Gehen im Bockenemer Stadtcafé im Frühjahr die Lichter aus?

Eigentümer Volker Vibrans sucht einen neuen Betreiber für den beliebten Treffpunkt

Volker Vibrans hofft, in nächster Zeit einen neuen Betreiber für das Bockenemer Stadtcafé zu finden.

Bockenem. Das Stadtcafé ist seit vielen Jahren ein beliebter Treffpunkt in der Bockenemer Altstadt. Doch möglicherweise gehen im Frühjahr 2020 in dem Fachwerkhaus die Lampen aus. Elke und Udo Wegner, die seit zehn Jahre das Café gepachtet haben, ziehen sich zum 31. März aus Altersgründen aus der Gastronomie zurück. Ob es einen Nachfolger gibt, ist derzeit noch ungewiss.

Der Eigentümer des Hauses, Volker Vibrans, hat vor kurzer Zeit mit der Suche nach einem neuen Betreiber begonnen. „Es gab zwar einige Interessenten, doch das passte alles noch nicht so recht“, erklärt der 46-Jährige. Ihm liegt viel daran, das gastronomische Angebot nahe des Buchholzmarktes auf Dauer zu erhalten.

Volker Vibrans hat das Haus, in dem früher einmal die Bäckerei und Konditorei Dormeyer ein zentraler Anlaufpunkt war, im Jahr 2011 gekauft. Zuerst nahm er sich die Sanierung der Wohnung vor, anschließend kam das Café an die Reihe. Küche, Fenster, das Abtrennen der Lagerräume und auch ein zusätzlicher Fluchtweg standen unter anderem auf der Liste. „Da gab es jede Menge zu tun“, erinnert sich der Bockenemer. Er sieht für den Betrieb trotz aller Mühe, einen geeigneten Nachfolger zu finden, eine positive Zukunft – zumal das gastronomische Angebot in der Stadt überschaubar ist. „Ich bin offen für neue Ideen und Trends. Das Konzept muss aber schlüssig und vor allem aus Sicht des Vermieters bezahlbar sein. Wichtig ist es, flexibel zu bleiben und sich nicht nur auf eine Sache zu spezialisieren“, erklärt Vibrans, der in der Altstadt noch weitere Immobilien besitzt.

Sein größtes Projekt hat er erst vor kurzer Zeit abgeschlossen. In den Räumen des früheren Textilhauses Hoffmeister ist ein Optikgeschäft eingezogen. „Die Arbeiten waren sehr aufwändig“, betont Vibrans, der im Hauptberuf Kaffeevollautomaten für Privatleute und Gewerbetreibende in Schuss hält. Das Ehepaar Wegner behält die Zeit im Stadtcafé jedenfalls in positiver Erinnerung. „Wir haben hier sehr viele nette Leute bewirtet. In den knapp elf Jahren ist die Zahl der Stammgäste immer weiter angestiegen“, blickt Udo Wegner zurück. Doch nun sei es an der Zeit, sich aus der Gastronomie zurückzuziehen.

Der 65-Jährige führt auch gesundheitliche Gründe für den Entschluss an. So könne seine Frau aufgrund einer Erkrankung nicht mehr im Café tätig sein. Es sind längst nicht nur Bockenemer, die das kulinarische Angebot zu schätzen wissen. „Die Gäste kommen zum Beispiel wegen der Torten aus Hildesheim und Bad Salzdetfurth“, betont Wegner. Mittlerweile sei das Café schon etwas wie eine Institution. So beginnen viele den Tag beim Ehepaar Wegner mit einem leckeren Frühstück. Angestellte aus der näheren Umgebung verbringen in dem hell eingerichteten Gastraum regelmäßig ihre Mittagspause und am Nachmittag laden Kaffee und Kuchen dazu ein, in gemütlicher Runde über aktuelle Themen zu plaudern. Donnerstags kommen sogar die Besucher einer Andacht zum Abendbrot von der nahe gelegenen Kirche zum Abendbrotessen in das Café. „Es wäre schön, wenn sich ein neuer Betreiber findet. Ich bin durchaus optimistisch, dass es gelingt“, sagt Udo Wegner.mv

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