Ein Lob für die Stadt Bockenem

AG Natur- und Umweltschutz im Ambergau freut sich über geplante Blühgebiete / Vorsitzender wiedergewählt

Kerstin Richter, Gerhard F. Jörn und Jennifer Kandel (von links) wurden bei der Versammlung der AG Natur- und Umweltschutz einstimmig wiedergewählt.

Bockenem. Ein Lob hatte Gerhard F. Jörn, Vorsitzender der AG Natur- und Umweltschutz bei der Jahreshauptversammlung unter dem Punkt „Verschiedenes“ für die Stadt übrig. Denn diese hat vor, mehrere Morgen an Ackerflächen in Blühgebiete umzuwandeln. „Das ist wirklich eine großartige Sache. Viele Menschen müssen erst einmal wieder ein Gefühl für die Schönheit bekommen“, so Jörn. Und nebenbei seien solche Blühgebiete natürlich auch sehr wichtig für die verschiedensten Insekten. Von Bockenems Ortsbürgermeisterin Christina Philipps gab es in deren Grußwort aber auch ein Lob für den Verein: „Sie reden nicht nur, sie machen es auch tatsächlich!“ Und das, so Philipps weiter, immer so, dass auch Spaß dabei sei.

In der Tat hat die Arbeitsgemeinschaft in jedem Jahr ein umfangreiches Programm. Zum einen sind da natürlich die insgesamt 20 Schutzzonen im Stadtgebiet zu nennen, die bearbeitet werden müssen. Im vergangenen Jahr kam ein Gebiet bei der Volkersheimer Mühle hinzu. „Durch den Witterungsverlauf waren einige Maßnahmen nur schwer durchführbar. Daher ist das Gebiet noch nicht so weit, wie gewünscht“, so Jörn in seinem Jahresbericht. Inzwischen seien dort aber schon viele Insekten und Vögel heimisch geworden. Bei all der ehrenamtlichen Arbeit, die im Laufe des Jahres knapp 900 Stunden ausmachten, seien keine Unfälle passiert.

Der Schwerpunkt der Arbeit lag auch im vergangenen Jahr auf der Beschneidung von Obstbäumen, Kopfweiden und Hecken. Durch die Winterstürme sei eine Weide teilweise auf ein Nachbargrundstück gefallen. Daraufhin wurden, um die gute Nachbarschaft zu erhalten, einige angrenzende Pappeln von einer Fachfirma gefällt. „Diese haben wir dann dem natürlichen Verfallsprozess überlassen. Pappelholz lässt sich ohnehin kaum verkaufen“, berichtete der Vorsitzende.

Doch nicht nur Arbeit stand auf dem Programm. Darüber hinaus finden auch immer zahlreiche Wanderungen statt. Zum Teil in der näheren Umgebung, um die das Interesse an der Heimatregion zu fördern. Aber auch Halbtages- oder Tagesfahrten in entferntere Gebiete werden durchaus angeboten. Dazu gibt es Fotopräsentationen, Radtouren und die Stammtische an jedem 2. Donnerstag im Monat um 20 Uhr im Hotel Sauer.
Ein wichtiger Punkt bei der Versammlung waren auch die Wahlen. Sowohl der Vorsitzende Jörn, als auch Schriftführerin Jennifer Kandel und Kassenführerin Kerstin Richter wurden von den anwesenden Mitgliedern einstimmig wiedergewählt.

Auch aktuelle Themen wurden angesprochen. So zum Beispiel die Flurbereinigung im Nettetal, die immer noch nicht abgeschlossen ist. Verärgert reagierte die Arbeitsgemeinschaft auf die Mitteilung, dass sie eines der Schutzgebiete bei Bornum abgeben sollen, obwohl eine Woche zuvor noch telefonisch versprochen wurde, dass alle Gebiete bestehen bleiben sollen. Aktuell wird nach einer Ersatzfläche gesucht. Für Maßnahmen nach der Flurbereinigung hat die AG schon seit mehreren Jahren 20.000 Euro an Rückstellungen auf dem Konto liegen. Angeschnitten wurde auch das Thema des dritten Autohofs. Jörn zweifelte an, ob die drei vorgesehenen Regen-Rückhaltebecken für die rund zehn Hektar Versiegelung ausreichend seien. Die Befürchtung sei, dass das gesammelte Wasser mit all seinen Schadstoffen in die Beffer eingeleitet wird.

Die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltschutz wurde 1982 gegründet. Sie hat aktuell 165 Mitglieder, ebenso viele wie vor einem Jahr.dh

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