Eine Frau in der Männerdomäne

Elfriede Franz leitet seit 2006 den Skatklub Pik As Ambergau

Elfriede Franz fühlt sich beim Skatklub Pik As Ambergau sehr wohl. Seit 2006 ist die 76-Jährige als Vorsitzende tätig.

Bockenem. Wer sich am Freitagabend mit Elfriede Franz verabreden möchte, hat schlechte Karten. Dann steuert die 76-Jährige meist das Wirtshaus Sauer in Bockenem an, um sich mit ihren Skatfreunden zu treffen. Denn schon in jungen Jahren hat sie die Begeisterung für das beliebte Kartenspiel gepackt. Eine Frau in einer Männerdomäne – das funktioniert sehr gut.

Neben der Freude an dem Spiel zeichnet Elfriede Franz seit 2006 für den Skatverein Pik As Ambergau als Vorsitzende verantwortlich. Wenn die Klubabende auch meist harmonisch verlaufen, gelegentlich muss die resolute Frau schon mal mit der Faust auf den Tisch hauen. „Dann ermahne ich die Mitglieder, an unseren Preisskatveranstaltungen teilzunehmen. Da könnten es schon ein paar Spieler mehr sein“, erklärt die Volkersheimerin.

Elfriede Franz war zwölf Jahre alt, als sie zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Skatspiel machte. Da schaute sie einer Herrenrunde über die Schultern und wunderte sich über die Ansagen der Spieler: 18, 20, 22… Das Reizen hat sie dann schnell gelernt. „Die Tricks und Kniffe bekommt man dann mit der Zeit mit“, blickt die Seniorin zurück. Das Skatspiel war auch in den Folgejahren stets präsent. Ihr Ehemann saß oft mit Freunden in geselliger Runde zusammen. Aus Spaß an der Freude meldete sich Elfriede Franz dann bei den Skatvereinen Hildesheimer Rose und Hildesheimer Buben an. Seit 1979 hat sie den offiziellen Spielerpass des Deutschen Skatverbandes (DSKV) in der Tasche. Seitdem darf Elfriede Franz an Punktspielen teilnehmen.

Der Skatverein Pik As Ambergau gehört aktuell der Verbandsgruppe 33 Braunschweig an. Dort kämpfen die Ambergauer um Punkte, die ihnen dann den lang ersehnten Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse bringen. „Leider hat es in der vergangenen Saison nicht gereicht, obwohl der Start nicht besser sein konnte. Doch dann lief es nicht mehr so gut“, blickt die Vereinschefin zurück, die seit 1994 Mitglied bei Pik As ist. Spielleiter Gerhard Rademacher war damals nicht ganz unschuldig daran, dass sie den Job als Vorsitzende übernahm. Für Elfriede Franz war es der erste Vorstandsposten überhaupt in ihrem Leben. Nach so vielen Jahren an der Spitze von Pik As macht ihr nun so schnell keiner etwas vor.

Bereut hat sie die Entscheidung, im Verein Verantwortung zu übernehmen, bis heute nicht. Und ganz alleine unter Männern ist Elfriede Franz auch nicht. Es nehmen noch drei weitere Frauen am Spielbetrieb teil. „Skatspielen macht Spaß. Dabei lernt man jede Menge Leute aus ganz Deutschland kennen“, sagt Elfriede Franz. Als Zusatzeffekt würde das Spielen ja auch das Gehirn fit halten. Schon bald steht zum Beispiel die Harz-Meisterschaft in Wernigerode im Kalender. „Da haben sich schon etliche Freundschaften entwickelt“, ergänzt die Skatspielerin.

Langeweile dürfte in diesem Jahr nicht aufkommen. Schließlich feiert der Skatverein seinen 30. Geburtstag. Aus diesem Anlass veranstaltet Pik As am 3. Oktober einen großen Preisskat, zu dem Teilnehmer aus dem gesamten Land erwartet werden. Der Gewinner kann sich auf ein Preisgeld von etwa 1.000 Euro freuen.mv

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