Neue Ortsvorsteher für Störy und Upstedt

Melina Burgdorf und Jan von Biedersee sind nun die „verlängerten Arme der Verwaltung“

Beginn und Abschied: Bürgermeister Rainer Block entließ Dr. Gerhard Bartels als Ortsvorsteher von Upstedt und führte neu als Ortsvorsteher Melina Burgdorf für Störy und Jan von Biedersee für Upstedt ein (von links).

Bockenem. Ein Lichtblick angesichts der schmalen personellen Ressourcen in der kommunalpolitischen Szenerie des Ambergaus: Während der Ratssitzung am Montag konnte Bürgermeister Rainer Block zwei neue Ortsvorsteher vereidigen, welche erfreulicherweise der jüngeren Erwachsenengeneration angehören. Es sind die erst 19-jährige Melina Burgdorf aus Störy, Am Schlittenberg 2, und der 29-jährige Jan von Biederseee aus Upstedt, Liethfeld 2. Für beide hatte die CDU das Vorschlagsrecht. Melina Burgdorf tritt an die Stelle von Patrick Heine, welcher seinen Wohnsitz in Störy aufgegeben hat, und Jan von Biedersee ist Nachfolger von Dr. Gerhard Bartels. Es sei schön, dass sich zwei junge Leute für diese Aufgabe gefunden haben, stellte die stellvertretende Ratsvorsitzende Dr. Katja Günther-Schade fest, welche an diesem Tage die Sitzung leitete, und Bürgermeister Block betonte, dass es in der Gegenwart immer schwieriger werde, Personen zu finden, die sich für ihren Ort einsetzten.

In Upstedt hatte der bisherigen Ortsvorsteher Dr. Gerhard Bartels dieses Amt „als verlängerter Arm der Verwaltung“ 23 Jahre lang geführt. Neben seinen zahlreichen anderen Ämtern und öffentlichen Verpflichtungen sei dies eine außerordentliche Leistung, dankten ihm bei der Überreichung seiner Entlassurkunde unisono die Mitglieder des Rates. Dr. Bartels, der über viele Jahre die CDU-Fraktion geführt hat und dem Rat auch gegenwärtig noch angehört, konnte insbesondere die Anerkennung von Seiten der CDU-Fraktion entgegennehmen, welche diese mit dem Erheben von den Plätzen gebührend zum Ausdruck brachte. Seine politische Leistung erfordere Respekt, hatte der CDU-Vorsitzende Fabian Thomas betont. Recht nüchtern zu Allem äußerte sich allerdings der so Geehrte mit der an seinen Nachfolger gerichteten Feststellung, dass es „als Ortsvorsteher eigentlich gar nicht so schlimm“ gewesen sei. Die Aufgabe habe ihm Spaß gemacht, und er habe sich gerne für seine Mitbürger in Upstedt eingesetzt.

Enttäuschungen gab es bei der Ratssitzung hingegen für die UWG. Sie hatte zwei Anträge eingebracht, welche beide keine Mehrheit fanden und damit abgelehnt wurden. Im ersten vom UWG-Fraktionsvorsitzenden Ambrosius Gaschler eingebrachten Antrag ging es darum, eine früher schon einmal angedachte Verbindung zwischen der Schlewecker Straße und der Nordstraße zu schaffen, womit insbesondere letztere entlastet werden könne. Dazu sei vorerst die Möglichkeit des Erwerbs benötigter Grundstücke zu prüfen. Ein derartiges Vorhaben erfordere mit rund 700.000 Euro viel zu hohe Kosten und sollte deshalb momentan nicht weiter verfolgt werden, begründete der Bürgermeister die anschließende Ablehnung.

Den ebenfalls negativen Bescheid des zweiten Antrags, in dem die Nachtabschaltung der Straßenlaternen im Stadtgebiet in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr gefordert wurde, kassierte die Gruppe UWG/Grüne auf eine vorherige Ablehnung durch den Verwaltungsausschuss hin. Die Gesamtkosten für den Mehraufwand hätten 4.200 Euro erfordert, das Umschalten an 39 Stationen und erhöhte Stromverbrauchskosten bedeutet. Für Peter Dreymann von der UWG war damit die Absicht gescheitert, den Bürgern angesichts von 1,7 Millionen Euro Grundsteuer pro Jahr „etwas zurückzugeben“ und ihnen einen hellen Ausgang in der dunklen Jahreszeit zu bescheren.

Der bereits einmal im Feuerschutz-Ausschuss ohne Ergebnis behandelte Antrag des Ratsherrn Karl-Heinz Hodur auf Doppelmitgliedschaft in der Feuerwehr soll nach Willen des Rats nun noch einmal in den Ausschuss zurück übergeben werden. Verbunden mit einer solchen Doppelmitgliedschaft, die momentan vor allem für vier Angehörige des Bockenemer Betriebshofes in Frage käme, ist unter anderem die Stellung von zusätzlicher Einsatzbekleidung.

Zum Schluss der Ratssitzung, auf der es die erwartete Zustimmung zur 60.000 Euro kostenden Renovierung der Nordfassade des Museums erfolgte, gab es durch Holger Pieper von der Verwaltung die Vorstellung der neuen Freizeitkarten für die Stadt. Dabei handelt es sich um das Ergebnis eines gemeinsamen Projekts der in der „Region nette innerste“ seit 2014 zusammengeschlossenen vier Gemeinden Bockenem, Bad Salzdetfurth, Holle und Schellerten mit dem Ziel der Umsetzung eines touristischen Konzeptes. Entstanden sind dabei für Bockenem zwölf Hinweistafeln, zwei Übersichtskarten und vier Tourenflyer.

Letztere betreffen den Rundradweg Nettetal, einen Bockenemer Panorama-Rundweg, ein Drei-Wandertouren-Angebot und den Rundgang durch die Bockenemer Altstadt. Alle diese Angaben und Daten sind auch im Internet abrufbar. Die Gesamtkosten des Projekts aller vier Gemeinden erforderten 49.900 Euro, von denen 14.450 auf die Stadt Bockenem entfielen. Abzüglich der geleisteten öffentlichen Fördermittel verbleiben ihr jedoch nur Kosten in Höhe von 3.900 Euro.mk

Bockenem

Die Rutsche ist ein Problem

Hier fühlen sich Insekten wohl