Sieht so das „neue“ Haus Papenberg aus?

Modernisierungsvorunterschung wurde im Ortsrat Bockenem vorgestellt

So könnte das Haus Papenberg nach der Sanierung aussehen. Es sind ein Sanitärtrakt sowie ein Fahrstuhl vorgesehen.

Bockenem. Die Sanierung des in fast allen seinen Teilen sanierungsbedürftigen Hauses Papenberg erfordert nach den Berechnungen des von der Stadt beauftragten Ingenieurbüros aus Hannover die stolze Summe von 1.349.673 Euro. Dabei basieren diese rund 1,4 Millionen auf dem aktuellen Kostenniveau vom Sommer 2018. Diese Modernisierungsvoruntersuchung stellte Bauamtsleiter Holger Schrader erstmals am Mittwoch während der Sitzung des Bockenemer Ortsrats öffentlich vor und erläuterte sie ausführlich. Da der bauliche Beginn der Sanierung noch in der Ferne liegt, muss wahrscheinlich mit einer Kostensteigerung gerechnet werden. Hinzu kommt, das nach dem 3. September, wenn der Rat dieser Voruntersuchung seine Zustimmung geben sollte, erst mit der sogenannten Feinplanung begonnen werden kann und dabei weitere Einzelmaßnahmen zutage treten könnten.

Der Baubeginn kann erst dann erfolgen, wenn das Archiv aus dem Gebäude ausgelagert ist. Doch muss sich der Rat erst einmal auf einen neuen Archivstandort einigen, was am 3. September erfolgen könnte, denn an diesem Tag soll über die beiden Anträge der CDU und der Gruppe UWG/Grüne abgestimmt werden. Die CDU-Fraktion plädiert als Standort des neuen Archivs für das Gebäude zwischen dem Museum und dem Haus Papenberg und die Grupppe UWG/Grüne für den diesbezüglichen Ankauf der Heilig-Geist-Kapelle. Beide Gebäude als mögliche Standorte waren aus den Reihen des Sanierungsbeirats vorgeschlagen worden, und für beiden ständen noch erhebliche Umbauarbeiten an, für die obendrein noch keine Kostenschätzung vorliegt. Ob eine dritte Option für das Stadtarchiv noch in Frage kommt, wird sich am 3. September zeigen.

Durch diese Koppelung Stadtarchiv/Haus Papenberg erscheint es unwahrscheinlich, dass mit der Sanierung des letzterem schon 2019 begonnen werden kann. Die Stadt befindet sich derzeit im vierten Jahr des Städtebauförderprogramms, welches nach den bisherigen Aussagen für Bockenem auf zehn Jahre ausgelegt ist. Die Förderquote liegt bei zwei Dritteln, so dass für die Stadt beim Haus Papenberg von den derzeit 1,4 Millionen Sanierungskosten 539.000 Euro verblieben. Die Kosten für das neue Stadtarchiv sind zwar eine andere Position, sollten wegen der Koppelung der Maßnahme im Grunde aber hinzugerechnet werden.

Vorstellung der Ideen für den neuen Buchholzmarkt sind für den 11. September geplant

Käme als drittes großes öffentliches Bauvorhaben im Zuge der zugesagten Fördermittel noch der Umbau des Buchholzmarktes hinzu. Dafür wurde bekanntlich ein Oldenburger Ingenieurbüro beauftragt. Dieses wird am 11. September der Stadtverwaltung erstmals seine Planvorstellungen vorlegen.

Das Gebäude Haus Papenberg, welches nach erfolgter Renovierung mit dann immerhin fünf Begegnungsräumen die Funktion als Bürgerhaus der Stadt bekommen soll, ist 1848 als Jungenschule gebaut worden, damals aber schon auf der Stelle eines 1847 abgebrannten älteren Gebäudes, was aus dem vorhandenen historischen Kellergewölbe zu schließen ist. Es erlebte viele Zwischennutzungen und wurde 1965 Kreisberufsschule. Seit 1992 steht es verschiedenen Vereinen der Stadt, insbesondere der Arbeiterwohlfahrt, dem Kinderschutzbund und dem Sozialverband zur Verfügung.

Das auf einem Sandsteinsockel gebaute Fachwerkhaus besitzt zwei Hauptgeschosse und muss in allen seinen Teilen saniert werden. Zwar könnte man einige Maßnahmen zeitlich schieben wie zum Beispiel die Neueindeckung des Daches. Doch diese fielen in den kommenden Jahren dann doch an, und es wäre angesichts der laufenden Fördermaßnahme jetzt töricht und halbherzig, sie erst einmal herauszunehmen, mahnte der Bauamtsleiter an.

So implizieren die von dem Architektenbüro vorgeschlagenen Sanierungsmaßnahmen die Neueindeckung des Daches, die Nachbesserung der Decken, überall neue Bodenbeläge, die fachgerechte Erneuerung des zwischen Gebäudesockel und den aufsetzenden Gefachen liegenden Schwelbalkens, die Ausbesserung der Gefache, gegebenenfalls eine Behängung des Giebels sowie generell Verputzarbeiten und einen kompletten neuen Außenanstrich. Der Kellers soll trockengelegt werden, neue Fenster und Türen sowie eine neue Heizungsanlage eingebaut werden. Auch die Haustechnik und die Elektroinstallation brauchen eine Erneuerung. Vorgesehen ist zudem der Einbau eines Sanitärtraktes und eines Aufzuges in das Untergeschoss, ferner ein zweiten Rettungsweges über eine Fluchttreppe und den Rückbau des Dachgeschosses. Alle Zugänge sollen behindertengerecht angelegt werden.

Im Außenbereich besteht die Überlegung, die Transformatorenstation fortzunehmen. Alles in allem wird auf dieser Baustelle einmal viel Arbeit zu leisten sein, und die Bockenemer werden gespannt sein, wann diese beginnen können.mk

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