Neue Generation an Ersthelfern

Sanitätsschule Oliver Blake lehrt Grundschülern Erste Hilfe / Unterstützung von AWO-Lädchen und Förderverein

Dritt- und Viertklässler lernten, wie sie die Überlebenschancen einer Person mit Herzstillstand durch Herzdruck-Massage und Mund-zu-Mund-Beantwortung erhöhen können.

Bornum. Zum zweiten Mal war die Sanitätsschule Oliver Blake aus Bockenem zu Gast in der Grundschule Bornum, um allen Schülern die Grundlagen der Ersten Hilfe beizubringen. „Viele Erwachsene haben Angst, im Notfall etwas falsch zu machen oder wissen gar nicht, was zu tun ist. Aber man kann eigentlich nichts falsch machen. Ohne Hilfe sterben die Betroffenen, also ist alles andere besser“, so Blake. Je früher man den Kindern die Angst nehme, desto wahrscheinlicher sei es, dass sie auch tatsächlich helfen, wenn es notwendig ist. „Wir wollen so eine neue Generation an Ersthelfern aufbauen“, erklärt Blake die Motivation. Durch die Multiplikation soll zudem eine erhöhte Aufmerksamkeit erreicht werden.

Schon die Eingangsstufe, also die Erst- und Zweitklässler lernten, wie sie sich in einem Notfall zu verhalten haben. „In erster Linie steht immer der Eigenschutz“, erzählte Blake. Sie erfuhren zudem, wie sie einen Notruf korrekt absetzen, die verletzte Person in die stabile Seitenlage bringen können und wie verschiedene Arten von Wunden richtig versorgt werden. Die Dritt- und Viertklässler erfuhren zudem, wie sie einen Menschen wiederbeleben können. Sowohl über eine Herzdruck-Massage und Mund-zu-Mund-Beatmung, als auch mit einem Defibrillator.

„Das ist ganz wichtig“, betonte Blake. 60 von 100 Erwachsenen mit Herzstillstand kommen nicht ins Leben zurück. Denn schon nach drei Minuten ohne Sauerstoff treten im Gehirn erste bleibende Schäden auf. „So schnell können die Rettungswagen meistens gar nicht vor Ort sein, daher sind die Ersthelfer ganz wichtig.“ Und, so Blake, die Kinder setzen das Erlernte auch tatsächlich um. In Clausthal-Zellerfeld rettete ein Zehnjähriger seinen Vater, der mit einer Lungenembolie plötzlich umkippte. Ähnliches passierte bereits in Salzgitter.

Und weil die jungen Schülerinnen und Schüler künftig Dank der Ausbildung potenzielle Lebensretter sind, haben sowohl das AWO-Lädchen als auch der Grundschul-Förderverein jeweils 250 Euro für die Schulung dazugegeben. So mussten die Kinder selbst nur einen kleinen Teil dazubezahlen. „Das ist eine ganz wichtige Sache. Wir haben das im vergangenen Jahr schon miterlebt und helfen gerne wieder“, sagt AWO-Chefin Ursula Lother dazu. Vier Dozenten waren in Bornum im Einsatz, neben einen Kinder-Krankenschwester auch drei Rettungssanitäter – alles ausgebildete Kräfte.

Insbesondere die Defibrillatoren und der Umgang mit ihnen, möchte Oliver Blake auch gerne der breiten Öffentlichkeit bekanntmachen. Eine Idee ist eine öffentliche Informationsveranstaltung, bei der jeder Interessierte sich einmal an einem solchen „Defi“ ausprobieren kann. „Das ist ganz einfach, da jeder Schritt vom Gerät selber erklärt wird“, nimmt Blake die Angst vor der Benutzung.dh

Bockenem

Nur ein kleiner Vorfall

Defibrillator kurz vor der Aufstellung