Es geht nur schleppend voran

Grundschule, Friedhofsweg und Hochwasserschutz – Bornumer Ortsrat möchte schnell Fortschritte

Auch in Bornum bringt die Nette bei Hochwasser Gefahr, hier eine Aufnahme bei der Brücke vor den HAW. Oberhalb des Dorfes sollte eine Retentionsfläche geschaffen werden.

Bornum. Wo stehen wir in Bornum, und wie geht es weiter Diese beiden Fragen bestimmten die Ortsratssitzung am Donnerstag und eigens zur Beantwortung war von der Verwaltung der stellvertretende Bauamtsleiter Holger Schrader gekommen. Zunächst ging es dabei um den Sachstand der Dorfentwicklungsplanung innerhalb des Programms Ambergau-Süd. Hierzu führte Schrader aus, dass der Plan nach den vorangegangenen Zusammenkünften und Recherchen momentan zusammengestellt werde. Danach soll er am Ende des ersten Quartals vorgestellt werden, um anschließend zur öffentlichen Auslegung zu kommen. Als nächsten Schritt wolle ihn der Rat noch vor den Sommerferien beschließen. Danach können die ersten Förderungsanträge gestellt werden, wobei als Stichtag für dieses Jahr der 15. September gilt.

Das nächste Thema dieser Sachstandserörterung war der Brandschutz in der Grundschule, wobei es vorrangig um die Ausweisung eines zweiten Fluchtweges mittels einer Brandschutztreppe geht. Es gäbe, so hieß es dazu, noch einige Unstimmigkeiten, die mit dem Landkreis geklärt werden müssten. Im Anschluss daran werde man die Ausschreibung fertigen und als nächsten Schritt eine ausführende Firma beauftragen. Das Ganze werde jedoch noch einige Monate dauern.

Diese Antwort, kritisierte Ortsbürgermeister Ralf Marten, sei für ihn äußerst unbefriedigend, schließlich laufe dieses Verfahren bereits seit 2015, und hier gehe es um eine Brandschutzmaßnahme die Kinder in einer öffentlichen Schule. Man fordere jetzt seitens des Ortsrats innerhalb von zwei Wochen eine ausführliche Information darüber, warum sich das Vorhaben verzögere. Im Übrigen stehe weiter die Frage im Raum, wann die anderen Maßnahmen, die an der Schule vorgenommen werden sollen, zum Beispiel der Schallschutz, zur Ausführung kämen.

Höchst unzufrieden zeigte sich der Ortsrat weiterhin mit dem Zustand am Friedhofsweg, wo als Folge der Arbeiten an der Autobahn vieles wiederhergestellt beziehungsweise geändert werden muss. Dazu teilte Holger Schrader mit, dass man in den Gesprächen mit der Landestraßenbaubehörde momentan nicht weiterkomme. Die dort zuständige Person sei neu in ihrem Aufgabenbereich, und die Kommunikation sei „nicht ganz einfach“. Als letztes Mittel behalte man sich die Androhung von Rechtsmitteln vor. Die Verwaltung der Stadt werde jetzt zunächst auf ein Vorortgespräch drängen, an dem durchaus ein Vertreter des Bornumer Ortsrates teilnehmen könne.

Das nächste große Thema dieser Zusammenkunft betraf den Hochwasserschutz für Bornum, den man auch schon im letzten Jahr ausführlich diskutiert hatte. Der Handlungsbedarf besteht nach wie vor, und betrifft vorrangig erst einmal die Schaffung von größeren Durchlässen für den Bornumer Bach im Bereich der dortigen fünf Brücken. Hierbei geht es um Tieferlegung und um Aufweitungen, ferner um die Beseitigung von Engpässen und Hindernissen im Bachbett. Was darüber hinaus die Nette und ihren Verlauf betrifft, so denkt man über die Ausweisung einer sogenannten Retentionsfläche, also einer Rückhaltefläche, oberhalb des Dorfes nach. Eine solche kann aber nur im Einvernehmen mit den dortigen Grundstückseigentümern geschaffen werden. Tätig geworden ist inzwischen auch der Netteverband, und gemeindeübergreifend steht im Februar auf Landkreisebene die Erarbeitung eines Hochwasserschutzkonzeptes an.

Bei dem letzten Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, teilte Ortsbürgermeister Marten mit, habe Bornum den 4. Platz erreicht und einen Betrag in Höhe von 400 Euro bekommen. Das sei einerseits erfreulich, andererseits erschlössen sich ihm aber nicht die Bewertungskriterien. So habe man dem Dorf nach vorausgegangenen zwei Stunden Ortsbesichtigung grundsätzlich ein positives Zeugnis ausgestellt, ausgenommen zu wenig an kultureller Arbeit, doch gerade Bornum weise ein hohes Maß an Vereinsaktivitäten aus und das sei wohl doch zu wenig gewürdigt worden.

Zum Schluss der Sitzung wurde noch die Verwendung der Ortschaftsmittel angesprochen, bei der sich im Vergleich zum Vorjahr nichts Wesentliches ändern werde. So gäbe man 2018 unter anderem 480 Euro für den Seniorenadvent aus, 200 Euro ständen als Verfügungsmittel für den Ortsbürgermeister und 500 Euro für kleine Geschenke zu zehn Ehejubiläen und immerhin 49 Geburtstagen.

Seitens der anwesenden Bürger war zu Beginn der mangelhafte Straßenzustand auf Teilen des Wannewegs kritisiert und auf dem Areal der vormalige Tennisanlage bei der Schule gegebenenfalls die Anlage einer Streuobstwiese vorgeschlagen worden. Erneut kam auch der Wunsch nach der Anbringung einer öffentlichen Uhr im Bereich der vormaligen Volksbankstelle; eine Maßnahme, die allerdings rund 1.500 Euro erfordern würde.mk