Es war wohl Brandstiftung

Polizei ermittelt nach Feuer auf dem Oberschul-Gelände / Geschätzter Schaden: 300.000 Euro

Von dem Holzschuppen sind nur noch verkohlte Balken übriggeblieben. Die angrenzende Wilhelm-Busch-Mehrzweckhalle hat erheblichen Schaden davongetragen.

Bockenem. Gefühlt war halb Bockenem am Sonntagabend auf den Beinen, als die riesige, schwarze Wolke vom Gelände der Oberschule aufstieg. Um 17.16 Uhr erhielt die Polizei einen Notruf von einer Passantin, die Rauch sah. Der alarmierte Streifenwagen sah bereits von weitem die Wolke und verständigte die Feuerwehr.

Punkt 17.30 Uhr waren die ersten Einsatzkräfte unterwegs. Da brannte ein Holzschuppen direkt an der kleinen Wilhelm-Busch-Sporthalle bereits lichterloh. Die Flammen schlugen vereinzelt sogar über das Hallendach hinweg. Insgesamt elf Mülltonnen aus Plastik sowie zahlreiche Gartengeräte waren in dem Verschlag untergebracht. Durch die hohe Hitzeentwicklung platzten auch die Fenster der Sport- und Mehrzweckhalle an einer Seite, das Glas fiel größtenteils in die Halle. Nach kurzer Zeit war das Gebäude komplett verqualmt.

Insgesamt 84 Einsatzkräfte aus acht Bockenemer Ortschaften sowie die Drehleiter mit Tanklöschfahrzeug aus Bad Salzdetfurth waren vor Ort. Der große Einsatz war notwendig, weil bei der Alarmierung noch nicht ganz klar war, wo genau es auf dem Gelände brannte und daher möglichst viele Atemschutzgeräte vor Ort sein sollten, erklärte Bockenems Ortsbrandmeister Ulf Liewald. Eine Wasserleitung wurde bis zur Tonkuhle aufgebaut. Daher kam auch noch der Schlauchwechselwagen aus der feuerwehrtechnischen Zentrale in Groß Düngen hinzu. Die Drehleiter kam zum Löschen der oberen Teilen der Fassade zum Einsatz. Eine gute Stunde dauerte es, ehe auch die letzten Glutnester gelöscht waren. Kurzzeitig musste die Mahlumer Straße aufgrund der Schlauchleitung von der Tonkuhle gesperrt werden.

Die Polizei ermittelt unterdessen aufgrund des hohen Sachschadens auf Brandstiftung. Das sei eine Nummer größer, als lediglich ein abgebrannter Papierkorb oder dergleichen, erklärte eine Polizeisprecherin. In einem solchen Fall wäre es lediglich Sachbeschädigung durch Feuer. Brandstiftung ist dagegen bereits ein Verbrechen. Der Schaden ist beträchtlich, die Polizei beziffert ihn nach ersten Erkentnissen auf 300.000 Euro. Grund dafür sind auch sogenannte Sekundärschäden durch den Qualm oder das Löschwasser. Geschädigt ist der Landkreis als Träger. Die Brandermittler aus Hildesheim, die gestern vor Ort waren, konnten keinen Hinweis auf einen technischen Defekt feststellen.

Einen oder mehrere Tatverdächtige konnte die Polizei noch nicht präsentieren. Es gibt jedoch einige Hinweise aus der Bevölkerung. Weitere Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer (05063) 901-115 entgegen. Unbestätigten Berichten zufolge sollen sich in dem Bereich mehrere Personen aufgehalten und kurz nach dem Brand weggelaufen sein.

In den sozialen Medien beklagten sich mehrere Personen über die hohe Zahl an „Zuschauern“ des Brandes. Ortsbrandmeister Liewald konnte jedoch mitteilen, dass es an der Brandstelle dadurch keine Behinderungen gegeben habe.dh