Es werden noch Kandidaten gesucht!

Parteien bereiten sich auf die Kommunalwahl im Herbst vor

Nur noch dreieinhalb Monate dauert es bis zur Kommunalwahl. Die Parteien und Wählervereinigungen in Bockenem suchen dafür noch weitere Kandidaten.

Bockenem. Noch rund dreieinhalb Monate dauert es bis zur Niedersächsischen Kommunalwahl. Am 12. September werden niedersachsenweit wieder Tausende Räte zu besetzen sein. Die Suche nach Kandidaten dafür geht bei den Parteien und Wählervereinigungen in den Endspurt. Wie ist die Lage derzeit in Bockenem? Gibt es genügend Interessenten oder bleiben in den Ortsräten wie schon vor fünf Jahren einige Sitze unbesetzt? So ist es beispielsweise derzeit im Ortsrat Nette. Dort sind nur vier der fünf Plätze vergeben. Von den Ergebnissen her hätte die SPD dort zwei Mandate, hatte jedoch nur einen Kandidaten gefunden. „Da sieht es diesmal besser als“, konnte die Vorsitzende des Ortsvereins Ambergau, Dr. Katja Günther-Schade, nun mitteilen. Auch in Mahlum, wo die Sozialdemokraten vier der fünf Mandate besetzen, sehe es wieder gut aus.

Dort darf sich auch die CDU wieder über mehr Interessenten freuen, wie der kommissarische Vorsitzende Ralf Marten gegenüber dem „Beobachter“ erzählte. Beim letzten Mal gab es zwar einen Bewerber, der trat sein Mandat schließlich aber nicht an. Das soll nach Möglichkeit diesmal nicht wieder passieren. In Schlewecke musste im Jahr 2017 nach dem Rückzug mehrerer Mitglieder sogar ein neuer Ortsrat gewählt werden. Lediglich die CDU konnte dabei drei Kandidaten finden, sodass gerade noch so die erforderliche Anzahl zusammenkam. Auch diesmal sieht es dort, ebenso wie in Königsdahlum und Bönnien, für die SPD schlecht aus. „Da suchen wir noch Kandidaten“, heißt es von der OV-Vorsitzenden. Die CDU hat dagegen überraschenderweise in der Kernstadt und auf der Liste für den Stadtrat noch Probleme.

Auch Ambrosius Gaschler, stellvertretender Vorsitzender der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG), berichtete von Problemen: „Es ist dieses Mal schwieriger, Kandidaten zu finden“. Derzeit hat die UWG zwei Mandate im Stadtrat, ebenfalls zwei im Ortsrat Bockenem und ist einmal im Ortsrat Nette vertreten. Kandidaten für die weiteren Räte gibt es bis jetzt nicht, aber die Suche geht noch weiter.

Neue Kandidaten gibt es bei CDU und SPD durchaus. Rund 25 Prozent sind es bei der CDU. Diese müssen allerdings auch einige prominente Abgänge kompensieren. Denn so treten beispielsweise die Bockenemer Ortsbürgermeisterin Christina Philipps und auch der Ratsvorsitzende Gerd-Christian Barte nicht mehr an. Beide vereinigten zuletzt viele Stimmen auf sich.

Für eine Kandidatur braucht es keine Parteimitgliedschaft, die würde den ein oder anderen durchaus abschrecken, so Ralf Marten. Gerade auch in jüngster Zeit hätte da beispielsweise die „Masken-Affäre“ bei dem ein oder anderen Bundespolitiker nicht unbedingt geholfen. Auch er selbst startete ohne CDU-Parteibuch im Bornumer Ortsrat, trat dann später ein. Das sei auch aktuell häufig so: „Gerade in den Ortsräten treten viele Kandidaten ohne Mitgliedschaft an. Die meisten treten dann allerdings irgendwann ein. Ein Zwang ist das allerdings nicht“.

Günther-Schade erinnert sich an frühere Zeiten, wo neue Kommunalpolitiker zunächst einen Kurs absolvieren mussten, ehe sie auf eine Liste gesetzt wurden. Das gibt es schon länger nicht mehr. Probleme bereitet natürlich auch die Corona-Pandemie. Das persönliche Ansprechen, das „Klinkenputzen“ von Haustür zu Haustür war diesmal nicht möglich. Es blieben also die „Klassiker“ wie Plakate oder Handzettel, aber auch über Facebook oder die eigenen Internetauftritte wird natürlich Werbung gemacht.

Im aktuellen Stadtrat sind darüber hinaus noch die Grünen und Unabhängigen vertreten. Erstere waren in Bockenem bisher nur sehr schwach vertreten, einen eigenen Ortsverein gibt es nicht. Der Aufschwung der Partei hat im Ambergau immerhin dazu geführt, dass die Grünen bei der Wahl im Herbst vier Kandidaten für den Stadtrat aufstellen können. Für die Ortsräte gibt es bisher allerdings noch keine Interessenten. Die Kandidaten hat das aktuelle Ratsmitglied Manfred Moschner selbst gesucht. Die Unabhängigen treten wie bisher mit zwei Kandidaten im Stadtrat, im Ortsrat Bockenem und im Ortsrat Bönnien an. Von weiteren Parteien oder Wählervereinigungen ist in Bockenem bisher nichts bekannt. Natürlich ist es auch möglich, als Einzelkandidat anzutreten. Dafür bedarf es jedoch Unterstützungsunterschriften. Damit sollen Spaßkandidaturen vermieden werden. Für die Kandidatur zum Stadtrat und dem Ortsrat Bockenem benötigt ein Einzelbewerber 20 Unterschriften, für alle anderen Ortsräte reichen zehn. Diese dürfen jedoch nur aus der Ortschaft kommen, in denen man antreten möchte.
Die Kandidatenlisten müssen bis zum 26. Juli, 18 Uhr, beim Wahlleiter Klaus Heckel eingegangen sein. Um mögliche Mängel noch ausbessern zu können, wird jedoch empfohlen, dies schon etwas früher zu tun – ansonsten könnte es passieren, dass die Liste nicht akzeptiert wird und der Kandidat oder die Partei nicht antreten kann. Weitere Informationen und alle benötigten Dokumente gibt es auf der Internetseite der Stadt unter http://www.bockenem.de/bockenem/wahlen/kommunalwahl-2021.

Alle Parteien und Wählervereinigungen nehmen gerne noch weitere Kandidaten auf. Mögliche Ansprechpartner sind:

CDU: Ralf Marten (marten.ralf@t-online.de oder 0171-2001074);

SPD: Dr. Katja Günther-Schade (cherey@web.de oder 0178-1466783);

UWG: Ambrosius Gaschler (ambggaschler@freenet.de oder 0152-29225864);

Unabhängige: Klaus-Dieter Köllner (dieterkoellner@t-online.de) oder Hiltje Menge (0151-41282760).

Grüne: Manfred Moschner (service@manfred-moschner.de oder 05067/6316) oder Kreisverband (buero-hi@gruene-hildesheim.de oder 05121/36752).dh

Bockenem

Museum öffnet

Bockenem stellt um