Ostern mal anders

Keine Gottesdienste, keine Osterfeuer, keine großen Feiern – aber die Gemeinden haben sich etwas ausgedacht

Die Osterkerze brennt auch in diesem Jahr, selbst, wenn das Fest an sich anders begangen wird als sonst. In Bornum, Jerze und Ortshausen bekommen die älteren Gemeindemitglieder ein kleines Osterfrühstück nach Hause gebracht.

Ambergau. Es wird kein normales Osterfest, soviel steht schon fest. Die traditionellen Osterfeuer sind genauso untersagt, wie die Gottesdienste. Auch privat sind die Menschen dazu aufgefordert, lediglich innerhalb der Familien zusammenzukommen. Doch auch dies wird nur eingeschränkt möglich sein, schließlich möchten viele ihre Angehörigen nicht gefährden, sollten diese einer der Risikogruppen angehören. Die Kirchengemeinden haben sich daher einiges einfallen lassen, um dennoch den höchsten der christlichen Feiertage zu begehen.

Gottesdienst „to go“

In der evangelischen Gemeinde St. Jacobus im Ambergau, zu der die Ortschaften Werder, Schlewecke, Volkersheim, Mahlum und Bodenstein gehören, gibt es für jeden Ort eine Art „Gottesdienst to go“. Ab dem Morgen des Ostersonntag geht es in jeder Ortschaft an der Kirche los. Von dort werden die Gläubigen über acht Stationen geführt. Natürlich sind dabei die entsprechenen Regelungen bezüglich des Abstandes einzuhalten. „An jeder der Stationen gibt es einen Gedankenimpuls in Bezug auf Ostern sowie den Hinweis auf die nächste Station“, erklärt Pastorin Anne-Lisa Hein. So können die Gemeindemitglieder so etwas wie den üblichen Kreuzweg gehen. Als Andenken haben einige Mitglieder Pappschmetterlinge gebastelt und in die Erde gestellt, von denen sich jeder Kreuzänger einen mitnehmen kann. Geplant ist, den Weg bis zum kommenden Freitag offenzulassen. So hat jeder Interessent genügend Zeit, die Stationen bei einem Spaziergang abzugehen – egal ob direkt an Ostern, oder einige Tage später.

Das Osterfrühstück kommt ins Haus

Auch bei der evangelischen Kirchengemeinde Bornum, Jerze, Ortshausen hat sich der Kirchenvorstand etwas ausgedacht. „Miteinander frühstücken, ohne beieinander zu sein, geht das? In Gedanken bei den Großeltern sein, wie die wohl gerade frühstücken … oder bei anderen Freunden.“ Vor diesem Hintergrund bekommen die älteren Gemeindemitgliedern das „Osterfrühstück“ per Lieferservice durch die Kirchenvorsteher nach Hause gebracht. „Wenn auch nur in – im wahrsten Sinne abgespeckter Form – Osterei, Osterandacht von Pfarrerin Friedlinde Runge und die Osterkerze“, teilt der Kirchenvorstand mit. Denn nach sieben Wochen Verzicht, die einige hinter sich haben und ständigen Meldungen, das bestimmte Waren gerade nicht vorrätig sind, möchte die Gemeinde zeigen, dass sie sehr wohl etwas vorrätig hat: „Ja, die Kirchengemeinde hat neben der Osterkerze auch die gute Botschaft vorrätig: Christ ist erstanden“. Die Osterkerze kann sich übrigens jeder Interessent aus dem Carport am Pfarrhaus abholen.

Kirchen haben für „stille“ Gebete wieder geöffnet

Ab sofort sind die Kirchen wieder für „stille Gebet“ geöffnet. Das hat der Leiter des Krisenstabes beim Land Niedersachsen im Laufe der Woche bekanntgegeben. Einzelne Personen dürfen demnach Kirchen für ein stilles Gebet unter Wahrung des Abstandsgebotes betreten, ohne dass die Polizei dies als religiöse Zusammenkunft im Sinne der „Niedersächsischen Verordnung über die Beschränkung sozialer Kontakte zur Eindämmung der Pandemie“ bewertet. Davon unberührt gilt das Versammlungsverbot in Kirchen und Gemeindehäusern. Es dürfen auch weiterhin keine Gottesdienste, Andachten oder Gebetstreffen in den Kirchen stattfinden. Die Gotteshäuser dürfen also wieder öffnen, müssen es aber nicht. Grundsätzlich kann der Zugang in die Kirche nur unter Aufsicht geschehen. Diese Aufsichtsperson öffnet und schließt die Türen, achtet auf die Abstandsregeln, auch bei Wartenden vor der Kirche. Auch bei Beerdigungen gibt es Neuigkeiten: Künftig dürfen bis zu zehn Personen zur Trauergemeinde gehören, neben dem engsten Familienkreis dürfen auch enge Freunde mit dabei sein.dh

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