Eine Fahne von Donald Trump

Trödelfuchs Markus Reinecke ist durch seinen täglichen Auftritt in der RTL-Show ein vielgefragter Mann

Markus Reinecke in seinem Trödelimperium in Wesseln: In der RTL-Show „Die Superhändler – 4 Händler, 1 Deal“ ist der 49-Jährige eine feste Größe im Team.

Wesseln. Seitdem Markus Reinecke als Superhändler von montags bis freitags im Nachmittagsprogramm von RTL zu sehen ist, kann sich der Antiquitätenhändler aus Wesseln kaum mehr vor Anfragen retten. „500 Stück gehen jeden Tag hier ein, viele davon als Mail oder über andere soziale Netzwerke. Die Leute bieten einfach alles an, sogar ein halbes Mettbrötchen“, berichtet Markus Reinecke, der in der Show „Die Superhändler - 4 Räume, 1 Deal“ seit dem Sendestart Ende August einen festen Platz hat.

Durch die Dreharbeiten ist in der Heimat trotz der Unterstützung seiner Familie doch einiges liegengeblieben. Seit der ersten Sendung am 27. August hat das Format immer größeren Zuspruch erlangt – seitdem rückt auch der Mensch Markus Reinecke, der als „bunter Vogel“ für seine Liebe zu den 70er Jahren bekannt ist, immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit.

Schlaghosen, Clogs und Hemden mit Blumenmotiven sind sein Markenzeichen, ob nun in der Sendung, in seinen vier Wänden oder vor der Skyline von Shanghai. „Als ich im Herbst dort Urlaub gemacht habe, hielten mich die Chinesen für einen Künstler“, blickt der 49-Jährige zurück. Ganz so falsch liegen sie damit ja auch nicht. „Die Sendung macht mir riesigen Spaß, sonst würde ich das auch nicht machen“, betont der Trödelfuchs, der den Gästen in dem Berliner Studio schon manch ein unschlagbares Angebot für ihre Schätzchen gemacht hat.

Und so läuft es ab: In der Sendung haben Besitzer von vermeintlich wertvollen Dingen die einmalige Chance, ihre Antiquität an die vier professionellen Händler und Sammler zu verkaufen. Nachdem der Gast seine Antiquität den vier Superhändlern im Studio vorgestellt hat, verschwinden sie in ihre jeweiligen Räume.

Ab jetzt nimmt der Verkäufer sein Schicksal selbst in die Hand. In einer von ihm festgelegten Reihenfolge besucht er die Händler und verhandelt den Preis für sein Exponat. Aber Achtung: Jeder Raum darf nur einmal betreten werden. Schließt sich die Tür ohne Deal, ist das Angebot des Händlers ausgeschlagen und es gibt kein Zurück. Nachdem der Kauf perfekt ist, zeigen die anderen Händler, was sie für das Exponat bezahlt hätten. Das kann für beide Seiten auch schon mal ins Auge gehen.

Auch Freunde altertümlicher Dinge aus dem Raum Bad Salzdetfurth haben Markus Reinecke und seinen Kollegen bereits einen Besuch abgestattet. Paul Tuthill bot zum Beispiel eine Fahne mit dem Autogramm von Donald Trump den Händlern an. Beim Angebot von Markus Reinecke schlug der Verkäufer aus Bad Salzdetfurth ein. Zum Preis von 1.200 Euro wechselte die markante Fahne aus dem Trump-Golf-Resort den Besitzer. „Für Bekannte gibt es keine Sonderbehandlung. Das wäre nicht fair gegenüber den anderen. Schwindeleien will niemand haben“, erklärt der Superhändler.

Wenn er sein Geschäft am Wochenende öffnet, wollen immer mehr Leute Markus Reinecke in seinem Reich besuchen – und als Erinnerung mit ihm ein Foto machen. Mittlerweile hat RTL auch die Autogrammkarten geliefert, die der Wesselner fleißig an seine immer größer werdende Fangemeinde verteilt. Besuch bekam der Antiquitätenhändler kürzlich auch von der Familie Bräutigam aus Seelze, die mit Begeisterung die Sendung verfolgt. „Wir wollten einfach mal sein Trödelimperium anschauen. Was soll ich sagen, das haut einem einfach um, wie viele Dinge auf den Etagen lagern“, erzählt Oliver Bräutigam.

Neben der Fahne mit der markanten Unterschrift zählt wohl auch einer seiner bisher letzten Käufe zu den ganz speziellen. „Da bot ein Mann doch tatsächlich eine originalverpackte Kondompackung von anno dazumal im Studio an. „Das war einfach nur witzig. Damit lässt sich natürlich kein großer Gewinn machen. Es müssen ja nicht immer die klassischen Antiquitäten sein“, sagt der 49-Jährige, der mittlerweile an die 100 Folgen abgedreht hat und die fünf Kameras um ihn herum gar nicht mehr bemerkt.

Niemand muss verkaufen. „Aber wir liegen mit unseren Angeboten im Durchschnitt höher als im freien Handel. Die Preise fallen höher aus, weil zum Beispiel die Anfahrt entfällt. Denn jeder Verkäufer bringt seine Ware im Anschluss zu den Händlern. Bei sperrigen Artikeln, wie zum Beispiel einem Schrank, ist das natürlich für uns von Vorteil“, sagt Reinecke, der schnell zum nächsten Fan eilen muss.

Dank der guten Quoten geht das Format in eine zweite Staffel. Der Wesselner freut sich schon auf die nächste Reise in die Hauptstadt, wo bereits neue Antiquitäten auf ihn und seine Kollegen warten.mv

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