400 gegen die Umweltdienste Kedenburg

Sammeleinwand gegen den Umbau des Recyclinghofes bei Schlewecke

Fast 400 Unterzeichner in erster Linie aus Schlewecke, Sottrum, Sillium und Henneckenrode haben einen Sammeleinwand gegen die Veränderungen bei den Umweltdiensten Kedenburg eingereicht. Die Ortsbürgermeister aus Sillium (Karl-Otto Bolze, links) und Schlewecke (Regina Klingemann, 2. von rechts) sowie die Ortsvorsteherin aus Henneckenrode (Petra Senholdt) übergaben diese nun symbolisch Bürgermeister Rainer Block. Zuständig für die Genehmigung ist das Gewerbeaufsichtsamt Hannover.

Bockenem/Schewecke. Rechtzeitig vor dem heutigen Ende der Einspruchsfrist hat Schleweckes Ortsbürgermeisterin Regina Klingemann gemeinsam mit ihrem Pendant aus Sillium Karl-Otto Bolze und der Ortsvorsteherin aus Henneckenrode Petra Senholdt einen Sammeleinwand gegen den Umbau der Firma Umweltdienste Kedenburg abgegeben. Stark engagiert hatte sich auch der verhinderte Sottrumer Ortsbürgermeister Detlef Adelhelm.

Schon bei einem Infotermin im Rathaus Bockenem, bei dem die Firma ihre Pläne vorstellte, war das Interesse groß. Rund 100 Personen waren gekommen, noch einmal fast 80 waren es bei einem weiteren Termin in Sottrum. Die zwischen Schlewecke und Henneckenrode gelegene Recyclingfirma möchte die Art ihrer Entsorgung umstellen. Derzeit wird dort teerhaltiger Asphalt zu einer hydraulisch gebundene Tragschicht (HGT) verwertet. Diese Produktionsanlage soll durch eine neue ersetzt werden. Künftig würden dann nach eigener Aussage „nicht gefährliche“ pulverförmige Rückstände zum Beispiel aus Filteranlagen, Bohrschlämme oder Schleifmittelabfälle verarbeitet werden. Geplant ist eine Kapazität von bis zu 75.000 Tonnen im Jahr. Gegen das Vorhaben regt sich Widerstand. Die Bürger der benachbarten Ortschaften befürchten negative Auswirkungen auf ihre Gesundheit und die Umwelt. Dies auch aus dem Grund, weil die Vorgängerfirma im Jahr 2005 tonnenweise Rußabfälle illegal entsorgt hatte. Trotz des Eigentümerwechsels ist die Skepsis weiterhin groß.

Am liebsten hätten es die Unterzeichner daher, dass die Firma dort ganz verschwindet. Auch mit dem Wissen, dass dies wohl kaum passieren wird. Das bestätigte auch Bürgermeister Rainer Block: „Das ist ein ausgewiesenes Industriegebiet.“ Durch die vielen Unterzeichner wollen die Initiatoren aber zumindest erreichen, dass die Pläne vom zuständigen Gewerbeaufsichtsamt in Hannover akribisch überprüft werden. Denn sie sehen mehrere Gefahren.
Da ist zum einen der Schwerlastverkehr, der auf den teils sehr engen Straßen schon jetzt immens ist. „Bisher hat die Firma ihre zulässige Verarbeitungsmenge nicht ausgeschöpft. Wenn sie das anschließend tun, fahren noch mehr Lkw durch unsere Orte“, sagt zum Beispiel Karl-Otto Bolze. Da das Gelände nicht an das Abwassernetz angeschlossen ist, wird es in großen Becken zwischengelagert, was die Kritiker auch nicht als unproblematisch ansehen. Staubemissionen sind der nächste Punkt. Schon jetzt seien die Pflanzen in Windrichtung teils mit Staub bedeckt. Würden künftig staubförmige Stoffe verarbeitet, werde die Umwelt noch mehr belastet. Und das, wo sich gerade der Storch angesiedelt habe und ganz in der Nähe das Naturschutzgebiet mit der Nette verläuft.

„Das Gelände liegt in einer Senke, können durch Starkregenereignisse Schadstoffe in die Nette und das Grundwasser laufen “, ist eine weitere Frage, die die Unterzeichner stellen. Problematisch findet Regina Klingemann, dass von den angelieferten Stoffen nur rund alle drei Jahre eine vorher angekündigte Probe genommen wird: „Liefert ein Landwirt Getreide an, wird von jeder Lieferung eine Probe genommen, warum kann das nicht auch hier so gehalten werden“

Der Erörterungstermin findet am 10. April ab 10 Uhr im Hotel Sauer statt. Dann antwortet der Antragsteller auf die Einwände, die bei der Stadt sowie dem Gewerbeaufsichtsamt eingegangen sind.dh