Mit dem Rad durch Südamerika

Wiebke Lühmann radelt 5.000 Kilometer durch Kolumbien, Peru und Ecuador

Wiebke Lühmann startet Anfang Februar zu einer 5000 Kilometer langen Radtour durch Peru, Ecuador und Kolumbien. Mit dem Rad ihrer Mutter dreht die Studentin noch einmal eine Runde über den Bockenemer Buchholzmarkt.

Bockenem. Für Wiebke Lühmann beginnt bald das größte Abenteuer ihres Lebens. Anfang Februar startet die junge Frau, die im vergangenen Jahr in Göttingen ihr Studium in der Fachrichtung Wirtschaftspädagogik und Englisch beendet hat, zu einer etwa 5.000 Kilometer langen Radtour durch Peru, Ecuador und Kolumbien. Die Vorbereitungen sind zum großen Teil abgeschlossen. Doch bevor die Reise beginnt, war Wiebke Lühmann noch einmal in Bockenem bei ihrer Mutter Jutta Walter zu Gast.

Bei der Gelegenheit hat ihr Pastor Ralph Thomas Strack einen Reisesegen mit auf den Weg gegeben, der auch ihrer Mutter ein Stück Sicherheit vermittelt: „Ich lasse sie in Gottes Namen ziehen.“ Schließlich radelt die 24-Jährige ganz allein auf sich gestellt durch Länder, die immer wieder durch düstere Drogengeschäfte, wilde Schießereien oder Übergriffe auf Touristen Schlagzeilen machen. „Für mich war klar, dass ich zwischen Bachelor und Master eine größere Reise mache. Dabei möchte ich in erster Linie mein Spanisch verbessern“, berichtet die begeisterte Triathletin, die erst vor zwei Jahren mit dem Leistungssport begann.

„Meine Schwester hat mir 2015 zu Weihnachten einen Startplatz beim Halbmarathon in Hannover geschenkt“, erzählt sie. Weil sie auch gerne mit dem Rad unterwegs ist und schwimmt, bot sich der Mehrkampf geradezu an. Ihr größter Erfolg war im vergangenen Jahr der Gewinn des Halbmarathons in Braunschweig. Mal eben vor dem Frühstück auf den Brocken laufen oder mit dem Rennrad die Alpen überqueren, das gehörte für Wiebke Lühmann in der Vergangenheit fast schon zum Alltag. Daher fühlt sich die Sportlerin durchaus fit für den Trip.

Nun ist die Studentin aber sehr gespannt auf die Zeit in Südamerika. „Von Kolumbien habe ich am längsten geträumt“, erinnert sie sich. Von Februar bis September soll der Aufenthalt dauern. Zuvor geht es noch zehn Tage zu ihrer Cousine nach Mexiko. „Das bietet sich ja geradezu an“, berichtet die frühere Bockenemerin, die bereits nach dem Abi sechs Monate mit dem Rucksack in Australien verbrachte. Auf Übernachtungen im Zelt will die Leistungssportlerin bei ihrem neuen Projekt möglichst verzichten. Vielmehr setzt sie auf spezielle Plattformen für Radfahrer, die Angebote für die Nacht offerieren. Aber auch die Option, eine Zeit lang für Kost und Logis zu arbeiten, könnte sich Wiebke Lühmann durchaus vorstellen.

Ihr geht es insbesondere darum, Land und Leute kennenzulernen. Und wenn es am Ende ein paar Kilometer weniger sind, sei das auch nicht weiter schlimm. „Ankommen und durchatmen ist mein Ziel“, so Wiebke Lühmann. Sie weiß, dass die Kolumbianer sehr offen für Radfahrer sind. Zudem will sie sich mit anderen Radfahrern vernetzten und nach Möglichkeit auch gemeinsam die Etappen in Angriff nehmen. „Mal schauen, wen man trifft. Erinnerungen zu teilen ist allemal schöner als nur allein unterwegs zu sein“, meint die junge Frau, die ihr zwölf Kilogramm schweres Trekkingrad gerade für den langen Flug fit macht.

Um der Gefahren gerade in Kolumbien sei sie sich schon bewusst. „Ich höre auf den Rat der Einheimischen und meide natürlich entsprechende Gebiete“, sagt dazu die 24-Jährige. Die Freude auf die Reise würde aber ganz klar überwiegen. Derzeit werden bereits auf Instagram die ersten Kontakte in die ferne Welt geknüpft. Auf ihrem Account „@wiebkelueh“ berichtet sie natürlich während der acht Monate auch über das eine oder andere Erlebnis. Über das Netz hält sie ebenfalls den Kontakt zu der alten Heimat und ihren Freund.mv

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