Letzte weiße Flecken werden mit Glasfaseranschlüssen versorgt

Telekom baut nach Wohlenhausen und in die Gewerbegebiete / Stadt beteiligt sich mit 70.000 Euro

Glasfaser bis ins Hause: Das gibt es bald auch in Wohlenhausen und den Gewerbegebieten Bockenems. Die Telekom baut die Leitungen nun mit Fördermitteln.

Bockenem. Schon oft hatten die Wohlenhäuser Hoffnung, immer wurden sie enttäuscht. Doch nun wird es tatsächlich etwas: Der kleinste Ort im Stadtgebiet bekommt schnelles Internet. Und nicht nur er, auch die beiden Gewerbegebiete in Bockenem werden nun versorgt. Möglich wird dies durch Fördermittel. Bisher waren die Vorhaben immer an der Wirtschaftlichkeit gescheitert. Mehrere Anläufe, dass Wohlenhausen von Unternehmen eigenwirtschaftlich versorgt wird, waren gescheitert. In dem Verfahren hat sich nun die Telekom gegenüber anderen Wettbewerbern durchgesetzt und wird Glasfaserkabel verlegen – die Verträge sind im Unterschied zum letzten Mal bereits unterschrieben.

Doch nicht nur Bockenem profitiert, denn das Verfahren ging vom Landkreis aus und versorgt insgesamt 876 Adressen im Kreisgebiet. „Für das Kreisgebiet bedeutet dies einen entscheidenden Entwicklungsschub, da jetzt die unterversorgten Schulen, Krankenhäuser und Privathaushalte deutlich besser aufgestellt werden können. Es bedeutet vor allem technische Weiterentwicklung und Verbesserung der Lebensqualität“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises.

„Ich bin dem Landkreis dankbar für die Durchführung und die finanzielle Beteiligung“, äußerte sich Bockenems Bürgermeister Rainer Block. Der Kreis schießt mit seinen Gemeinden insgesamt fünf Millionen Euro zu, Bockenem beteiligt sich mit 70.000 Euro. Vom Land Niedersachsen und dem Bund kommen werden weitere Zuwendungen in Höhe von elf Millionen Euro erwartet. „Ich freue mich wie Bolle für Wohlenhausen. Die konnten zwischenzeitlich schon denken, vergessen worden zu sein“. Zudem sei es gut, dass nicht nur private Haushalte profitieren, sondern auch die Gewerbegebiete. Die Meteor dränge schon länger auf einen schnellen Anschluss, weil die Maschinen dort miteinander kommunizieren müssten. Auch der Gewerbepark im Südosten der Stadt hat bisher keine ausreichenden Übertragungsgeschwindigkeiten, was das ein oder andere Unternehmen schon davon abhält, sich dort anzusiedeln.

Einziges Ärgernis aus Blocks Sicht war, dass es so lange gedauert hat, bis es nun zur Entscheidung kam: „Wie lange solch ein Verfahren dauert, dass kann man den Bürgern nicht mehr erklären“. Der Landkreis bittet dagegen um Verständnis: „Dieses Projekt ist aufgrund seiner rechtlichen und komplexen Art ein nicht alltägliches, insofern sind alle Beteiligten äußerst zufrieden, diesen langen und bürokratischen Aufwand gemeinsam gemeistert haben“. Auch durch die Corona-Pandemie habe sich einiges verzögert. Zwischenzeitlich stand das Projekt mehrfach auf der Kippe, zwischenzeitlich entschieden die Kreispolitiker, dass der Kreis im Vergleich zur ursprünglichen Kalkulation gestiegene Kosten in Höhe von etwa 700.000 Euro komplett übernimmt.

Vor etwa zweieinhalb Jahren begann die erforderliche Markterkundung. Dabei wurden 876 Adressen identifiziert, die eine Internetversorgung von unter 30 Mbit/s. zu verzeichnen hatten. „Diese Hausanschlüsse wären von den Telekommunikationsunternehmen niemals in eigenwirtschaftlicher Art und Weise ausgebaut worden und wären damit ‘abgehängt‘ gewesen. Da eine ausreichende Versorgung mit Internet inzwischen in den Bereich der Daseinsvorsorge fällt, hat der Kreis hier im Interesse der Bürger handeln müssen“, erklärt Erste Kreisrätin Evelin Wißmann. Es ist das erste Mal, dass der Kreis in diesem Bereich Fördermittel beantragt. Bis dahin hatte er immer auf die eigenwirtschaftlichen Marktkräfte vertraut und dadurch laut eigener Aussage erhebliche Finanzmittel gespart. „In den umliegenden Landkreisen und der Region Hannover wurden in der Vergangenheit teils erhebliche Förderinvestitionen getätigt und haben im Ergebnis keine besseren Versorgungsgrade erreicht als im Landkreis Hildesheim“.

Wann es nun mit den Bauarbeiten losgeht, wird nun geplant. „Das kann möglicherweise auch noch ein wenig dauern, denn bekanntlich sind momentan bundesweit alle Landkreise hinsichtlich einer Verbesserung der Breitbandversorgung aktiv“, heißt. Eine Frist gibt es allerdings: Bis Ende des Jahres 2023 müssen die Leitungen verlegt sein. „Ich habe bereits mit Verantwortlichen der Telekom gesprochen und möchte natürlich, dass es so schnell wie möglich losgeht“, meinte dazu der Bürgermeister. Einen Termin kann er natürlich aber auch nicht versprechen.dh

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