Miteinander reden

Bockenemer Kulturpädagogin Jutta Walter lädt zu einer fünfteiligen Veranstaltungsreihe

„Wir müssen miteinander reden“, heißt dieses Bild aus dem Bockenemer Kunstkalender 2020. Genau das möchte Jutta Walter mit ihrer Veranstaltungsreihe erreichen. Schirmherr ist Bürgermeister Rainer Block (rechts), Amtsleiter Holger Pieper unterstützt dabei.

Bockenem. „Das Fremde in der neuen Heimat“ heißt eine fünfteilige Veranstaltungsreihe, die die Bockenemer Kulturpädagogin Jutta Walter geplant hat. Dabei dreht es sich um das Thema Migration und Teilhabe, das aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird: Kunst, Musik, Diskussion, Diashow. Schirmherr der Reihe ist Bürgermeister Rainer Block.

Der Untertitel „schwarz-weiß in Farbe“ deutet schon daraufhin, dass es in erster Linie um den Kontrast von Afrika und Deutschland geht. Warum gerade Afrika, es gebe in Bockenem doch eher Zuwanderung aus Bulgarien oder dem Nahen Osten, sei sie schon des öfteren gefragt worden. „Schwarz und weiß sind die größten Kontraste in der Malerei und fallen am meisten auf, daher habe ich diesen gewählt“, erklärt Jutta Walter. Freunde von ihr seien zudem zwei Jahre lang durch Afrika gefahren und haben von dort unzählige Fotos mitgebracht. Diese werden sie in einem Teil der Veranstaltung präsentieren. Und nicht zuletzt sei ihre Tochter Rebekka neun Monate lang als Freiwilligenhelferin in Tansania aktiv gewesen und hat von dort viele afrikanische Kleider und Stoffe mitgebracht. Diese sind nun an Marion Imholz weitergereicht worden, die den ökumenischen Kinderchor Ambergau leitet. Diese sei davon so begeistert gewesen, dass sie sofort sagte, dass das nächste Projekt etwas Afrikanisches werde. Das Ergebnis wird ebenfalls ein Teil der Veranstaltungsreihe sein.

Musik und Diashow rahmen eine Expertenrunde ein, die am Mittwoch, 27. November, im Rathaus stattfinden und mit einem prominenten Gast aufwarten kann – die niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf. Mit dabei sind auch Zaki Al-Maboren, der gebürtige Sudanese und seit vielen Jahren in Kassel lebende Künstler sowie als lokale Vertreter der evangelische Pastor Ralph-Thomas Strack und die Flüchtlingssozialarbeiterin Beate Ziegenfuß. In fünf- bis achtminütigen Kurzreferaten führen sie aus ihren unterschiedlichen Sichtweisen zum Thema hin, bevor die Diskussion eröffnet wird. Die Moderation übernimmt Ulrich Gräbig aus Königsdahlum.

Jutta Walter ist als Kulturpädagogin schon mehrere Projekte gemeinsam mit anderen Gruppen angegangen, zum Beispiel der Kirche, den Landfrauen, dem Kulturladen oder der Stadt. Dabei möchte sie auch gerne etwas vom Zeitgeist aufschnappen: „Unser Stadtbild hat sich durch die vielen Zuwanderer und Flüchtlinge sehr verändert. Besonders haben wir in den letzten zwei Jahren viele Bulgaren bekommen. Mit diesen Veränderungen bekommen wir neue Herausforderungen für das Zusammenleben. Diesen müssen wir uns stellen und das geht nur zusammen“, bekräftigt sie. Dabei dürfe es durchaus unterschiedliche Meinungen geben. Doch letztlich sagt sie: Wir müssen miteinander reben – so lautet auch die Kernaussage ihres Projektes.

Umrahmt wird dieses von einer Bilderausstellung im Rathaus. Neben dem Kasseler Künstler Zaki Al-Maboren werden Walter selbst und drei Künstlerinnen aus ihrer Malgruppe vom 3. November bis 31. Januar im gesamten Rathaus ausstellen.

Einen Dank richtet die Kulturpädagogin neben den Kooparationspartnern MiA und Kirchengemeinde auch an die Stadt Bockenem sowie die Bürgerstiftung, die finanziell unterstützen. Bürgermeister Rainer Block hat gerne die Schirmherrschaft übernommen und sieht die Veranstaltungen auch als Chance an, das Rathaus für Themen abseits der (Lokal)Politik zu öffnen. „Es ist ein schönes kulturpädagogisches Projekt. Ich hoffe, dass es auf das Interesse der Bockenemer stößt“, so Jutta Walter abschließend.dh

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