Immer wieder Ärger auf dem Weinberg

Motorräder blockieren die Einfahrt zum Restaurant / Bei einigen gibt es keine Benimmregeln

Ketten sollen dabei helfen, die Situation an der Zufahrt zum Parkplatz des Restaurants zu entschärfen. Oftmals gab es in der Vergangenheit Probleme mit Motorradfahrern, die dort ihre Maschinen abgestellt haben.

Nette. Nicht nur das Dröhnen der Motoren sorgt bei Petra Gerlach in diesen Tagen für Unverständnis und Ärger. Es ist auch das Verhalten einiger Motorradfahrer, das der Chefin des Restaurants am Weinberg missfällt. Dabei will Petra Gerlach keinesfalls eine Spielverderberin sein. „Ich habe grundsätzlich nichts gegen Motorradfahrer, früher bin ich ja selbst gefahren“, berichtet die Inhaberin. Es könne aber nicht sein, dass die private Einfahrt zum Restaurant immer wieder von den Bikern blockiert wird. „Besonders bei gutem Wetter geht dann nichts mehr. So konnten bereits Abholer von Essen nicht auf den Parkplatz einbiegen, weil dort Maschinen oder Menschen gestanden haben“, erzählt Petra Gerlach.

Mit ein paar Ketten und Hinweisschildern hat ihr Mann nun versucht, die Situation zu entschärfen. Doch des Rätsels Lösung ist diese Maßnahme auch nicht. Dazu würden die Motorradfahrer oftmals ihren Müll arglos auf dem Grundstück zurücklassen. „Die Mülleimer wurden wegen Corona abgebaut“, berichtet Gerlach. Für einige Motorradfahrer hat sie nicht viel mehr übrig als ein Kopfschütteln. Die holen sich einfach Stühle von der Terrasse oder wollen ein Besteck für ihre mitgebrachte Pizza haben. Da es auf dem Weinberg keine öffentlichen Toiletten gibt, ist das Restaurant die einzige Anlaufstelle für die Motorradfahrer. „Die marschieren aber einfach so in das Gebäude. Fragen tut da kaum jemand. Das müsste doch eigentlich aber eine Selbstverständlichkeit sein“, sagt die Inhaberin, die an die Einsicht der Motorradfreunde appelliert. Es scheine so, als ob die eine oder andere Benimmregel bei einigen Motorradfahrern auf der Strecke geblieben ist.

Anfeindungen gab es für sie auch schon im Internet. Sie solle doch die Biker einfach in Ruhe lassen und nicht ständig die Polizei rufen. Ihr ist ein Rätsel, wie Menschen diese Behauptung aufstellen können. „Ich rufe nicht die Polizei. Wenn, kommt das von den Anliegern aus Nette, die sich durch den Lärm gestört fühlen“, stellt Gerlach fest. Dass vom Restaurant Beschwerdeanrufe eingehen, konnte ein Polizeisprecher auf Anfrage nicht bestätigen.

Gestört fühlen sich aber nicht nur die Mitarbeiter des Restaurants von dem Lärm der Motoren. Auch die Besucher der Terrasse bekommen es hautnah zu spüren. „Vielfach sagen die Gäste, dass sie am Wochenende nicht mehr kommen wollen. Ihnen ist es zu laut. Außerdem sehen sie eine größere Unfallgefahr durch die Fahrer, die pausenlos den Berg rauf- und runterfahren. Sie kommen schließlich, um sich zu entspannen und den schönen Ausblick auf den Ambergau zu genießen“, so Gerlach.

Die Inhaberin betont, dass sich keineswegs jeder Motorradfahrer derartig verhalten würde. „Biker sind grundsätzlich willkommen“, sagt Gerlach. Schließlich gebe es ja auch auf dem Gelände einen Imbiss, der besonders das Wohl der Motorradfahrer im Blick hat. Aber es müssten halt Spielregeln eingehalten werden. „Wenn die private Einfahrt von Motorrädern blockiert wird, nehmen wir uns der Sache an“, erklärt ein Polizeisprecher. Doch eine generelle Lösung des Problems sieht er auch nicht, zumal sich an das Grundstück ein öffentlicher Parkplatz anschließt.

Bockenems Bürgermeister Rainer Block setzt darauf, dass bald wieder die Plastikfähnchen auf der Fahrbahnmitte aufgestellt werden. Das konnte wegen der kühlen Witterung im Frühjahr noch nicht geschehen. „Leider läuft die Motorradsaison schon auf Hochtouren. Eine gewisse Zeit ist ja schon verstrichen“, erklärt Block. Außerdem setzt der Verwaltungschef auf eine Beruhigung der Situation durch Lärm-Displays, für die ein Zuschussantrag gestellt wurde. „Querrillen auf der Fahrbahn können sicherlich auch dazu beitragen, den Lärm zu reduzieren und die Situation auf dem Weinberg zu beruhigen“, so Block.

Kontrollen am Weinberg und dem Autobahnzubringer

Am vergangenen Wochenende führten die Beamten des Polizeikommissariats Bad Salzdetfurth zahlreiche Verkehrskontrollen durch, darunter auch rund um Bockenem. Am Sonntag wurde zwischen 12 und 13.30 Uhr Geschwindigkeitskontrollen mittels Handlasermessgerät durchgeführt. Überwacht wurde die Bundesstraße 243a zwischen der Autobahnanschlussstelle Bockenem und der Einmündung zur Oppelner Straße (Stadt Bockenem). In diesem Zeitraum konnten zwölf Verstöße festgestellt werden. Ein Fahrzeugführer hat neben einem Bußgeld auch einen Punkt im Verkehrszentralregister zu erwarten, da er die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h um mehr als 21 km/h überschritten hatte.

Zudem gab es im Laufe dieses Wochenendes wieder einmal zahlreiche Hinweise und Meldungen in Bezug auf Verkehrsteilnehmer, die mit ihren Krädern den kurvenreichen Weinberg immer wieder hoch- und runterfahren würden. Auch hier wurden zahlreiche Kontrollen durchgeführt und verkehrserzieherische Gespräche geführt. Die Kontrollen wurden ganzheitlich durchgeführt, in denen sowohl die Fahrzeuge in technischer Hinsicht, als auch die Verkehrsteilnehmenden hinsichtlich von erforderlichen Fahrerlaubnissen und der Beeinflussung von berauschenden Mitteln überprüft wurden. In diesem Zusammenhang wurden zahlreiche Verwarngelder erhoben, jedoch konnten erfreulicherweise keine Beeinflussungen durch Alkohol oder Betäubungsmittel festgestellt werden.mv

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