Hochwasser steht wieder im Mittelpunkt

Auch in Bornum gibt es bei Starkregen immer wieder Probleme / Einige Verbesserungen

Die Ortsratssitzung in Bornum fand wegen der großen Hitze am Donnerstag unter Open-Air-Bedingungen statt.

Bornum. Der momentan sehr heißen Witterung war es geschuldet, dass die Sitzung des Bornumer Ortsrats am Donnerstag unter Open-Air-Bedingungen unter dem Vordach des Schützenhauses stattfand. Neben drei Zuhörern war auch Bürgermeister Rainer Block gekommen, und zwar sportlich und umweltbewußt mit dem Fahrrad. Seine Anwesenheit bezog sich in besonderer Weise auf den Tagesordnungspunkt Hochwasser und auf damit verbundene Maßnahmen. Sein Engagement auf diesem Gebiet ist bekannt, weswegen er auch die aktuellsten Informationen zu geben vermag.

Eingeleitet mit einer ausführlichen Analyse zu den Ursachen der wiederholten Überflutungen im tiefer liegenden Kerndorf hatte die Aussprache Ortsbürgermeister Ralf Marten, der auch eine Bilddokumentation vorlegen konnte. Das Wasser komme immer aus östlicher Richtung von Jerze und Ortshausen und von der Autobahn her, und „weil in den landwirtschaftlichen und in den kommunalen Gräben über Jahre hin nichts investiert wurde", könnten diese die einfließenden Wassermengen nicht abführen. Sie gelangten auf die anliegenden Straßen und Wege und unter der Autobahnbrücke schließlich hinein ins Dorf bis auf die Höhe des Grundstücks Jarchov. Hinzu komme, dass die bei der Autobahnunterführung liegenden Abflussrohre im Durchmesser zu klein bemessen seien. Die Folgen nach solchen Starkregen seien unter anderem erforderliche Einsätze der Feuerwehr und der Anlieger, um den angespülten Matsch und Schlamm zu beseitigen. Die nach Bornum von Osten hereinführende Heerstraße sei bei den letzten Starkregengüssen immer wieder zum Bach geworden.

Diese geschilderte Situation bestätigte auch Bürgermeister Rainer Block. Er sei bei jedem Starkregen draußen. Allerdings habe inzwischen einiges verbessert werden können, indem die Anlandungen im Bornumer Bach und ein dort als Hindernis liegender großer Betonklotz beseitigt werden konnten. Zusätzlich hätten seitlich Abmähungen stattgefunden. Die wiederholt benachrichtigte Straßenmeisterei Bockenem hätte jedes Mal sehr schnell reagiert. Was die Situation mit den Abflussgräben anbelange, so bestehe hier tatsächlich zum Teil ein Nachholbedarf.

Zu den anstehenden Schutzmaßnahmen bei Hochwasserlagen führte der Bürgermeister aus, dass die Planungen hierfür im September während einer Ratssitzung vorgestellt werden sollen. Zu einem in der Vergangenheit wiederholt angesprochenen Hochwasserrückhaltebecken herrschte Einigkeit darüber, dass ein solches sicherlich nur dann realisiert werden könne, wenn es dafür auch Fördergelder gäbe. Auf jeden Fall hat man in Bornum – aber auch in der Kernstadt Bockenem und in Volkersheim – das Problem bei Hochwasser und bei Starregen im Blick, was Ortsbürgermeister Ralf Marten zu der Versicherung veranlasste, dass man weiterhin „am Ball“ sei.

Bei der Maßnahme Dorfgemeinschaftshaus herrscht derzeit Stagnation, weil die Freigabe der dafür benötigten Mittel erst dann erfolgen kann, wenn das von der Bewilligungsbehörde angeforderte Leistungsverzeichnis vorliegt. Dieses soll bis Ende Juli fertiggestellt werden, so dass die Mittel noch in diesem Jahr fließen könnten. Ein Weiteres kommt hinzu, denn vor dieser Freigabe der Gelder dürfen auch die Kellerräume der Grundschule, so wie vorgesehen, nicht umgebaut werden. Manche Dinge gingen eben langsam voran, „und wir sind damit nicht glücklich“, versicherte der Ortsbürgermeister.

Auf die bei den vorangegangenen Sitzungen wiederholt geäußerte Kritik hinsichtlich der vernachlässigten Pflege von Flächen und Grundstücken durch Eigentümer und durch Hundekot auf vielen Bürgersteigen hatte der Ortsrat am 1. Mai mit einem Aufforderungsschreiben an alle Bürger reagiert. Daraufhin sei es im Dorf zu zahlreichen Diskussionen gekommen mit dem Ergebnis einer insgesamt positiven Reaktion. Da auf manchen Grundstücken aber weiterhin nichts geschehe, insbesondere was die Reinigung von Gossen und Bürgersteigen anbelange, werde man jetzt eine Sammelliste zusammenstellen und diese bei der Stadt einreichen. Die Verwaltung verschicke daraufhin spezielle Aufforderungen, indem sie sich auf die Reinigungssatzung der Stadt beziehe und bei weiterem Nichtreagieren Firmen beauftrage, die entsprechenden Arbeiten auszuführen, woraufhin die Eigentümer Rechnungen erhielten.

Für die Haushaltsplanung 2020 der Stadt forderte der Ortsrat drei Behälter zur Hundekotbeseitigung an, den sukzessiven Ersatz der bisherigen Pilzstraßenlampen durch energiesparende LED-Leuchten, und er sprach sich für einen weiteren Förderantrag hinsichtlich der beabsichtigten Dorfplatzerneuerung aus.

Ortsintern will man die Geräte auf dem Spielplatz, die Vereinskästen und den öffentlichen Bücherschrank neu streichen, und am Hochofen soll die infolge Trockenheit nicht angegangene Blumenwiese noch einmal neu angelegt werden. Hier ist auch eine Verbesserung des Wasserabflusses vorgesehen, wofür ein Ortstermin angesetzt wird.mk