Politik möchte Richtlinie für Vereins-Zuschüsse

Erneut standen im Ausschuss diverse Zuschuss-Anträge zur Debatte / Weitere Impftermine für Bockenem

Das Tretbecken in Bornum braucht eine Sanierung. 200 Euro bekommt der Club der Naturfreunde erst einmal als Zuschuss, damit er das Becken für dieses Jahr instandsetzen kann. Mittelfristig sollen Fördermittel über das Dorferneuerungsprogramm beantragt werden.

Bockenem. Zuschussanträge von Vereinen waren am Dienstagabend im Ausschuss für Jugend, Schule und Bürgerangelegenheiten wieder einmal das Hauptthema. „Ich habe das Gefühl, dass immer, wenn wir einen Antrag positiv beschieden wird, weitere Anträge folgen“, fasste das Ausschussmitglied Karsten Treutler (CDU) zusammen, was wohl alle dachten. Drei Anträge standen diesmal zur Beratung an, ein weiterer kommt beim nächsten Mal an die Reihe. Es sei sinnvoll, einmal Leitlinien festzulegen, was für Anträge zuschussfähig seien. Außerdem solle es einen festen Zeitpunkt innerhalb eines Jahres geben, bis wann Anträge für den jeweiligen Haushalt einzureichen seien. „Dann müssen wir nicht jedes Mal darüber reden, sondern können das einmal während der Klausurberatungen erledigen“, so Treutler.

Ulrike Rupprecht, Leiterin des Bereichs, der bei der Verwaltung für Schule und Sport zuständig ist, merkte an, dass es solch einen Vorschlag von der Verwaltung bereits in den Jahren 2013/14 gegeben habe: „Damals wurde das vom Ausschuss abgelehnt, da es zu dem Zeitpunkt nicht so viele Anträge gab und man lieber jeden einzeln behandeln wollte“.

Die Meinung hat sich nun geändert, am Ende stimmten die Ausschussmitglieder dafür, dass es solche Richtlinien geben solle. Dazu sollen auch, bevor Anträge an den städtischen Haushalt gestellt, andere Mittel ausgeschöft werden. „Es gibt beim Landkreis einen großen Topf, der kaum angefragt wird. Da gehen über die Kreisumlage auch Gelder aus Bockenem hin“, meinte beispielsweise Peter Dreymann (UWG). Auch die Ortsräte seien oft bereit, Gelder dazuzugeben, so die Ausschussvorsitzende Katharina Spengler (CDU).

Konkret wurde am Dienstag aber auch über drei Anträge diskutiert, mit unterschiedlichem Ergebnis. Der FC Ambergau/Volkersheim hatte einen Antrag für eine neue Doppelgarage eingereicht. Da einige Fragen dazu offenblieben, wurde die Sitzung kurz unterbrochen, sodass der anwesende Ottfried Schwarz einige Erklärungen geben konnte. „Die bestehenden Garagen sind teilweise 50 Jahre alt und bekanntlich nicht mehr einbruchssicher. Da bringen auch neue Rolltore nichts mehr. Außerdem brauchen wir mehr Platz, weil wir nicht mehr alle unsere Gerätschaften unterbringen können.“ Der neue Unterstand soll eine Größe von rund sechs mal sechs Metern haben. Die Gesamtkosten betragen rund 11.000 Euro, der Verein beantragt einen Zuschuss über 4.800 Euro.
Ganz überzeugt waren die Ausschussmitglieder allerdings noch nicht, zumal der Verein gerade erst einen rund 11.000-Euro-Zuschuss für Arbeiten am Vereinsheim bekommen hat. Bei der nächsten Sitzung sollen sich die bestehenden Garagen und das geplante Projekt bei einem Vor-Ort-Termin angeschaut werden.

Schneller ging es beim Club der Naturfreunde Bornum. Das beliebte Tretbecken soll wieder zugänglich gemacht werden. Ende vergangenen Jahres wurden erneut einige Schäden erkannt, die behoben werden müssen. Der Boden hob sich durch Baumwurzeln, Risse taten sich auf und auch einige Fliesen hatten sich bewegt (der „Beobachter“ berichtete). In dem Zustand könnte das Becken in diesem Jahr nicht geöffnet werden. Um es erst einmal kurzfristig instandzusetzen beantragt der Verein einen Zuschuss in Höhe von 200 Euro. Eine größere Maßnahme könnte im Rahmen der Dorferneuerung „Ambergau Süd“ durchgeführt werden, allerdings frühestens 2022. Dem Antrag über die 200 Euro stimmte der Ausschuss schließlich zu.

Ablehnung erfuhr dagegen der Antrag des SV Bockenem 1919/08 über den Zuschuss zum Kauf eines Rasentraktormähers. Der Grund dafür war zum einen, dass dieser bereits vorher gekauft wurde. „Das ist schon etwas unglücklich, wenn etwas bereits angeschafft wurde und anschließend ein Zuschussantrag gestellt wird“, hieß es. Zudem ist im Vertrag der fußballtreibenden Vereine mit der Stadt festgelegt, dass die Vereine zwar jährliche Mittel zur Platzpflege bekommen, für die Anschaffung der Gerätschaften aber selbst zuständig sind.

Gute Nachrichten hatte Ulrike Rupprecht bezüglich der Impfungen gegen das Coronavirus. Denn der Landkreis hat 250 weitere Impfdosen für die Über-80-Jährigen in Bockenem zur Verfügung gestellt: „Damit können wir dann alle Personen in diesem Alter hier vor Ort impfen“. Zunächst finden am 16., 23. und 24. März die Zweitimpfungen der bereits einmal geimpften Senioren statt. Am 26. März und 3. April sind dann die noch unversorgten Über-80-Jährigen an der Reihe.

Zwei bestätigte Corona-Fälle und mehrere ausstehende Tests in der Grundschule Bockenem

Schlechte Nachrichten gab es jedoch aus der Grundschule Bockenem. Dort wurde eine Lehrerin positiv auf das Coronavirus getestet, der Test einer weiteren Lehrkraft war ebenfalls positiv. Die Ergebnisse von zwei weiteren Lehrkräften stehen noch aus. Zudem wird eine 4. Klasse komplett getestet. Der komplette 4. Jahrgang und eine 2. Klasse sind nun erst einmal in das Homeschooling gewechselt. Grund ist der Personalmangel aufgrund der Erkrankungen und Quarantänen. Die 2. Klasse soll in der nächsten Woche wieder zurück an die Schule kommen, sofern eine Vertretung organisiert werden konnte.

Erfreulich ist hingegen, dass seit Montag die Kindergärten wieder einen eingeschränkten Regelbetrieb anbieten können. Das bedeutet, dass alle Kinder, die einen Platz in einer Kindestagesstätte haben, auch wieder dorthin gehen können. Nicht erlaubt sind jedoch weiterhin offene Gruppenkonzepte und eine Durchmischung der Gruppen. Die Bockenemer Apotheken bieten in Kürze Corona-Schnelltests an.

Gesprochen wurde zudem über die Digitalisierung der beiden Grundschulen. Mehr dazu in einer der nächsten Ausgaben.dh

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