu, sei die „Honigbrache“ nicht so schön, wie zuvor die Blühwiese an der Ortshäuser Straße. Aber „das ist halt eine Bienenweide und keine Augenweide.“dh

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