Landratskandidat ist zu Gast

Beim ersten Stammtisch der SPD nach der Corona-Pause ist Bernd Lynack in Bockenem / Termine in der Stadt

Der Landratskandidat und aktuelle Landtagsabgeordnete der SPD, Bernd Lynack, war in Bockenem zu Gast und sprach unter anderem mit von der Corona-Pandemie betroffenen Geschäftsleuten, wie hier Yvonne Leichsering vom Hotel Kniep-Kolle.

Bockenem. Nach erneuter Corona-Pause fand kürzlich der erste politische Stammtisch des SPD-Ortsvereins Ambergau / Bockenem statt. Zu Gast war diesmal der Landtagsabgeordnete und Landratskandidat Bernd Lynack. Während den Teilnehmern sonst eher die Plauschrunden wichtig sind, galt diesmal die ganze Aufmerksamkeit dem Landratkandidaten, der die vielfältigen Fragen gerne beantwortete. So wurde unter anderem angesprochen, dass der Tarif rosa für die Eltern im Südkreis zu erheblich höherer Belastung geführt hat. Bernd Lynack antwortete, dass sein Ziel sei, sich gemeinsam mit anderen Landräten für ein größeres Tarifgebiet mit insgesamt günstigeren Preisen für alle stark zu machen. Als positives Beispiel wurde die Neugestaltung des ÖPNV in Hameln genannt. Daran anschließend kamen der Wunsch nach Informationsverbesserung durch die Bahn bei Verspätung, damit man sich schon in Hildesheim für den richtigen Zug entscheidet, für sicheren Busanschluss nach Bockenem und die Umsetzung der ökologischen Ziele der Landes-SPD im Kreis und insbesondere in Bockenem. Hier ergänzte Rainer Block, dass sein Ziel ein großes Projekt pro Jahr sei.

Ein weiteres wichtiges Thema waren Erhalt und Verbesserung der KiTas. Dass die dritte Stelle kommen soll, wurde allgemein positiv bewertet. Auch wenn die Argumentation Lynacks, dass erst genug Personal ausgebildet werden müsse, allen verständlich ist, wird die lange Zeit bis zur Umsetzung dennoch bedauert.

Seitens der Besucher wurde angeregt, nicht vollständig ausgebildetes Personal für die dritte Stelle alternativ in Erwägung zu ziehen. Weiterhin wurde tagesaktuell die Kritik von Boris Pistorius an der europäischen Flüchtlingspolitik aufgegriffen und der Wunsch nach Wirtschafts- und Wohnraumförderung in der Fläche sowie die Verbesserung der Zusammenarbeit der Kommunen untereinander. In diesem Zusammenhang sagte Bernd Lynack im Landtag volle Unterstützung im Kampf gegen die Herauslösung einzelner Gemeinden aus den derzeitigen Hildesheimer Landtagswahlkreisen zu, so wie es derzeit für Bockenem im Raum steht. Als letztes wurde der Wunsch ausgesprochen, Bernd Lynack nach der Wahl zum Landrat regelmäßig bei Veranstaltungen sehen zu wollen. Woraufhin dieser von den vorangehenden Eindrücken des Tages berichtete und bekräftigte, dass er bald wiederkommen wird und sein Ziel bleibt, ein Landrat für die Stadt und in der Fläche zu sein.

Gespräche mit Gewerbeleuten und Vereinen

Im Vorfeld zum Stammtisch standen Gespräche mit Bockenemer Einwohnern, Gewerbetreibenden und Vereinen auf dem Tagesplan. Die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Dr. Katja Günther-Schade erläuterte, dass sie, seit sie Anfang des Jahres den Ausschuss für Finanzen und Wirtschaftsförderung im Stadtrat übernommen hatte, viele Ängste und Nöte erreicht hätten. Sie hätte daraufhin gezielt mit besonders belasteten oder kreativen Gewerbetreibenden Kontakt aufgenommen, um die Zeit für ausführliche Gespräche in den Ladengeschäften rund um die Königstraße zu nutzen.

Hierbei zeigte sich, dass viele Probleme in den Medien nicht erfasst werden. So können Selbstständige nicht einfach ihren Anspruch auf zusätzliche Kinderbetreuungstage nutzen und Zuhause bleiben. In allen Branchen werden mangelnde Lieferfähigkeit von Waren, Überlagerung durch fehlenden Abverkauf und Ausfall von Wartung oder Reparaturen durch Servicetechniker vorort bemängelt. Einige Geschäfte konnten nur überleben, weil ihre Besitzer zusätzlich andere Erwerbstätigkeiten aufnahmen oder kreative Liefer-/Abholkonzepte entwickelten. Für viele bedeutete dies ein hohes Maß an Mehrarbeit. Die meisten Geschäftsleute wären jetzt auf eine finanzielle Nach-Coronahilfe angewiesen, um ihren Betrieb wieder regulär aufnehmen zu können. Außerdem wurde der Wunsch nach einer Restart-Aktion mit Unterstützung der Stadt geäußert.

Besuch im Museum

Im Anschluss an die Ladengeschäfte konnte das Turmuhrenmuseum besucht werden, das ebenfalls lange Zeit geschlossen war. Da die Geschichte der Firma Weule unmittelbar mit Bockenem zusammenhängt, war man froh, dass dieser Besuch und eine Führung durch die Ausstellung wieder möglich war.

Auch sonst blieb es kulturell ruhig im vergangenen Jahr. Hierüber wurde mit den Mitgliedern des Kulturladen e. V. gesprochen. Die Vereinsmitglieder erklärten, dass sie den Lockdown genutzt hätten, um Förderanträge für die anstehenden Renovierungen zu stellen. Außerdem kamen die besonderen finanziellen Probleme der Künstler zur Sprache. Viele stünden mit dem Rücken zur Wand. Dies betrifft in gleichem Maße größere Institutionen. Hier wäre ebenfalls eine Anschlussfinanzierung wichtig, „damit es nicht dunkel wird“. Der Vorsitzende Claus-Ulrich Heinke berichtete, dass im Zuge der Bewerbung für die Kulturstadt 2025 die Gemeinden im Landkreis Hildesheim kulturell zusammengewachsen wären. Bernd Lynack hält daran fest, „alle Kirchtürme“ im Kreis gleichmäßig am Leuchten zu halten, da es bei der Wohnortsuche oft ein Kriterium ist, ob einem kulturell etwas in der direkten Nähe geboten wird.

Ein besonderer Termin war dann noch ein Halt im Hotel Kniep-Kolle, das Yvonne Leichsering mitten im Lockdown übernommen hatte. Die Wirtin überzeugte schon während des Lockdowns mit kreativen Ideen. So hat sie Senioren Essen auf Rädern, Torten zum Abholen und selbstgemachtes Eis aus Berlin im Angebot. Die erste Zeit hat Yvonne Leichsering zum Renovieren genutzt, sodass der Frühstücksaum, der Gastraum und der kleine Versammlungssaal bereits hell und freundlich im neuen Glanz erstrahlen. Hier sollen bald wieder Stammtische stattfinden. Für diejenigen, die lieber mit Abstand im Freien sitzen möchten, bietet sich der Biergarten an.

Ebenso standen die Bockenemer Sportvereine in den vergangenen eineinhalb Jahren vor besonderen Herausforderungen. Katja Lauterbach, Vorsitzende des SV Bockenem 07 hätte sich dabei vom Kreis mehr Unterstützung gewünscht. Die Umsetzung der jeweils geltenden Auflagen, mit oft nur sehr kurzen Vorlaufzeiten neben Beruf und den sonstigen Vereinstätigkeiten, seien für viele Ehrenamtler eine Herausforderung gewesen.red

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