Kommt jetzt der dritte Autohof?

Pläne nehmen wieder Fahrt auf / Aufstellungsbschlüsse am Montag im Stadtrat

Mahlum/Bockenem. Bereits im November 2015 ging der Plan eines Investors, direkt an der Autobahnzufahrt ein Auto-Reise-Center mit mehreren Dutzend Lkw-Stellplätzen, Tankstelle und Hotel zu bauen durch die politischen Gremien der Stadt Bockenem. Am 7. Dezember entschied der Stadtrat, das Vorhaben grundsätzlich zu unterstützen. Im April des darauffolgenden Jahres gab es eine Info-Veranstaltung im Rathaus, bei dem der Investor seine Pläne vorstellte. Danach wurde es aber ruhig um das Vorhaben und auch die Verwaltung ging davon aus, dass es gestorben sei, da auch auf E-Mails nicht mehr geantwortet wurde.

Dann gab es aber eine Umstrukturierung in der Firma, ein neuer Berater wurde angestellt. „Dieser war wesentlich engagierter“, berichtete Bürgermeister Rainer Block am Montagabend bei einer Info-Veranstaltung in Mahlum, zu dem der dortige Ortsrat eingeladen hatte. Von August vergangenen bis Anfang diesen Jahres wurden die Grundstücke von den Landwirten aufgekauft und auch bereits vermessen. Bei der Ratssitzung am kommenden Montag, 23. April, stehen die Punkte Aufstellungsbeschlüsse zur Bebauungsplan- und Flächennutzungsplanänderung auf der Tagesordnung. Dadurch etwas aufgeschreckt, kamen rund 70 Personen zum Infotermin.

Der Investor, das Hamburger Unternehmen Paribus ARC Bockenem GmbH & Co. KG, plant auf der Fläche direkt an der Autobahnabfahrt mehr als 100 Lkw-Stellplätze, der Großteil davon extra gesichert, eine Tankstelle, ein Hotel (vermutlich der IBIS-Kette) mit 82 Zimmern sowie ein Backshop und Gastronomie. Die Zufahrt erfolgt über einen Kreisel an der Autobahnzufahrt in Fahrtrichtung Süden.

So zielten in der Diskussion die meisten Argumente auch auf die Konkurrenz die dadurch für die bereits bestehenden beiden Autohöfe in unmittelbarer entsteht. Auf der einen Seite entstehe etwas Neues, auf der anderen gehe aber etwas kaputt, hieß es. Was das denn für rund 90 Arbeitsplätze seien, die da entstünden. Vermutlich Teilzeitarbeitsplätze, so die Kritiker. Doch nicht alle Anwesenden waren gegen das Vorhaben eingestellt. Auch diese Teilzeitarbeitsplätze würden gebraucht, hieß es von der anderen Seite. Ein weiteres Argument, dass durch zusätzliche Autohöfe der Lkw-Verkehr gefördert werde, wurde mit den Worten gekontert: „Der wird nicht gefördert, der ist schon da.“

Ein Großteil konnte dem jedoch nichts abgewinnen. Die Lichtverschmutzung durch Werbeschilder und den bewachten Parkplatz nehme genauso zu, wie der Lärm. Insbesondere Mahlum werde davon betroffen. Ein weiterer Kritiker sah den immensen Flächenfraß und weitere Versiegelung der Landschaft. Auch den Bedarf zweifelten einige Besucher an. Schon der ARAL-Autohof sei nicht voll, da brauche es keine weiteren Stellplätze für Lkw.

„Es gibt wohl kein Projekt in Deutschland mehr, dass auf ungeteilte Freude stößt“, so Bürgermeister Block. Letztlich entscheide die Politik, ob sie dem Vorhaben zustimmt, oder nicht. Er habe entschieden, dass das Thema auf einer öffentlichen Ratssitzung besprochen wird und nicht, wie es auch möglich gewesen wäre, im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss. Wenn sich der Rat am Montag für die beiden Aufstellungsbeschlüsse entscheide, rechnet Block mit ein bis eineinhalb Jahren Planungszeit. In dieser findet dann auch die Bürgerbeteiligung statt. Sie und auch Behörden können Einwände und Anregungen einbringen.

Am Ende blieb der Aufruf der Kritiker, die Ratssitzung am kommenden Montag zu besuchen.dh

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