Geburtstagsfeier auf dem Rennrad in Peru

Lühmann-Zwillingsschwestern aus Bockenem sind auf der Reise durch Südamerika

Die Zwillingsschwestern Wiebke (links) und Rebekka Lühmann kommen auf ihrer Reise mit den Rennrädern durch Südamerika mit vielen Einheimischen in Kontakt. Für Wiebke geht es noch bis September weiter, Rebecca kehrt in einigen Wochen von Recherchearbeiten für ihre Masterarbeit zurück.

Bockenem. Wiebke Lühmann ist seit Ende Januar mit ihrem Rennrad unterwegs. Nicht irgendwo, sondern in Südamerika (der „Beobachter“ berichtete). 5.000 Kilometer wollte sie fahren, doch nach der Hälfte der Zeit sind es bereits 4.000 Kilometer geworden. Derzeit ist sie nicht alleine, ihre Zwillingsschwester Rebekka hat sich zu ihr gesellt. Zusammen fahren sie derzeit durch die Berge Perus. Am heutigen Donnerstag feiern sie ihren 25. Geburtstag.

Die Lühmanns haben unterwegs schon allerhand erlebt. Wiebke verbrachte die ersten drei Wochen zum Akklimatisieren bei ihrer Cousine in Tulum in Mexiko auf der Yucatan-Halbinsel. Dort gewöhnte sie sich an Klima und Essen und testete ihr Rennrad. Dabei wurde sie bereits von mexikanischen Rennradfahrern begleitet. Während Abiturienten nach ihrem Abitur häufig für ein Jahr nach Australien gehen, ist für viele junge Rennradfahrer Südamerika das „Ziel der Träume“. Nach der Eingewöhnung ging es von Mexiko nach Kolumbien, wo das Abenteuer so richtig begann. Dort traf sie auch auf einige Flüchtlinge aus dem krisengebeutelten Venezuela.

„Ich wurde häufig gefragt, ob ich denn keine Angst hätte“, berichtet Mutter Jutta Walter. Schließlich sei es nicht ganz ungefährlich, als junge, hübsche Frau solch eine Tour alleine zu unternehmen. Auf der einen Seite kennt Walter die Situation bereits, hat Tochter Wiebke doch bereits ein Jahr über „Work and travel“ in Australien verbracht. Auf der anderen Seite sagte sie beim Abschied: „Nimm dir immer mindestens zwei Bodyguards mit. Einer, der vor dir fährt und einer hinter dir!“ Diese „Bitte“ erfüllte sie ihrer Mutter, denn fast durchgängig ist sie mit anderen Radsportlern unterwegs. Dazu gibt es viele Unterkünfte speziell für diese Zielgruppe.

Als sie einmal eine Magen-Darm-Erkrankung aufgrund dreckigen Wassers erlitt, wurde sie von Privatpersonen bestens versorgt. „Egal, wo ich hinkomme, alle Menschen sind nett und freundlichen und freuen sich über Besuch aus Europa“, so die Radlerin. Besonders in kleinen, abgelegenen Ortschaften freuen sich die Kinder, umringen die Bockenemerin und bestehen auf gemeinsamen Fotos.

Rebekka Lühmann, eine halbe Stunde jünger als ihre Schwester, ist seit Mitte April mit dabei. In ihrer Masterarbeit geht es um den Vergleich von Sozialarbeit in Deutschland und Südamerika. Sieben Wochen lang recherchiert sie für ihre Masterarbeit, führt unter anderem Interviews mit Sozialarbeitern durch. Was liegt da näher, als ihre Zwillingsschwester  auf einem Teil ihrer Reise zu begleiten. Auch sie hat bereits einiges an Reiseerfahrung, war unter anderem mehrere Monate zum Freiwilligendienst in Afrika und hat an der Universität ein Auslandssemester absolviert.

Gemeinsam haben die beiden einige Berge der Anden erklommen. Auf ihrer Reise sind sie auch bereits freilaufenden Alpakas begegnet und gerieten in einen Schneesturm. Da ging es mit den Rennrädern nicht weiter. Glücklicherweise wurden sie von einem Einheimischen und seinem Jeep gerettet. Derzeit sind sie unterwegs durch Peru, haben die 4.000er-Höhenmarke bereits überschritten.

Ihre Mutter musste zuletzt oft an Ronja Räubertochter und deren Abenteuer denken: „Zum Glück geht es bei Ronja immer gut aus.“ Heute, an deren 25. Geburtstag denkt sie natürlich ganz besonders an ihre beiden Töchter. Für Rebekka geht es in einigen Wochen wieder zurück. Wiebke bereist nach Kolumbien und Peru auch noch Ecuador. Im August wird ihr Freund dazustoßen, im September geht es dann ebenfalls wieder zurück in heimische Gefilde. Bis dahin hat sie noch einige Kilometer vor sich.dh

Bockenem

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