Geringes Interesse an Markt-Vorstellung

Feldahorn- und Judasbäume ersetzen das derzeitige Grün / Zehn Parkplätze bleiben erhalten

Die künftige Zufahrt zu den vier Rathausparkplätzen soll längs der Stadtkirche St. Pankratius geschehen.

Bockenem. Die Überlegungen und Vorschläge zur Neugestaltung des Buchholzmarktes laufen inzwischen rund fünf Jahre. Die bislang recht rege Anteilnahme der Bockenemer Bevölkerung scheint sich aber langsam zu legen. Das Interesse erlahmt nicht nur ob des langen Verlaufs der Gesamtmaßnahme. Eine Rolle spielt auch die wachsende Einsicht, dass trotz einer Neugestaltung des Platzes die erwünschte Belebung aufgrund der mangelhaften sozioökonomischen Gegebenheiten des Umfeldes auf längere Zeit kaum eintreten dürfte. Bei der am Mittwoch stattgefundenen Vorstellung der momentanen Endfassung der Planung waren lediglich zwölf Zuhörer anwesend.

Statt Zweiteilung künftig eine ebene Fläche

In der zurückliegenden Planungsphase hatte die Denkmalsschutzbehörde eine historische Ortsanalyse angefordert, welche von dem in Hornburg lebenden Dr. Thomas Dahms erstellt wurde. Ihre Ergebnisse zum Markt und seinem Umfeld listeten noch einmal die bereits bekannten Verhältnisse und die erhaltenswerten historischen Strukturen auf. Diese hatten schon seit Beginn der Planungsphase die Überlegungen zur Neugestaltung als unabdingbare Vorgabe bestimmt. Nun ist die Planung nach zweijähriger Vorarbeit des Oldenburger Planungsbüros so weit gediehen, dass der Rat im Dezember oder im Januar seine Zustimmung erteilen könnte, woran sich die Genehmigungsplanung anschließen würde. Frühestens könnte dann wohl in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres mit den konkreten Umgestaltungsarbeiten begonnen werden.

Baukosten betragen rund 1,7 Millionen Euro

Die Baukosten würden sich laut Vortrag des Planers Oliver Kilian am Mittwoch auf rund 1,7 Millionen Euro beziffern, darunter 1,4 Millionen bezogen auf die förderfähigen 6.246 Quadratmeter Förderfläche und 260.000 für außerhalb davon erforderliche Maßnahmen. Die jetzt vorgestellte Endplanung beruht auf der Planvariante 2A des Vorentwurfs, die von den allen Mitgliedern der zuständigen Bockenemer Entscheidungsgremien favorisiert worden war. Wird dies so umgesetzt, wird sich das Erscheinungsbild des Marktes künftig wesentlich ändern. Vor allem deshalb, weil die momentane Strukturierung in Form einer Zweiteilung aufgegeben wird und die 1979/80 geschaffene Sitzmulde auf dem Oberen Markt entfällt. Der künftige Bockenemer Marktplatz wird danach trotz eines leichten Gefälles ohne Stufen und Absätze ebenerdig sein und damit wieder an die Zeit vor 1979/80 anknüpfen.

Was den künftigen Baumbestand betrifft, so wird dieser auf dem gesamten Platzbereich durch Feldahorn-Bäume ersetzt werden. Das unter anderem auch deshalb, weil der Feldahorn angesichts der zu erwartenden Klimaveränderungen von den Fachleuten als „Zukunftsbaum“ bezeichnet wird. Unmittelbar vor das Rathaus sollen zwei Judasbäume gepflanzt werden. Weiteres Grün soll es auf dem Markt darüber hinaus nicht mehr geben, auch kein Einbringen von Gras oder von Pflanzen oder Büschen.

Die Anzahl der Parkplätze wird auf zehn reduziert, sechs auf der Südseite des Marktes und vier vor dem Rathaus. Diese sollen ihre Zufahrt nördlich der St.-Pankratius-Kirche entlang haben. Dort befanden sich vor dem Großen Brand des Jahres 1847 die vier kleinen Hoken-Anwesen. Parkplätze für Anlieger soll es auf dem Markt nicht geben. Die angedachten Parkgegebenheiten werden allerdings dadurch konterkariert, dass ein schräges Einparken innerhalb der kürzeren Baumreihe auf der nördlichen Marktseite erlaubt sein soll, was in der Diskussion nach dem Planvortrag kritisiert wurde. Die wesentliche Zuleitung des Autoverkehrs soll über die Judenstraße erfolgen, und das Haus Papenberg kann mit dem Fahrzeug erreicht werden.

Sitzgelegenheiten über die gesamte Fläche verteilt

Für die Passanten wird es verteilt über die gesamte Fläche Sitzgelegenheiten in Form von „schlichten“ Bänken und Hockern geben, die Sitzflächen aus Holz. Auch ist an einige kleinteilige Spielgeräte für Kinder gedacht worden und an Abstellplätze für Fahrräder. Eine öffentliche Toilette wird es nicht geben. In diesem Fall wird auf das Haus Papenberg verwiesen, für welches eine Baugenehmigung zur Zeit noch aussteht.

Das den Platz bestimmende Kriegerdenkmal, welches an die aus dem Amt Bockenem Gefallenen des Krieges 1870/71 gegen Frankreich erinnert und von dem damaligen Bockenemer Kriegerverein initiiert wurde, bleibt an der jetzigen Stelle erhalten. Hingegen entfallen die Aufbauten über den beiden historischen Brunnenschächten vor dem Rathaus und dem Kulturladen. An ihre Stelle sollen „Wasserspiele“ kommen. Vor dem Kulturladen eine in moderner Form gestaltete sogenannte Pferdeschwemme, welche an die historische Tränke auf dem ehemaligen Pferdemarkt erinnern soll.

Beigefarbene Betonsteine

Die gesamte Platzfläche wird mit beigefarbenen Betonsteinen belegt werden, wobei dafür im Wesentlichen Kostengründe ausschlaggebend sind. Unmitttelbar vor den beiden Häuserreihen wird Kleinpflaster aus Natursteinen verlegt. Die Fläche, die heute noch die Sitzmulde einnimmt, erhält ein Baumgeviert. Auf die nördliche Marktseite kommen zwei Baumreihen, die eine mit sieben Bäumen und die zweite weiter marktplatzseits gegen die dort gegebene Autofahrspur mit fünf Bäumen. In diesem Bereich könnte später eine außenliegende Gastronomieeinheit mit Tischen und Bänken entstehen.

Die „Flaniermeile des Marktes“ denkt man sich zwischen der Häuserfront auf der Nordseite und der Siebener Baumreihe. Dabei bleibt allerdings außen vor, woher die Menge der Flanierenden kommen soll. Auf der Platzfläche vor dem Kulturladen sollen neben der in moderner Form auszuführenden Pferdeschwemme zwei Bäume gesetzt werden. Zwischen dem Museum und dem Haus Papenberg wird durch Fortnahme des dortigen Transformatorengebäudes eine Freifläche entstehen.mk