Die Hoffnung ist noch da

Arbeitsgemeinschaft hofft auf rechtzeitige Reparatur der 119 Jahre alten Dampflok T3

Für Projektleiter Jannik Wagner gibt es auch während der Reparaturzeit allerhand rund um die T3 im Lokschuppen zu tun. Für das äußere Erscheinungsbild wurde vorübergehend der erste Kessel auf den Rahmen gesetzt.

Almstedt. Noch haben Jannik Wagner und seine Kollegen von der Arbeitsgemeinschaft Historische Eisenbahn Almstedt-Segeste die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die Dampflok T3 pünktlich zu ihrem 120. Geburtstag im kommenden Jahr wieder durchstarten kann.

„Wir sind immer noch guter Hoffnung, dass es klappt. Viel Luft bleibt aber nicht“, erklärt Jannik Wagner, der als Projektleiter bei der Museumsbahn für die Reparatur des schadhaften Kessels verantwortlich zeichnet. Grund für die Sorge sind die Verzögerungen in der Spezialwerkstatt. Den zugesagten Termin für September wird die Firma nicht halten können, so viel steht fest. Gründe dafür sind die Folgen des Coronavirus auf den Betrieb und Verzögerungen bei den einzelnen Bearbeitungsschritten.

Der Vorsitzende Harald Strube und Vereinskollege Michael Börngen sind nach Bruchsal in die Nähe von Karlsruhe gereist, um sich vor Ort über den Stand der Dinge zu informieren. Insgesamt kostet die Kesselsanierung 118.000 Euro. Die Arbeitsgemeinschaft setzt bei der Finanzierung auf Spenden und Fördermittel. Aus Berlin kommt mit 50.000 Euro der größte Förderbetrag aus dem Topf der Staatsministerin für Kultur und Medien.

Beim Verein verbleibt am Ende ein Eigenanteil von zehn Prozent. „Die erste Rechnung ist bereits bezahlt. Es muss etwas passieren. Auch die Förderer haben großes Interesse, dass die Arbeiten zügig über die Bühne gehen“, erklärt Jannik Wagner. Vor Ort konnte sich die Gruppe der Almetalbahner davon überzeugen, dass an dem Kessel gearbeitet wird. Die Wandstärke des Stehkessels ist auf beiden Seiten zu gering.

Die schadhaften Bleche müssen herausgetrennt werden. „Entgegen der bisherigen Annahme fallen diese Arbeiten aber nicht so groß aus“, erläutert Jannik Wagner. Die Freude über diese gute Nachricht wird von einer anderen aber wieder vom Tisch gefegt: 60 Deckenanker, die die kupferne Feuerbüchse im Stehkessel halten, müssen erneuert werden. Sie sind stets einer hohen thermischen Belastung ausgesetzt.

„Das hat uns kalt erwischt. Davon waren wir bisher nicht ausgegangen“, berichtet der Projektleiter. Ein nachträgliches Erneuern wäre unverhältnismäßig aufwändig und auch sehr kostspielig. Zum Glück können diese Kosten durch die geringeren bei der Wandstärke ausgeglichen werden, so dass es am Ende in etwa bei der veranschlagten Summe bleibt. „Die Anker müssen in Ordnung sein, daran führt kein Weg vorbei“, stellt der Fachmann fest.

Nun muss der Kessel neu berechnet werden. Nach der Freigabe durch den TÜV können das Material bestellt und die Einzelteile in Auftrag gegeben werden. „Wenn wir den Kessel Ende Oktober oder im November zurückbekommen, stehen dann hier auf dem Bahngelände noch verschiedene Arbeiten an.

Im Winter könnten die Montagearbeiten im Schuppen über die Bühne gehen“, so Wagner. Der eigentliche Geburtstag der Dampflok Schunter, die bei Hanomag in Hannover gefertigt wurde, ist im September 2021. „Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt“, fügt der Experte hinzu. Dazu hat die Arbeitsgemeinschaft mit den finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Bahnhofsfeste konnten bisher nicht stattfinden.

„Die Veranstaltungen sind für unseren Haushalt sehr wichtig“, erklärt Wagner. Doch nun gibt es einen Lichtblick: Die Almetalbahner laden am 18. und 19. Juli zum ersten Fahrtag im Jahr 2020 ein. Am Sonnabend von 11 bis 18 und Sonntag von 10 bis 17 Uhr öffnen sich angepasst an die Corona-Situation einige Türen des Museumsbahnhofs. Es besteht auch die Möglichkeit für eine Mitfahrt.

Wer will, kann auf der Handhebeldraisine seine Kraft unter Beweis stellen. Auf Inhaber des Ferienpasses warten dazu einige kostenfreie Mitfahrmöglichkeiten. Das kulinarische Angebot ist gegenüber den Vorjahren etwas reduziert. Für den Besuch einiger Bereiche ist eine Mund-Nase-Bedeckung erforderlich. Außerdem werden beim Betreten des Bahnhofsgeländes gemäß den Vorgaben verschiedene personenbezogene Daten erhoben. Der Eintritt zu den Fahrtagen ist frei.vo

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