Feuer und Flamme für die Hanse

Großes Angebot bei den 6. Bockenemer Hansetagen – es hätten allerdings einige Besucher mehr sein können

Bockenem. Beste Bedingungen für die Hansetage in Bockenem. Nach den Regenfällen am Donnerstag war das Wetter pünktlich zur Eröffnung am Freitagnachmittag bis zum „Abpfiff“ am Sonntagabend wie gemalt für tolle Festtage. Allerdings – die Besucherzahlen ließen doch etwas zu wünschen übrig. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Planung für den neuzeitlichen Teil begann erst sehr spät. Folge: Insbesondere die örtlichen Vereine waren diesmal fast ganz außen vor.

Lediglich der MTV Bockenem mit einigen Kinderspielen, der SV Bockenem 2007 mit einem Getränkestand und am Sonntag das DRK mit einem Infostand waren vertreten. Auch die Anzahl der gewerblichen Händler im neuzeitlichen Markt war geringer als sonst. „Wir haben lange überlegt, ob wir es machen wollen, da die Sanierung des Buchholzmarktes ansteht. Aber wenn wir noch ein oder zwei Jahre warten, wird es schwer, die Hansetage wieder aufzubauen“, sagte Bürgermeister Rainer Block bei der offiziellen Eröffnung. Schon jetzt war der Zwei-Jahres-Rhythmus unterbrochen, da das Fest zuletzt 2016 stattfand.

Ob die Ausweitung der Zeiten auf den Freitag sowie der frühe Beginn am Sonnabend (10 Uhr) sinnvoll gewesen ist, muss bezweifelt werden. Dies war vom Organisator des Mittelalterteils Helmut Steinbock gewünscht worden. An beiden Tagen kam der Markt nur sehr schwer in Gang. Insbesondere an den Abenden und auch am Sonntag zeigten sich aber zumindest die Essens- und Getränkestände zufrieden.

Der Mittelaltermarkt an sich konnte sich sehenlassen. Rund 50 Stände hatte Steinbock organisiert, er selbst war mit einer „Käsebude“ dabei. So viele waren es bei den vergangenen Ausgaben nicht und auch die Auswahl war groß. Verschiedene Handwerker, Händler und drei Lager standen auf dem Buchholzmarkt und rund um die St. Pankratiuskirche. Doch gerade diese litten unter dem, gegenüber vorherigen Hanse-tagen, schwächeren Besuch. Das Künstlerprogramm war deutlich ausgeweitet und sehr abwechslungsreich. Die Musik-Formation „Klanginferno“ spielte an allen drei Tagen mehrmals auf, die Feuertänzerin Inanna erfreute die Zuschauer am Samstagabend. Der Straßengaukler Gilbert faszinierte mit verschiedenen Shows.

Egal ob Flohzirkus, Zaubertricks, Feuerspucken – Gilbert ist ein Vollprofi, der es seit 53 Jahren versteht, sein Publikum in Staunen zu versetzen und zum Lachen zu bringen. Der gebürtige Belgier fing bereits mit 13 Jahren in Paris mit der Straßengauklerei an, erfand den „Automatenmann“, der stundenlang in derselben Pose in den Straßen steht und trat bereits in Las Vegas, Hongkong oder dem Cirque du soleil auf.

Etwas ungünstig war der Standort der Bühne. Die stand so, dass einige Besucher gar nicht bemerkten, dass es dahinter in der Kurzen Burgstraße noch weiterging. Nicht glücklich war Postkuschenfahrer Harald Rubow mit seinem Standort direkt hinter der Bühne. Die Route musste aus organisatorischen Gründen kurzfristig verlegt werden.

Von Seiten der Stadt ist man mit dem Verlauf weitestgehend zufrieden. „Es waren diesmal nur ‘Hansetage light’, daher war es ordentlich. Beim nächsten Mal ist mit mehr Vorlaufzeit sicher auch wieder einiges mehr möglich“, sagte Kerstin Warnecke, die aufgrund der Erkrankung von Holger Pieper in den vergangenen beiden Wochen die Leitung der „Projektgruppe Hansetage“ übernommen hatte. Vermutlich werden die nächsten Hansetage allerdings erst wieder in drei Jahren stattfinden, da im kommenden Jahr zunächst einmal die Bauarbeiten auf dem Markt beginnen werden. Dann wird auch die Hanse selbst wieder mehr im Mittelpunkt stehen.

Wenig zu tun hatte die Bereitschaft des Roten Kreuzes aus Störy. Lediglich einige Pflaster mussten geklebt oder eine Zecke enfernt werden, hieß es von den Rotkreuzlern.

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